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Das Irrlicht
Le Feu follet / Fuoco Fatuo

Frankreich, Italien 1963

DVD 108min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Französisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Louis Malle
Drehbuch
Louis Malle
Kamera
Ghislain Cloquet
Musik
Erik Satie
Literaturvorlage
Pierre Drieu La Rochelle
Schauspiel
Jeanne Moreau, Alexandra Stewart, Henri Serre, Maurice Ronet, Hubert Deschamps, Bernard Noël, Ursula Kubler, Léna Skerla
Empfohlen von
Miriam, Mitarbeiter
Genre
Drama
Stichworte
Schwarz-Weiss, Selbstmord
Inhalt
Kühl-distanziertes, intensiv gespieltes Drama über den letzten Tag eines jungen Mannes, dessen existenzielle Krise nach der Entlassung aus einer Alkohol-Entziehung im Selbstmord endet.

Kommentare

4 Punkte von stefan:
Nach abgeschlossenem Alkoholentzug beschließt ein Mann sich umzubringen. Der Film schildert seinen letzten Tag, an dem er noch einmal Freunde vergangener Tage aufsucht, um sich seines Entschlusses zu vergewissern. Sie alle haben in irgendeiner Form den Kampf gegen verhasste Konventionen und Mittelmäßigkeit aufgegeben. Gebrochen und desillusioniert von dieser Einsicht scheint der Freitod unumgänglich. „Wo ein Irrer ist, da ist auch ein Licht“: Louis Malles düsteres Porträt des französischen Existenzialismus kennt keine eingängigen Wahrheiten. In seinen zentralen Dialogen entlarvt er sowohl die Lebenslügen eines bodenständigen Bürgertums als auch die intellektuelle Einfalt einer lebensunfähigen Philosophie. Anstrengend, aber die Mühen wert.

5 Punkte von Liv:
Louis Malle legt mit "Das Irrlicht" ein frühes Meisterwerk ab. Vorrangig erschreckt einen die für heutige Maßstäbe unglaubliche Langsamkeit des Films, die einerseits den Zuschauer fordert, zum anderen aber die philosophische Tiefe des Films offenlegt. Malle schafft es das Interesse des Zuschauers durchgängig zu fesseln - die Kamera stellt sich an überlegten und notwendigen Plätzen auf, der Protagonist operiert bedächtig und überlegt: das Irrlicht erscheint als absolut durchdacht und perfekt abgestimmt und sorgsam komponiert. Die Dramatik des Films offenbart sich in einer nahezu klassischen Tragödie, dessen dramatische Brillianz Louis Malle mit großem Kunstwerk einzusetzen weiss.

5 Punkte von paul_le:
"Das Irrlicht" von Louis Malle gehört zu den Klassikern des französischen Kinos der sechziger Jahre. In existentialistischem schwarz/weiss aufgenommen, beschreibt dieses wirklich grandios inszenierte und gespielte Drama die letzten Tage des verzweifelten Dandys und Trinkers Alain Leroy. Nach einer Alkohol-Entzugskur in einer privaten Klinik in Versailles - weit weg von seiner Frau - ist er vom Leben und der Laschheit der menschlichen Beziehungen enttäuscht und beschließt sich selbst zu töten. Auch letzte Besuche bei alten Freunden können ihn nicht mehr von seinem Vorhaben abbringen. Der Film überzeugt durch seine ungeheure Radikalität und Deutlichkeit in der Aussage, die starke schauspielerische Leistung von Maurice Ronet in der besten Rolle seines Lebens sowie durch die melancholische Musik von Erik Satie. Absolut sehenswert!

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb