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Slumdog Millionär
Slumdog Millionaire

Grossbritannien 2008

DVD 120min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Englisch, Hindi   
Regie
Danny Boyle, Loveleen Tandan
Drehbuch
Simon Beaufoy
Kamera
Anthony Dod Mantle
Musik
A.R. Rahman
Produzent
Christian Colson
Literaturvorlage
Vikas Swarup
Schnitt
Chris Dickens
Schauspiel
Dev Patel, Freida Pinto, Anil Kapoor, Tanay Chheda, Saurabh Shukla, Rajendranath Zutshi, Mahesh Manjrekar, Rubina Ali, Sanchita Choudhary, Mia Drake Inderbitzin, Ashutosh Lobo Gajiwala, David Gilliam, Azharuddin Mohammed Ismail, Ayush Mahesh Khedekar, Tanvi Ganesh Lonkar, Madhur Mittal, William Relton
Genre
Kriminalfilm, Drama, Liebesfilm

Kommentare

2 Punkte von Björn Siebert:
Film kann ja bekanntlich alles sein. Es gibt das Blockbuster-Kino (mann sollte es mal umbenennen in Blog-Buster-Kino), die Jungs machen kräftig kassen, ihre Filme sind nicht der Rede wert. Schlimmste Vertreter: James Cameron, Michael Bay und Ron Howard. Dann gibt es das Kunstkino, das angeblich "wahre" Kino, so anders wie nur möglich, oft schrecklich prätentiös, übelster Vertreter: Peter Greenaway. Dann das Indepententkino, hier trifft sich die Schnittmenge um a) nicht komplett der Volksverdummung zu erliegen oder b) nicht ständig Greenaway schauen zu müssen. Bedeutende Vertreter: Jim Jarmsch und Quentin Tarantino. Dann gibt es Europa ohne England (schön dort, Arthouse, Till Schweiger, Sch'tis, aber auch das Schwelgen in alten, besseren Zeiten: Stichwort Nouvelle Vague, Fassbinder). Dann gab es in Amerika immer auch die Grenzgänger. Dies waren oft die spannendsten Regisseure, keine Autorenfilmer und oft vom Publikum verschmäht, sie hatten wohl den schwersten Job, ihre Filme im Studiosystem vor der Ignoranz der Studiobosse zu schützen. Hier könnte man Samuel Fuller, William Friedkin, Anthony Mann, oder auch (nur anders) Douglas Sirk oder Nicholas Ray nennen. Und Danny Boyle? 3 Kassenhits, Slumdog, 28 Days und Trainspotting, dazu versuchte Hits wie The Beach und Sunshine. Ja warum verkleidet er seinen Mainstream-Kram in einem Independentmantel? Weil er klug ist, ja sogar hinterhältig: So holt er sich 1224 Oscars und noch dick Kohle am Schalter ab. Daß der Film natürlich absoluter Blödsinn ist (eine Zeitung schrieb mal treffend von Armutsporno), fällt nun wirklich auf den ersten Blick auf. Ist aber nicht wichtig! Genausowenig wie Können! Danny Boyle bei Slumdog Millionär Stil zu unterstellen ist echt absurd, dieser neumodische und knallbunte Digitalkram ist einfach nur eins: Modern. So war das auch bei der Inszenierung und Bildgestaltung von "28 Days later" und "Trainspotting" und vor allem beim Mega-Schwachsinn "Lebe lieber ungewöhnlich". Oft ergibt das in der Summe einen recht beachtlichen Film. Boyle hat sich damit seine eigene Niesche geschaffen: Den pseudo-unabhängigen-modernen-erzählkino-Blockbuster. Dafür braucht er nicht mal mehr bekannten Schauspieler. Irgendwie finde ich das recht beachtlich und es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass Boyle darin der absolute Meister ist. "28 Days Later" von einem nicht Genre-Filmer? "Trainspotting" von einem Nicht-Drogenabhängigen? Slumdog-Millionär von einem Nicht-Inder? Der Mann kann einen zur Weissglut bringen und Slumdog Millionär ist so gesehen sein Meisterwerk! Und wer glaubt, Boyles Film kam unangekündigt aus dem Nichts, der solle sich mal seine bisherigen Werke genauer anschauen. Oft lag er knapp daneben (wie mit The Beach, Lebe lieber ungewöhnlich und Sunshine), aber den Erfolg, den hat er immer versucht so gut wie möglich zu berechnen. Ein Chamäleon ist der Mann und sicher mittlerweile einer der reichsten Filmemacher Englands. Jetzt könnte er eigentlich mal mit Filmemachen loslegen...

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