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Der Nebel
Stephen King's The Mist

USA 2008

DVD 121min

Standort

WestEnd DVD-Katalog/ Horror

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Frank Darabont
Drehbuch
Frank Darabont
Kamera
Michael Applebaum
Musik
Mark Isham
Produzent
Frank Darabont, Liz Glotzer
Literaturvorlage
Stephen King
Schauspiel
Toby Jones, Laurie Holden, Nathan Gamble, Thomas Jane, Andre Braugher, Marcia Gay Harden, Wiliam Sadler
Genre
Horror
Stichworte
Literaturverfilmung, Monster & Mutanten, Selbstmord, Religion, Vater-Sohn
Inhalt
Eine friedliche amerikanische Kleinstadt, Castle Rock/Maine, wird über Nacht von einem Unwetter heimgesucht. Zurück bleibt ein undurchdringlicher Nebel, der tödliche Wesen zu verbergen scheint.

Kommentare

4 Punkte von Lars Tuncay:
Regisseur Frank Darabont und Stephen King sind füreinander geschaffen. Das zeigte sich bei Darabonts meisterhafter Adaption von DIE VERURTEILTEN und später bei THE GREEN MILE. Sein Regiedebüt wurde damals mit Oscarnominierungen überhäuft und gilt als modernes Meisterwerk. Doch einen richtigen Horrorfilm hatte er bisher immer noch nicht gedreht. Diesen lang gehegten Wunsch erfüllt sich der Genre-Fan nun mit DER NEBEL. Dabei beginnt auch diese Geschichte Kings aus den frühen Achtzigern eher dramatisch, als furchteinflößend. Ein Sturm verwüstet eine Kleinstadt im Bundesstaat Maine – der wie wir wissen bei King für alles herhalten muss. Der Strom ist überall ausgefallen und David Drayton ist mit seinem Sohn Ollie unterwegs zum örtlichen Supermarkt, um die nötigen Besorgungen zu erledigen. Dort herrscht Weltuntergangsstimmung, wie üblich nach einer Naturkatastrophe. Jeder kauft, was er tragen kann, und der Markt ist zum Bersten gefüllt. Da kriecht ein mysteriöser Nebel von den Straßen heran und verwandelt die ganze Stadt minutenschnell in eine undurchsichtige Suppe. Unbehagen kommt auf, unter den Einkäufern, die sich bald in Panik wandelt, als ein Mitbürger durch die Tür gerannt kommt und irgendwas von einem menschenvertilgenden Etwas im Nebel faselt. Der unsichtbare Schrecken erhält ein Gesicht, als riesige Insekten durch die Frontscheibe dringen. Die Gruppe drängt zusammen und eine durchgeknallte Jesus-Jüngerin überzeugt immer mehr Leute davon, dass das Jüngste Gericht gekommen sei. David und sein Sohn müssen schnellstens raus, doch jeder Schritt in den Nebel könnte tödlich sein. Man merkt, dass Darabont und King Meister der Charakterstudie sind. Mehr als die Hälfte der Laufzeit verwenden sie darauf, die einzelnen Figuren zu formen und die Nerven aller Beteiligten an ihre Grenzen zu treiben. Dann schubsen sie sie ein Stück darüber hinaus und zeigen, wozu Menschen unter Angsteinfluss in der Lage sind. Wir sind alle Wilde, die nur durch Staat und Religion zusammengehalten werden, ist die beunruhigende, aber beängstigend realistische Botschaft. Zunehmend beängstigender werden auch die Bilder und schüren den Terror auch im Kinositz. Dies mündet in einem der mutigsten Finals, das sich Hollywood in letzter Zeit erlaubt hat, und das uns zutiefst verstört in unserer scheinbar zivilisierten Welt zurücklässt.

1 Punkte von Björn Siebert:
In den 80ern hatte sich der Horrorfilm in die Trash-Kultur verabschiedet. Mit Mini-Budget wurden tonnenweise Stephen-King-Verfilmungen und Sequels zu gefeierten Slasher-Filmen rausgedonnert, heute sieht das anders aus: Blockbuster mit astronomischen Budgets sind die neuen Monsterfilme, doch verschleiert ihre aufwendige Machart, dass es sich wahrlich immer noch um miese B-Filme handelt. Der Nebel ist so ein Beispiel. Schon die Vorlage riecht nach Carpenters "The Fog" gepaart mit "Jurassic Park" und klar, die Figurenentwicklung erinnert an Carpenters System, Szenen wie Howards Hawks Western "Rio Bravo" zu drehen und die Figuren auf engstem Raum in einer Extremsituation wachsen zu lassen. Der Rest im Film ist Spielbergs amerikanische Kleinfamiliendramatik. Die Action erstickt in schlechten Digitaleffekten, aber immerhin wird man hier nicht mit Tom Hanks oder Tom Cruise belästigt. Das Drehbuch hätte aber ein paar weniger 08/15 Dialoge vertragen können. So ca. 200 weniger. Früher, da haben sich schlechte Horrorfilmregisseure hinter blöden Pseudonymen verborgen, heute sind nicht untalentierte Mainstream-Regisseure wie Frank Darabont stolz wie Bolle auf so was wie "The Mist". Solche Filme macht man eigentlich aber nur a) wenn man mit Herzblut Genre-Regisseur ist (dann sehen solche Filme aber ganz anders aus) oder b) am Tiefpunkt der Karriere angekommen ist (Wie William Friedkin mit "Das Kindermädchen" damals). Warum man den Nebel sehen sollte ist mir schleierhaft. Es ist eine dicke kalte Suppe ohne nennenswerten Höhepunkt.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb