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Verblendung
Män som hatar kvinnor

Schweden 2009

DVD 147min

Standort

WestEnd Cops & Agenten

Sprachen
Deutsch, Schwedisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Niels Arden Oplev
Drehbuch
Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg
Kamera
Eric Kress, Marcos Engman
Musik
Jacob Groth
Produzent
Søren Stærmose
Literaturvorlage
Stieg Larsson
Schauspiel
Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre, Peter Andersson, Georgi Staykov, Björn Granath, Gunnel Lindblom, Jacob Ericksson, Ewa Fröling, Pale Olofsson, Mikael Rahm, Jan Mybrand, Barbro Enberg, Ingvar Hirdwall, Sven-Bertil Taube, Christian Fiedler, Stefan Sauk, Marika Lagercrantz
Empfohlen von
Martin, Mitarbeiter
Genre
Thriller, Drama, Kriminalfilm
Stichworte
Vergewaltigung
Inhalt
Ein Journalist lässt sich von einem mächtigen Industriepatriarchen anheuern, der das Mysterium um seine vor 40 Jahren verschwundenen Nichte gelöst haben möchte. Der Zufall führt ihn mit einer ihm sehr gegensätzlichen Hackerin zusammen, die mit der Welt auf Kriegsfuß steht, sich aber als unschätzbare Hilfe erweist, als er auf Nazi-Machenschaften, sexuellen Missbrauch und Inzest stößt... Gelungene Auftakt-Verfilmung der düsteren und abgründigen Bücher von Stieg Larsson.

Kommentare

4 Punkte von Lars Tuncay:
Dass die Schweden Meister der Spannung sind, dürfte nicht erst seit „Wallander“ bekannt sein. Vor allem auf dem Buchmarkt tummeln sich eine Vielzahl Serien fesselnder Literatur. Einer der erfolgreichsten Vertreter ist Stieg Larssons „Millennium“-Trilogie, die nun den Weg auf die große Leinwand fand. Protagonist in allen drei Teilen ist Mikael „Kalle“ Blomkvist, ein Politjournalist, der aufs Glatteis geführt wurde und seinen Schreibtisch bei der Tageszeitung „Millennium“ räumen musste. Durch den Skandal werden an unterschiedlichen Orten zwei Menschen auf ihn aufmerksam: der Großindustrielle Henrik Vanger, der Blomkvist einen Job anbietet, und die Hackerin Lisbeth Salander, von deren Existenz er noch nichts ahnt. Blomkvist reist in den frostigen Norden Schwedens, wo der Familienclan der Vangers seit Generationen auf einer abgeschiedenen Insel lebt. Der Auftraggeber Henrik möchte an seinem Lebensabend endlich das rätselhafte Verschwinden seiner Enkelin Harriet klären, das bereits viele Jahrzehnte zurückliegt. Sicher ist nur, dass jemand aus der Familie mit der Tat zu tun hat. Blomkvist macht sich auf die Suche nach längst verwischten Spuren und erfährt dabei unerwartet Hilfe aus der Ferne. Dreckig-düster ist die Welt aus Korruption, Mord und perversen Machtphantasien, die Stieg Larssen entwarf. Regisseur Niels Arden Oplev findet adäquate Bilder in Blau und Grau für seine Worte und verschont den Zuschauer dabei nicht. Unter der Oberfläche des Krimis schlägt das Herz eines Polit-Thrillers. „Verblendung“ bildet den Auftakt einer anspruchsvollen, schonungslosen Abrechnung mit der Gesellschaft die der engagierte Journalist und Autor Larssen kur vor seinem frühen Tod veröffentlichte. Teil zwei und drei sind bereits abgedreht und folgen 2010.

5 Punkte von Florian:
Verblendung - Diese etwas willkürlich gewählte Titel wird dem schwedischen Original (Männer, die Frauen hassen) nicht gerecht und führt zunächst die Erwartungen in die Irre. Aber das muss bei einem Film wie diesem nicht schlecht sein. Stieg Larsson hat die Geschichte im Mikael Blomquist, den Enthüllungsjournalisten ursprünglich auf 10 Teile angelegt, leider ist er nach dem dritten (vierter und fünfter Tiel liegen fragmentarisch vor) gestorben. Alles was uns am mainstream thriller so nervt (vorhersehbare Handlung, eindimensionale Figuren, Effekthascherei) könnt ihr hier getrost vergessen: Verblendung ist eine Geschichte, die so sperrig und selbstbewusst daher kommt, wie eine Rentierherde auf einer schwedischen Fernstraße: Auf einmal aus dem Nichts da und danach nicht mehr wegzudenken. Das Zentralgestirn ist jedoch die gleichermaßen irre wie geniale Lisbeth Salander, die unsere Empathie schnell an alle möglichen Grenzen bringt. Wunderbar besetzt verleiht sie dem Film (wie dem Buch) eine Einprägsamkeit, die seit den Zeiten des film noir eigentlich als ausgestorben gilt. Der Film ist nichts für schwache Nerven, insbesondere die Übergriffe auf die zarte und gleichzeitig faszinierend widerstandsfähige weibliche Hauptfigur bleiben lange auf der Netzhaut. "Verblendung" ist der erste von drei Teilen. Ihr werdet die Fortsetzungen herbeisehnen.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb