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Mercenario - Der Gefürchtete
Il mercenario / Die gefürchteten Zwei

Italien, Spanien 1968

DVD 102min

Standort

WestEnd DVD-Katalog/ Western

Sprachen
Deutsch, Englisch, Italienisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Sergio Corbucci
Drehbuch
Sergio Corbucci, Luciano Vincenzoni, Adriano Bolzoni, Sergio Spina
Kamera
Alejandro Ulloa
Musik
Ennio Morricone, Bruno Nicolai
Produzent
Alberto Grimaldi
Literaturvorlage
Franco Solinas
Schnitt
Eugenio Alabiso
Schauspiel
Franco Nero, Jack Palance, Tony Musante, Fernando Villena, Franco Ressel, Simón Arriaga, Lorenzo Robledo, Ángel Álvarez, Eduardo Fajardo, Raf Baldassarre, Giovanna Ralli, José Canalejas, Álvaro de Luna
Empfohlen von
Martin, Mitarbeiter
Genre
Komödie, Western

Kommentare

5 Punkte von Björn Siebert:
Was für ein unterschätzter Regisseur Sergio Corbucci doch ist. Der Film beginnt furios, in einer Stierkampf(Zirkus)-Arena. Eine Posse wird aufgeführt, mitten drin, der heruntergekommene Revolutionär Paco Roman. auf der Tribüne sitzt sein ehemaliger Kriegsbruder Sergei Kowalski, genannt der Pole, gespielt von Franco "Django" Nero. Seine Stimme ertönt im Off. "Hier bist du also Paco, besser ein Clown als tot". Es folgt ein gut gemachter Abenteuerwestern über die mexikanische Revolution. Damals 1968 war der Film sehr erfolgreich. Eigentlich war jeder Film in dieser Zeit über die mexikanische Revolution sehr erfolgreich. Heute interessiert sich dafür keiner mehr. Nicht für die Revolution und nicht für die Filme von Sergio Corbucci. Er ist trotzdem einer der besten Italo-Western-Regisseure neben Sergio Leone und Sergio Solima. Ohne den Vornamen Sergio ging in Italien bei Spielfilmen mit Gaul, Hut und Patronenhalfter anscheinend gar nichts. Eine Sache sollte man noch aus der Welt schaffen: Auch wenn Tony Musante nicht die selbe Ausstrahlung eines Tomas Milian hat, ist er sicher immer noch keine Fehlbesetzung, wie so oft behauptet wird. Irgendwann stehen sich die großen drei dann wieder in der Zirkusarena gegenüber. Jack Palance, Franco Nero und Tony Musante. Nero ist der Schiedsrichter, zwei Gewähre zwei Patronen und ein gnadenlos gut gelungener Score von Ennio Morricone. Oder ist dieses Stück doch von Bruno Nicolai? Egal, jeder der etwas für Szenen, untermalt mit der richtigen Musik, perfekt geschnitten und auf den Punkt inszeniert übrig hat, muss hier zwangsläufig auf die Knie gehen. Palance trägt einen perfekten Anzug, er ist nervös, die Hand zittert, eine Fliege kriecht über sein Sakko. Die dritte Glocke ertönt. Finale. Nur einer der zwei Streithähne wird überleben. Sie glauben sie kennen dies aus dutzenden Western? Sie haben sich geirrt. So etwas konnte eigentlich nur Sergio Leone inszenieren. Und Corbucci halt. Dieser wetterte auch gerne in Interviews gegen Italo-Western, "Italo-Western sind Schund", brüllt Sergio in die Kamera. Er trägt dabei Cowboystiefel und befindet sich auf der Veranda eines Saloons, also auf dem Set zu einem seiner berüchtigten Pferdeopern. Der Interviewer fragt, "was für einen Film er denn nun als nächsten machen wolle, wenn dies alles Schund sei". "Einen Western natürlich", antwortet dieser schroff und schaut den Interviewer an als hätte dieser absolut gar nichts verstanden. Er war infiziert, er hatte es im Blut, dieser andere Sergio.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb