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Only God Forgives

 2012

DVD, BLU 90min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
DVD:, Deutsch, Englisch, Thai   BLU:, Deutsch, Englisch, Thai   
Untertitel
DVD:, Deutsch   BLU:, Deutsch   
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Regie
Nicolas Winding Refn
Drehbuch
Nicolas Winding Refn
Kamera
Larry Smith
Musik
Cliff Martinez
Produzent
Ryan Gosling, Sidonie Dumas, Vincent Maraval, Lene Børglum
Schnitt
Matthew Newman
Schauspiel
Ryan Gosling, Kristin Scott Thomas, Gordon Brown, Vithaya Pansringarm, Oak Keerati
Genre
Thriller, Drama
Stichworte
Verbrechen, Drogen, Brüder, Rache, Eltern/Kinder, Boxen
Inhalt
Die ungleichen Brüder Julian und Billy leben in Bangkoks Rotlichtviertel inmitten von Luxus, Sex, Sünde und Verbrechen. Dreh- und Angelpunkt für ihre illegalen Geschäfte ist ihr Kickbox-Club. Der unbarmherzige Kopf des Familienkartells ist jedoch ihre unnahbare, schöne und erbarmungslose Mutter Crystal. Als Billy eine Frau tötet, sorgt ein selbsternannter Racheengel auf seine ganz eigene Art für Gerechtigkeit und Billy bezahlt seine Tat mit dem Leben. Die trauernde Crystal sinnt auf Rache und schickt Julian auf eine blutige Jagd nach Vergeltung durch Bangkoks Unterwelt.(p)

Kommentare

4 Punkte von Björn Siebert:
Das ist er, der Film, der 2013 die kontroversesten Diskussionen in Intellektuellenkneipen ausgelöst hat. Ist er gewaltverherrlichend, ist er pathetisch, ist er ohne Bedeutungsebene, ist er ein Kinogeschwür? Refn hat es geschafft und sein Publikum schon wieder nachhaltig verstört. Nach Drive, den Film auf den sich 2011/2012 alle einigen konnten nun die noch sperrigere Variation von Männerkino. Ein Torso von einem Film, nihilistisch, gedanklich entschlackt und dann wieder mit der vollkommenen Überdosis Chick, was Ausstattung, Licht- und Kameraführung angeht. Ähnlich war ja eigentlich schon "Walhalla Rising", für mich neben Bronson, Refns bester Film. Also warum die Aufregung? Zu viel Gewalt? Ja, und sie unterhält nicht so gut wie es Tarantinos inhaltsleeren Mainstreamopern tun. Was heisst das jetzt, zu viel Gewalt für ein Hollywood-Film? Klar, das südkoreanische und thailändische Kino, das Refn hier ausdrücklich zur Vorlage nimmt, kann das schon lange. Irgendwie hat man den Verdacht, Refn wollte seinem neu gewonnen Mainstreampublikum gleich mal den Stinkefinger zeigen, und bei den Hippstern, die "Drive" zu eben diesem Konsensfilm machten, einen Test ihrer Sehgewohnheiten durchführen. Ich selbst für meinen Teil fand den Film extrem berauschend würde mir aber auch wünschen, Refn würde nicht nur "Scheiss-Egal-Filme" drehen sondern, was Inhalt und Story angeht, endlich dazulernen. Bis dahin muss man sich mit Blicke auf wahnsinnige Filmlocations, mit tollen Setbauten und überzeugender Farbdramaturgie begnügen. Immer noch spannender als Tarantinos letzten 4 Filme und all die unnötigen Comic- und Actionfilme die in Amerika anno 2013 gedreht wurden. Demnach ist an Only God Forgives rumzunörgeln Jammern auf hohem Niveau. Mit "The Neon Demon" (2016) sollte Refn sich weiter treu bleiben und Gewalt, Oberflächenchic und Rudimente einer Kinoerzählung zu einem visuellen Bilderrausch vereinen, was in Cannes wieder einmal zu Applaus und Aufschrei gleichzeitig führte. Mangelnde Konsequenz kann man dem in Kopenhagen geborenen, hochbegabten Dänen also nicht vorwerfen.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb