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Hallam Foe

Grossbritannien 2007

DVD 92min

Standort

WestEnd DVD-Katalog/ Drama

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch   
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Regie
David Mackenzie
Drehbuch
David Mackenzie
Kamera
Giles Nuttgens
Produzent
Gillian Berrie
Literaturvorlage
Peter Jinks
Schauspiel
Jamie Bell, Jamie Sives, Ciarán Hinds, Sophia Myles, Maurice Roëves
Awards
Berlinale: Silberner Bär für David Mackenzie
Empfohlen von
Maria, Mitarbeiter
Genre
Drama, Liebesfilm
Stichworte
Coming-of-age
Inhalt
Ein Coming-of-Age in düster-grauen Bildern, die eine typisch-britische Atmosphäre generieren. Dem Luxus seiner Herkunft setzt er die triste Großstadt gegenüber, in der der mittellose Hallam strandet.

Kommentare

4 Punkte von Lars Tuncay:
David Mackenzies Protagonisten sind Getriebene. Ob Ewan McGregor in „Young Adam“, oder Natasha Richardson in „Stellas Versuchung“. Auch „Hallam Foe“ ist so ein Rastloser. Betäubt vom Tod seiner Mutter hängt er die meiste Zeit in seinem Baumhaus, beobachtet seine Mitschüler beim Fummeln oder die Nachbarschaft bei ihren Alltäglichkeiten. Seinem reichen Vater macht er indessen das Leben zur Hölle, als dieser mit seiner hübschen Sekretärin anbändelt. Doch die dreht den Spieß um und Hallam bleibt nur die Flucht nach Edinburgh. Dort pflegt er alte Gewohnheiten: nachts stellt er der Hotelangestellten Kate nach, in der er seine Mutter zu erkennen glaubt. Er heuert in ihrer Arbeitsstätte an und observiert die junge Frau rund um die Uhr. Als er ihr zu nahe kommt, muss Hallam seine Rolle als Beobachter aufgeben und selbst aktiv werden. Es sind die Anti-Helden, die Mackenzie faszinieren. Der Voyeur in Peter Jinks’ Debütroman ist zwanghafter, fast schon perverser Natur. Er observiert das Leben Anderer, in Ermangelung eines eigenen, ist biegsam, katzengleich und passt sich an. Er steht über dem Gesetz, jenseits jeglicher Moral. Auf der anderen Seite ist Hallam aber auch ein Heranwachsender, ein Jungspund, bar jeglicher Erfahrung. Naiv, ein Kind, dem die Mutter genommen wurde und der seitdem trotzig der Welt gegenübersteht, krankhaft dem Bild in seiner Erinnerung verhaftet, das großformatig in seinem Unterschlupf hängt und ihn in den Schlaf bringt. Mackenzie fängt dieses Coming-of-Age in düster-grauen Bildern ein. Dem Luxus seiner Herkunft setzt er die triste Großstadt gegenüber, in der der mittellose Hallam strandet. Das britische Label Domino Records liefert den vielfältigen Soundtrack dazu, der auf der diesjährigen Berlinale einen Sonderpreis erhielt.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb