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Michael Clayton

USA 2007

DVD 115min

Standort

WestEnd Polit-Thriller

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Tony Gilroy (I)
Drehbuch
Tony Gilroy (I)
Kamera
Robert Elswit
Musik
James Newton Howard
Produzent
Steven Soderbergh, Sydney Pollack, Anthony Minghella, Jennifer Fox
Stimme
Danielle Skraastad
Schauspiel
George Clooney, Tilda Swinton, Tom Wilkinson, Sydney Pollack, Thomas McCarthy, Tony Gilroy (I), Christopher Mann, Merritt Wever, Brian Koppelman, Douglas McGrath, Michael O'Keefe, Jonathan Walker, Austin Williams, Pamela Gray
Awards
Oscar: Bester Nebendarsteller für Tilda Swinton
Empfohlen von
Inga, Martin, Mitarbeiter
Genre
Thriller, Drama
Stichworte
Gerichtsfilm, Schuld
Inhalt
Michael Clayton (George Clooney), Anwalt in einer New Yorker Kanzlei und mit Problemen aller Natur ausreichend versorgt, stößt auf Machenschaften seines Arbeitgebers. Eine Schadensersatzklage soll von dem Chemie-Multi U/North abgewandt werden, allerdings gibt es Zweifel an der Rechtschaffenheit des Konzerns. Für ihre Rolle als Karen Crowder, Chefin des betrügerischen Konzerns und unerbittliche Gegenerin von Clayton, wurde Tilda Swinton 2008 überraschend mit dem Oscar ausgezeichnet.

Kommentare

4 Punkte von Lars Tuncay:
„Michael“ – eine fahrige Stimme spricht im Wahn aus dem Off, während die Kamera durch die Hallen einer New Yorker Anwaltskanzlei fährt. Im fiebrigen Tonfall erzählt ein Mann von einem Moment der Erkenntnis, dass die gesamten vergangenen Jahrzehnte eine einzige Lüge waren. Wir sehen eine gehetzt wirkende Frau, die über einem Waschbecken nach Luft ringt und schließlich ein explodierendes Auto.   Dem entstieg nur Minuten zuvor Michael Clayton. Er ist eine Art Cleaner der Kanzlei, ein Mann ohne Eigenschaften, der immer dann ins Spiel kommt, wenn die Luft brennt. Wenn ein Klient der Kanzlei einen Mann angefahren und Fahrerflucht begangen hat, zum Beispiel. Dann setzt er die Mechanismen in Bewegung, sorgt für rechtlichen Beistand und kalkuliert kühl die Möglichkeiten. Aber er ist auch ein Spielsüchtiger, der sich mehr als einmal verkalkuliert hat.   Deshalb ist er angewiesen auf seinen Geldgeber und das beruht auf Gegenseitigkeit. Als sein scheinbar psychisch gestörter Kollege Arthur Edens außer Kontrolle gerät, wird Michael gerufen. Er macht wie üblich seinen Job, versucht Arthur ruhig zu stellen, lässt sich nicht durch seine Freundschaft zu ihm beeinflussen. Doch bald entdeckt er die Quelle des Wahnsinns: sein Freund ist in einen Ameisenhaufen aus Korruption und Kaltblütigkeit gestoßen, den der Chemiekonzern U/North darstellt.   Regisseur Tony Gilroy, der bereits mit den Drehbüchern der Bourne-Trilogie zeigte, wie man einen Polit-Thriller auf das Wesentliche reduziert, legt nun mit diesem Brocken nach. Keine Liebesgeschichte stört die Handlung, keine Actionsequenzen verwässern den Plot – kalkuliert und nüchtern erzählt er von Macht und -missbrauch.   Nach dem Rausch zu Beginn tritt Gilroy auf die Bremse, blendet zurück und fordert volle Aufmerksamkeit vom Betrachter. Belohnt ihn aber auch mit einem exzellenten Ensemble: Clooney liefert, wie schon in SYRIANA, die Identifikationsfigur, einen charakterlosen Geist, vor dem sich Abgründe entfalten. Swinton beweist erneut Mut zur Hässlichkeit und gibt die kaltblütige Konzernchefin ohne Moral. Wilkinson schließlich spielt den Wahnsinn mit der gewohnten Intensität. Sie alle glänzen in einem Thriller, der den Zuschauer bis zum ernüchternden Schluss ernst nimmt.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb