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Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt
L'instinct de mort

Frankreich, Kanada 2008

DVD 109min

Standort

WestEnd Gangsterfilm

Sprachen
Deutsch, Französisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Jean-François Richet
Drehbuch
Abdel Raouf Dafri, Jean-François Richet
Kamera
Robert Gantz
Musik
Marcus Trumpp
Produzent
Thomas Langmann
Literaturvorlage
Jacques Mesrine
Schnitt
Hervé Schneid
Schauspiel
Gérard Depardieu, Vincent Cassel, Gilles Lellouche, Ludivine Sagnier, Michel Duchaussoy, Elena Anaya, Frankie Pain, Leïla Bekhti, Affif Ben Badra, Cecile De France, Myriam Boyer, Deano Clavet, Abdelhafid Metalsi, Gilbert Sicotte, Jean-Claude Leguay, Florence Thomassin, Roy Dupuis, Manuela Gourary
Empfohlen von
Martin, Mitarbeiter
Genre
Thriller, Gangsterfilm, Action
Stichworte
Biografie
Inhalt
Nach traumatischen Erlebnissen in Algerien kehrt der junge Soldat Jacques Mesrine (Vincent Cassel) nach Frankreich zurück. Seine Versuche, sich in einer kleinbürgerlichen Existenz einzurichten, scheitern kläglich. Aber bald etabliert er sich als ebenso entschlossener wie skrupelloser Gangster in der Pariser Unterwelt. Nach mehreren Morden flieht er nach Kanada, um seinem Handwerk wieder ungestörter nachgehen zu können. Erster Teil des biographischen Diptychons über den berühmtesten Verbrecher Frankreichs: Spektakuläres, knochenhartes Action-Kino mit einem phantastischen Hauptdarsteller.

Kommentare

4 Punkte von Inti:
Reichlich abgefeierter erster Teil eines Gangster-Epos in der Tradition eines Scorcese oder Coppola, das den Vergleich mit den Giganten nicht zu scheuen braucht. Cassel mimt den vom Algerienkrieg traumatisierten rücksichtlosen Bankräuber und Entführer Mesrine mit Bravour. Eigentlich geht es ihm nur ums reich werden und seine Kontakte in Rotlicht- und Spielermilieu bringen ihn schnell in die Nähe von Gangsterboss Guido (Depardieu als Marlon Brando, der einen fetten Gangsterboss spielt). Nach einigen kleineren Aufträgen und dem Scheitern seiner normal "bürgerlichen" Karriere mit Familie und Job, steigt er mit Partnerin Jeanne aus und sie müssen schließlich nach Kanada fliehen. Dort versuchen sie bei einem Millionär als Chauffeur und Dienstmädchen anzuheuern. Der will die beiden bald wieder loswerden, woraufhin sie ihn festsetzen und erpressen. Eine spektakuläre Jagd beginnt und Mesrines öffentliche Popularität steigert sich enorm, sehr zum Verdruss der Obrigkeit. Nach seiner Festnahme landet er im Hochsicherheitsgefängnis und wird mittels grausamer Folterungen gebrochen. Sein Plan zielt schließlich auf den Ausbruch aus dem scharf bewachten Trakt... Wie Mesrine ist auch der Zuschauer ein Gehetzter, im Minutentakt werden Jahre durchpflügt und übersprungen, die Ereignisse überschlagen sich - und dennoch bleibt die Figur (Regisseur Richet mahnt im Vorspann, dass man es mit Fiktion zu tun hat, die sich an der Biograhie orientiert) des Mesrine greifbar und bietet Ansätze zur Identifizierung, auch wenn man immer wieder von seiner Brutalität abgestoßen wird. Die Liebe zum Detail ist zudem auch nicht flöten gegangen und Cassel agiert großartig. Nur die Nebenfiguren bleiben blaß, Depardieu wirkt, wie erwähnt, eher wie ein Abziehbild eines Gangsterbosses, garniert das aber wenigstens mit ein wenig Ironie. Cecile de France aber lässt ihre Jeanne nur als verrucht-kühle Braut auftreten, was durch die fehlende Einführung und Kontextualisierung der Figur, dann zu einem kaum nachhaltigen Eindruck führt. Insgesamt aber ein cooler Streifen American-styled European Cinema, spannend, atemlos, brutal.

3 Punkte von Karla:
Der Film stellt das Leben des französischen Räubers Mesrine dar, der bis in die 70er Jahre hinein aktiv war. Zu Anfang gibt es eine gut gemachte Split-Screen-Sequenz, die nach einer Weile aber nervig wird. Und man bekommt kurz das dumpfe Gefühl, der Film soll eine Persiflage sein. Soll er aber wohl nicht. Schnell wird klar, dass Mesrine ein ganz übler Liebesknochen ist, Cassel macht das großartig, auch die fiesen Seiten des Mesrine spielt er erschreckend gut. Der Film fängt vielversprechend an, geht dann aber ins Abhaken der verschiedenen Lebensstationen über, Menschen und Schauplätze kommen und gehen einfach, das wird leider etwas öde und ich verspreche mir vom zweiten Teil keine große Besserung. Die Gefängnisepisode endet einfach unglaubhaft. Depardieu hält seine Knollennase auch mal ins Bild, da fragt man sich, ob Frankreich wirklich keinen anderen Schauspieler hat, der einen Paten verkörpern kann.

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