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Die Stadt der Blinden
Blindness

Japan, Kanada, Brasilien 2008

DVD 116min

Standort

WestEnd DVD-Katalog/ Drama

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Fernando Meirelles
Drehbuch
Don McKellar
Kamera
César Charlone
Musik
Marco Antônio Guimarães
Produzent
Niv Fichman, Andrea Barata Ribeiro, Sonoko Sakai
Literaturvorlage
José Saramago
Schauspiel
Mark Ruffalo, Julianne Moore, Sandra Oh, Gael Garcia Bernal, Danny Glover, Alice Braga, Don McKellar, Maury Chaykin, Douglas Silva, Yusuke Iseya, Yoshino Kimura, Nadia Litz, Mitchell Nye
Empfohlen von
Martin, Mitarbeiter
Genre
Drama, Thriller
Stichworte
Literaturverfilmung, Blindheit
Inhalt
Von einer Sekunde zur anderen verliert ein Mann am Steuer seines Wagens das Augenlicht. Zunächst wird ein medizinischer Sonderfall vermutet, doch als kurz darauf auch alle Menschen, die mit ihm in Kontakt standen erblinden, ist die Epidemie schon nicht mehr aufzuhalten. Aus Angst vor Ansteckung werden alle Betroffenen ohne weitere Behandlung in einer ehemaligen Nervenheilanstalt interniert und sich selbst überlassen; doch die Situation eskaliert immer weiter. Ambitioniertes, allegorisches Science-Fiction-Drama von Fernando Meirelles ("City of God").

Kommentare

5 Punkte von plug:
Dieser Film ist für Cineasten eine richtige Filmperle. Basierend auf dem Roman von José Saramago ist dies eine düstere Endzeitvision mit melancholischem Beigeschmack, der einem bis zum Schluss in Atem hält. In der Stadt grassiert die Blindheit, von heute auf morgen erblinden Menschen. Zusammengepfercht in einem Internierungslager will man die Ausbreitung der Seuche verhindern. Der erzählerische Kniff: Eine Frau auf der Station hat sich nur blind gestellt, und muss fortan für das Überleben in menschenunwürdigen Zuständen einiges aufgeben. Das Setting erinnert an Zombiefilme und ja eigentlich ist diese Endzeitvision der blanke Horror, aber der Horror ist ein zwischenmenschlicher. Bald vergisst die Außenwelt die Internierten, es kommen nur spärliche Essensrationen herein und eine Bande macht sich daran diese gegen Wertsachen, Geld und gegen Liebesdienste auszuteilen. Der Schmelztiegel eskaliert und die Befreiung naht. Es fragt sich nur, ob das Lager überhaupt von Nutzen war und wie die Welt hinter den Mauern aussieht? Julianna Moore spielt sich um Kopf und Kragen, wirkt nie blass, wie in ihren letzten Filmen. Der gesamte Cast ist lobenswert wie auch die Umsetzung der schwierigen literarischen Vorlage vollends gelungen scheint. Atmosphäre, Düsterheit, Grundfragen des Zusamenlebens und Horror des Alltags vermischen sich gekonnt zu einer Dystopie, die zwischen den Genres ein Mischung aus Kammerspiel, Actionhorror und Drama inszeniert. Absolute Empfehlung!

1 Punkte von Theodore Frankenstein:
Kleider machen Leute, sagt man. Bilder machen Filme, sagt man nicht. Da wird wohl was dran sein, dass sich manche Sprichwörter durchsetzen und manche gar nicht erst "geboren" werden. Die Stadt der Blinden wartet mit wundervollen Bildern und einigen überdurchschnittlichen Effekten auf. Das wars dann aber auch schon. Leider, muss man sagen. Was der Film dem Zuschauer bietet ist vorhersehbar, platt und das Gegenteil von sehenswert. Ab der Hälfte gibt man die Hoffnung auf, dass das kommt, worauf man die ganze Zeit gewartet hat: Spannung. Muss man nicht wirklich gesehen haben, das hier. Da gibts ähnliche Filme, die mehr können. Viel mehr sogar.

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