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Let's Make Money

Österreich 2008

DVD 107min

Standort

WestEnd Doku - Zeitgeschichte

Sprachen
Mehrsprachig   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Erwin Wagenhofer
Drehbuch
Erwin Wagenhofer
Kamera
Erwin Wagenhofer
Produzent
Helmut Grasser
Empfohlen von
Mitarbeiter
Genre
Dokumentation
Stichworte
Globalisierung

Kommentare

4 Punkte von Lars Tuncay:
Der Oesterreicher Erwin Wagenhofer versorgte uns bereits in "Wee feed the World" mit unbequemen Wahrheiten ueber die Nahrungsmittelindustrie. Nun hat er sich die wirtschaftlichen Abgruende dieser Welt vorgenommen. In "Let's make money" legt er die Verzweigungen weltweiter Finanzgeschaefte offen. In eingehender, jahrelanger Recherche stiess er so auf unglaubliche Machenschaften der Geldindustrie. Dabei dokumentierte er die Zahnraeder der Maechtigen ebenso, wie die Auswirkungen auf die Armen. So besuchte er eine Baumwollplantage in Afrika und sprach mit einem Entwicklungshelfer, der ihm das Leid der durch US-Subventionen hervorgerufenen Dumpingpreise klagte. Er zeigt die Armenviertel in Indien, die vom Outsourcing der Industrie in direktem Masse betroffen sind. Auf der anderen Seite begleitet er einen westlichen Funktionaer bei der Besichtigung einer neuen Fertigungshalle in Asien, spricht mit Wirtschaftsbossen ueber "Emerging Markets", wie die Entwicklungslaender verkaufstraechtig betitelt wurden, und entlockt ihnen schmerzhafte Wahrheiten. So wuerden einige Unternehmer zu Recht als "Heuschrecken" bezeichnet, ist ihre Vorgehensweise, ins Trudeln geratene Firmen aufzukaufen, auszuschlachten und dann den Woelfen zum Frass vorzuwerfen, doch der Vorgehensweise eines Schwarms nicht unaehnlich. Unfassbar wird es, als der ehemalige "Wirtschaftskiller" John Perkins zu Wort kommt und in einfachen Worten die Vorgehensweise der Regierung Bush offen legt, die u.a. zum Irakkrieg fuehrte. Schliesslich laesst Wagenhofer schlucken, wenn er die kilometerweiten Bauruinen an der spanischen Kueste zeigt, deren exorbitanten Hotelanlagen nichts weiter als leerstehende Investmentobjekte sind. Wagenhofer stellt sich selbst nie in den Vordergrund und berichtet distanziert. Dabei macht er es dem Zuschauer nicht einfach und der dankt es ihm. Mehr als 150.000 Besucher seines Erstlings beweisen dies. Sicherlich sind einige Tatsachen seines Berichts und die generelle Haltung, dass die Welt eine schlechte ist, nicht wirklich neu und mit fast zwei Stunden Laufzeit ist "Let's make Money" zudem schmerzhaft lang geworden. An seiner Wichtigkeit aendert das indess nichts.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb