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So ist Paris
Paris

Frankreich 2008

DVD 124min

Standort

WestEnd Komödie - Europa & Welt

Sprachen
Deutsch, Französisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Cédric Klapisch
Drehbuch
Cédric Klapisch
Kamera
Christophe Beaucarne
Musik
Robert John Burke, Loïc Dury, Christophe Minck
Produzent
Bruno Levy
Schauspiel
Juliette Binoche, Mélanie Laurent, Gilles Lellouche, Zinedine Soualem, Romain Duris, Karin Viard, Fabrice Luchini, Maurice Bénichou, Julie Ferrier, Olivia Bonamy, Annelise Hesme, Audrey Marnay, François Cluzet, Albert Dupontel, Farida Khelfa, Xavier Robic
Genre
Komödie, Liebesfilm, Drama
Inhalt
Gemüsehändler auf sentimentalen Abwegen, ein Uniprofessor auf der Jagd nach jungen Frauen, ein Tänzer auf der Suche nach Vollendung, eine Sozialarbeiterin im Dauereinsatz, eine Bäckersfrau mit unkonventionellen Überzeugungen, ein illegaler Immigrant am Ziel seiner Träume - in Paris, der Stadt der Liebe, des Chaos und der Emotionen treffen und verlieren sich in Cédric Klapischs episodischem Bilderbogen die unterschiedlichsten Menschen und Geschichten. (x)

Kommentare

4 Punkte von Lars Tuncay:
Paris. Keine europäische Metropole ist so quirlig, so voller unterschiedlicher Lebenswege. Gemeinsam haben sie wie alle auf dieser Welt das individuelle Streben nach Glück. Pierre (Romain Duris) fühlt sich als Außenstehender, als Beobachter des menschlichen Treibens, seitdem er von seiner schweren Herzkrankheit erfahren hat. Seine Schwester Elise (Juliette Binoche) hat ihr eigenes Glück längst aufgegeben. Zunächst kümmerte sie sich um ihre Kinder und nun gibt sie ihr eigenes Leben auf, um für ihren Bruder zu sorgen. Das Leben des Professors Roland (Fabrice Luchini) geht vollends in seiner Arbeit auf. Als er auf die bezaubernde Studentin Laetitia (Mélanie Laurent) trifft und diese ihm gehörig den Kopf verdreht, fühlt er den Drang, etwas zu ändern. Sie alle tummeln sich, ebenso wie eine grantige Bäckerin, ein trauriger Gemüsehändler, ein gelangweilter Architekt und der von einem besseren Leben träumende Einwanderer in der Stadt an der Seine, wo sich ihre Wege immer wieder kreuzen. Cédric Klapisch ist ein Mann fürs Volk. Seine Ensemblestücke – wie die beiden Teile der „L’auberge Espagnole“ – sind zumeist Publikumserfolge, leiden bei der Kritik jedoch unter einer gewissen Beliebigkeit. Auch „So ist Paris“ war mit nahezu 2 Millionen Zuschauern in Frankreich ein Riesenerfolg. Dass Klapisch auch künstlerisch wieder auf alter Höhe ist, hat er vor allem seinen exzellenten Darstellern zu verdanken. Besonders das Duo Duris und Binoche hält den Film im Kern zusammen. Sie machen die Sinnsuche sehenswert, auch wenn hier wie so oft bei Episodenfilmen die eine oder andere Geschichte altbekannt oder ein wenig überflüssig wirkt.

1 Punkte von eddie:
Paris. Die 212. Liebeserklärung. So ist Klapischs Paris: Beaus treffen Beautés. Professor verliebt sich in femmefatalesque Studentin, Studentin liebt Student. Blumenhändler liebt engagierte Sozialarbeiterin. Naiver Schwarzafrikaner verliebt sich in naives Model. Todkranker Pierre tut schwer daran, seine Liebe zum Leben wiederzuentdecken. Seine Schwester hilft ihm auf die Sprünge. Paris, "wo alles Ordnung, Schönheit, Luxus, Stille, Wollust ist." So zumindest, wird Baudelaires Poem "Invitation au voyage" vom designierten Geschichtsprofessor ad absurdum geführt. Auch der moralische Aderlass im Anschluss, der Schnitt auf den schwarzen Kontinent wo ein Lastwagen voller Afrikaner zu Bachs Musikalischem Opfer dem gelobten Land entgegenrollt, ist fraglich: Ist denn Afrika Paris am Ende näher als dessen eigene Banlieues? Das jeder hier leben will, ist sonnenklar: sogar die closchards sind so adrett, als kämen sie just aus dem Tour d’Argent - da tut es auch nichts, wenn eine Bäckersfrau ihrem übersteigerten Rassenbewusstsein Luft macht. Obschon es hier ein wenig sticht, im Herzen: wird der Hauch Kritik spätestens weggewischt, wenn Benoit, besagter Schwarzafrikaner, es endlich doch nach Paris schafft, um seinen Bruder, vor allem aber Marjolaine, das Model, wieder zu sehen. Um den kleinsten Willen ihr zu erfüllen ist er übers Meer geschwommen… Wird hier Baudelaires Einladung zur Reise doch noch eingelöst? Paris ist bestimmt von der unsäglichen Oberflächlichkeit eines Werbefilms. Die Herzkrankheit Pierres scheint ganz symptomatisch. Klapischs verkitschtes Paris ist nur ein seichtes Märchen um eine handvoll bécébégés, et cela fait bobo au coeur.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb