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Das Weisse Band
The White Ribbon / Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte

Frankreich, Italien, Österreich, BRD 2009

DVD 138min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Michael Haneke
Drehbuch
Michael Haneke
Kamera
Christian Berger
Produzent
Stefan Arndt, Veit Heiduschka, Andrea Occhipinti, Margaret Ménégoz, Michael Katz
Schnitt
Monika Willi
Schauspiel
Ulrich Tukur, Steffi Kühnert, Susanne Lothar, Burghart Klaußner, Josef Bierbichler, Michael Kranz, Christian Friedel, Leonie Benesch
Empfohlen von
Miriam, Mitarbeiter
Genre
Drama

Kommentare

5 Punkte von Lars Tuncay:
Das Landleben in der preußischen Provinz um 1912 ist hart und entbehrungsreich. Die Einwohner eines kleinen Dorfes sind von Zwietracht und Misstrauen beherrscht. Hinter den Fensterläden der Bauernhäuser herrscht Härte und Züchtigung unter der vor allem die Kinder zu leiden haben. Schweigend nehmen sie ihr Schicksal hin und tragen ihrerseits die Gewalt nach außen. Der Dorflehrer steht ahnungslos inmitten all dessen und dient als Chronist der beunruhigenden Ereignisse, die sich über den Zeitraum eines Jahres hinweg zuspitzen. Es beginnt mit dem Reitunfall des Arztes, hervorgerufen durch ein gespanntes Drahtseil. Die Ermittlungen laufen ins Leere und werden vom Tod einer Arbeiterin überschattet, die durch die Dielen brach. Der Unmut dem Gutsherrn gegenüber schwelt und droht sich zu entladen. Währenddessen häufen sich die Angriffe auf scheinbar unschuldige Mitglieder der Gemeinschaft. Gewalt war schon immer das Thema der Filme Michael Hanekes. Hier konzentriert er sich auf ihre Entstehung und untersucht die Wurzeln des Faschismus am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Generation der Gezüchtigten wird einige Jahrzehnte später den Sadismus der Alten weiter tragen. Haneke schildert die Ereignisse mit der von ihm gewohnten nüchternen Intensität, verzichtet aber zugunsten der Spannung auf eine explizite Darstellung der Gräueltaten. Stattdessen legt er verstärkte Sorgfalt auf ein Höchstmaß an Authentizität.. Selten war eine vergangene Zeit so spürbar, wie beim Betrachten der im kunstvollen Schwarzweiß gehaltenen, digital gefilmten Bilder. Ein würdiger Vertreter im Rennen um den Auslandsoscar.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb