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Once

Irland 2006

DVD 84min

Standort

WestEnd Liebesfilm- Europa/Welt

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
John Carney
Drehbuch
John Carney
Kamera
Tim Fleming
Musik
Glen Hansard, Markéta Irglová
Produzent
Martina Niland
Schauspiel
Glen Hansard, Markéta Irglová, Geoff Minogue, Alaistair Foley, Gerard Hendrick, Bill Hodnett, Danuse Ktrestova, Hugh Walsh
Awards
Sundance: Publikumspreis
Oscar für Glen Hansard, Markéta Irglová
Independent Spirit: Bester Auslandsfilm für John Carney
Empfohlen von
Martin, Mitarbeiter
Genre
Liebesfilm, Drama, Musikfilm
Stichworte
Musical
Inhalt
Bittersüße Romanze zwischen zwei eigenwilligen Musikenthusiasten: Ein Dubliner Straßensänger lernt eine tschechische Pianistin, die sich ebenfalls mit allen möglichen unterbezahlten Jobs über Wasser hält, kennen. - Ausgezeichnet 2007 beim Sundance Festival mit dem Publikumspreis. Für den Song "Falling Slowly" erhielten Glen Hansard und Markéta Irglová 2008 den Oscar.

Kommentare

5 Punkte von Lars Tuncay:
The Guy ist ein Busker – ein Straßenmusiker, der sich mit seiner Gitarre mehr schlecht als recht durchs quirlige Leben auf Dublins Straßen schlägt. Er ist einfach zu nett und lässt selbst den mittellosen Rumhänger laufen, der ihm immer wieder den erspielten Lohn stibitzt. Die Trennung von seiner Freundin ist noch frisch. Um sich abzulenken repariert dieser „Broken Hearted Hoover Fixer Sucker Guy“ für seinen Vater Staubsauger in dessen Kellerwerkstatt. The Girl ist eingewandert, kommt gerade mit ihrer kleinen Tochter und ihrer Mutter aus Tschechien. Der Kindsvater ist in der Heimat geblieben. Auch ihre Trennung ist frisch. Sie will sich alleine durchschlagen. Viel Geld bringt ihr der Verkauf von Rosen auf der Straße und die Arbeit als Putzfrau jedoch nicht ein. Es reicht gerade so zum Überleben. Das Klavier im Musikladen an der Ecke, das sie in den Mittagsstunden immer nutzen darf, wird wohl ewig dort auf sie warten müssen. Trotzdem beklagt sie sich nicht, strahlt wie die Sonne selbst und nur selten schimmert ein wenig Traurigkeit durch ihre Lebenslust. The Guy und The Girl (und die vielen Menschen, für die diese beiden Charaktere sinnbildlich sind) wandeln durch die Straßen der Metropole, ohne jemals von dem wirtschaftlichen Wachstum Irlands zu profitieren. Regisseur Carney rekonstruierte ein Dublin der Neunziger, als der Wohlstand noch nicht sichtbar war. Verlierer landen hier im Straßengraben – oder begegnen sich auf dem Bürgersteig, wie die beiden Verlorenen. Sie mag seine Musik, er will mit ihr ins Bett, sie hat einen kaputten Staubsauger, er ein paar Songs, an denen er arbeitet. Sie landen am Klavier im Musikladen – und nie in den Kissen, denn Sex würde alles ruinieren in dieser fragilen Liebesgeschichte. Sie begeistern und inspirieren sich gegenseitig mit ihren Songs und Ideen. Ihr Enthusiasmus ist ansteckend. Sie suchen sich eine Band zusammen, aus befreundeten Straßenmusikern und mieten ein Studio für ein Wochenende. Mit der CD will er nach London, wo seine Ex nun lebt, um ihr, aber vor allem sich selbst zu beweisen, wozu er in der Lage ist. Aber das heißt auch weg aus Dublin, weg von ihr, die Zeit hinter sich lassen, die sie miteinander verbracht haben. Die Chance auf eine gemeinsame Zukunft verspielen? Es gibt nur ein wirkliches Liebesgeständnis in „Once“ und das ist auf Tschechisch, unverständlich für den Empfänger und für uns. Doch das Gefühl unausgesprochener Zuneigung ist immer da. Äußert sich in der Musik, im Gesang, darin wie sich die Figuren allmählich öffnen. Erschreckend wenig Konfliktpotential, mag man meinen. Eine Geschichte, die kurz erzählt ist und viele Kitschfallen birgt. Doch diese umschifft Carney ganz selbstverständlich. Der 35jährige schrieb auch das Drehbuch und ließ darin Biographisches aus seinem Leben und dem seines Hauptdarstellers einfließen. Hansard und Carney begegneten sich Anfang der Neunziger auf der Straße und Carney spielten gemeinsam bei Hansards Band The Frames. Gemeinsam schufen sie einen außergewöhnlichen Musikfilm und eine Liebesgeschichte ohne Kitsch - unausgesprochene zwischenmenschliche Liebe und vor allem die zur Musik. Die kleinen Momente voll Schönheit, wenn das Paar am Klavier sitzt, sie einen eigenen Song haucht und wir die Luft anhalten. Wenn sie am frühen Montagmorgen gemeinsam aus dem Studio kriechen und die Morgensonne die menschenleeren Straßen Dublins flutet. Mit seinen ganz natürlich eingesetzten Songs wirkt „Once“ nicht wie ein schmalziges Musical, bei dem die Protagonisten bei jeder Gelegenheit zum Tremolo ansetzen. Durch die vermittelte Liebe zur Musik ist „Once“ vielmehr der vielleicht beste Musikfilm, den man drehen kann.

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