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Frankreich, Belgien, Schweiz 2008

DVD 93min

Standort

WestEnd Drama - Europa & Welt

Sprachen
Deutsch, Französisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Ursula Meier
Drehbuch
Gilles Taurand, Antoine Jaccoud, Ursula Meier, Raphaëlle Valbrune, Olivier Lorelle
Kamera
Agnès Godard
Produzent
Denis Freyd, Denis Delcampe, Thierry Spicher, Elena Tatti
Schnitt
François Gédigier, Nelly Quettier, Susana Rossberg
Schauspiel
Isabelle Huppert, Olivier Gourmet, Adélaïde Leroux, Kacey Mottet Klein, Virgil Berset, Madeleine Budd, Nicolas Del Sordo, Ivailo Ivanov, Renaud Rivier, Kilian Torrent
Empfohlen von
Maria, Mitarbeiter
Genre
Drama
Stichworte
Familie
Inhalt
Eine Familie lebt an einem stillgelegten Abschnitt der Autobahn, der nie in Betrieb ging. Als eines Tages doch die Autos zu rollen beginnen, ist es mit der familiären Idylle vorbei. Ein Nervenkrieg für alle Beteiligten beginnt. Zivilisationskritik mit glänzender Besetzung.

Kommentare

5 Punkte von Lars Tuncay:
Ein Bollwerk aus Beton steht am Rande einer Autobahn, die nie ihren Zweck erfüllen durfte, die Menschen in Windeseile von A nach B zu befördern. Wie eine Festung gegen den Fortschritt erhebt sich das schmucklose Haus. Papa baut am Pool, Mutti hängt die Wäsche auf und die Kinder aalen in der Sonne oder toben auf dem Asphalt. Zehn Jahre ging das gut, doch jeder Traum hat irgendwann ein Ende. Als die Bauarbeiter kommen und die Fahrbahn neu asphaltieren, kündigt das den Untergang eines Traums von Freiheit an. Es dauert nicht lang und die erste Blechkiste rast vorbei an den Unverbesserlichen, die bis zuletzt nicht an das Unausweichliche glauben wollen. Doch das Autobahnradio verkündet die Zukunft und die bedeutet für die einen ein Ersparnis von einer Stunde Arbeitsweg und für die anderen den Untergang des familiären Glücks – auch wenn die sich mit Oropax und Zement dagegen wehren. Fast wie ein Relikt aus dem ökologischen Aufklärungskino der frühen Achtziger wirkt das Langfilmdebüt der Schweizerin Ursula Meier. Sowohl die Klamotten, als auch die Innenarchitektur wirken ebenso aus einer anderen Zeit stammend wie die Ideale der Protagonisten. Ihr Kampf gegen den Fortschritt wurde schon vor Jahrzehnten von Atomgegnern und Friedensmarschiern verloren. Das sich ihre Figuren dennoch nicht der Lächerlichkeit preisgeben, verdankt die Regisseurin ihren Darstellern, allen voran Isabelle Huppert als entkräftete Mutter zwischen Beschützungstrieb und Nervenzusammenbruch. Ein Meisterwerk voller Symbolik beschwört „Home“ das Zuhause als Mittelpunkt des familiären Lebens und erreicht auf vielerlei Ebenen mehr, als es Reden und Transparente vermögen.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb