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Im Winter ein Jahr

USA, BRD 2008

DVD 123min

Standort

WestEnd Drama - deutsch

Sprachen
Deutsch   
Regie
Caroline Link
Drehbuch
Caroline Link
Kamera
Bella Halben
Musik
Niki Reiser
Produzent
Uschi Reich, Martin Moszkowicz
Literaturvorlage
Scott Campbell
Schauspiel
Corinna Harfouch, Karoline Herfurth, Hanns Zischler, Josef Bierbichler, Misel Maticevic, Franz Dinda, Hansa Czypionka, Matthias Kupfer, Thomas Schimon, Cyril Sjöström
Genre
Drama
Inhalt
Der Maler Max Hollander wird von der Kundin Eliane Richter beauftragt ein Bild ihrer beiden Kinder Lilli und Alexander zu malen. Die Schwierigkeit: Der 19 jährige Alexander ist erst kürzlich verstorben. Max macht sich an das Doppelportrait und befindet sich bald mitten in der Familiengeschichte wieder.

Kommentare

4 Punkte von Lars Tuncay:
Fast sieben Jahre Zeit hat sich Caroline Link gelassen, nach ihrem ueberraschenden Oscargewinn fuer "Nirgendwo in Afrika". In "Im Winter ein Jahr" erzaehlt sie von Verlust und dem Zerfall einer Familie. Bald jaehrt sich der Vorfall, der sie auseinanderriss. Als der Sohn den Freitod waehlte zerbrach die aeusserlich heile Fassade. Mutter Eliane (Corinna Harfouch) spielt das Geschehene immer noch als Jagdunfall herunter und Vater Thomas (Hanns Zischler) waehlt den Weg des Verdraengens, indem er sich in Arbeit verliert. Nur Tochter Lilli (Karoline Herfurth) stellt sich der Wahrheit und ist unfaehig damit umzugehen. Das stellt auch der Maler Max Hollander (Josef Bierbichler) fest. Er selbst hat einst einen guten Freund verloren und flieht ins Einsiedlerdasein. Eliane tritt an ihn heran mit der Aufgabe, die Geschwister auf einem Bild zu verewigen und so die Erinnerung aufrecht zu erhalten. Hierzu naehert sich Hollander Lilli, die einen Schutzwall aus Frust und Aggression um sich herum gebaut hat. Die beiden Einzelgaenger finden eine Ebene und helfen sich gegenseitig ueber den Verlust hinweg. Bereits in "Jenseits der Stille" sezierte Caroline Link meisterhaft labile Familienverhaeltnisse. Fuer ihr neues Werk hat sie sich eines Romans des Autors Scott Campbell angenommen. Lange rang sie mit amerikanischen Produzenten um die Finanzierung und verlegte die Geschichte kurzerhand nach Muenchen. Gut so, denn die exzellente Besetzung und das sterile Umfeld passen perfekt zum Grundton des Films. Trotzdem gelingt es der Regisseurin nicht, tiefer in die Motivationen der Figuren vorzudringen. Erst in der Beziehung zwischen Maler und Motiv verdichtet sich die Inszenierung und die lange aufgestauten Gefuehle brechen sich ihre Bahn. So wird aus "Im Winter ein Jahr" erst im letzten Drittel mehr, als nur ein weiterer Film ueber Verlust.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb