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Coming out

DDR 1989

DVD 108min

Standort

WestEnd Liebesfilm-deutsch

Sprachen
Deutsch   
Untertitel
Englisch   
Regie
Heiner Carow
Drehbuch
Erika Richter, Wolfram Witt
Kamera
Martin Schlesinger
Musik
Stefan Carow
Schauspiel
Michael Gwisdek, Dagmar Manzel, Gudrun Okras, Pierre Sanoussi-Bliss, Matthias Freihof, Gertraud Kreissig, Dirk Kummer, Charlotte Von Mahlsdorf
Awards
Berlinale: Silberner Bär
Teddy: Bester Spielfilm
Empfohlen von
Lindhorst, Mitarbeiter
Genre
Liebesfilm, Queer Cinema
Stichworte
Schwules Kino
Inhalt
Philipp und Tanja arbeiten als Lehrer an derselben Schule. Beide üben ihre Arbeit mit großer Freude aus und versuchen, nicht nur stur einen Lehrplan durchzusetzen, sondern das Vertrauen ihrer Schüler zu gewinnen, um mit ihnen über die sie bedrängenden Probleme zu sprechen. Diese identische Auffassung vom Beruf führt Tanja und Philipp zusammen, und vor allem Tanja ist es, die in dem Freund die Liebe ihres Lebens sieht. Philipp fühlt sich durchaus zu ihr hingezogen, aber als er durch einen Jugendfreund an eine frühere erotische Bindung erinnert wird, begreift er seine Homosexualität, die er nur über Jahre verdrängt hatte. Einfühlsam gestalteter Film über die Konflikte eines jungen Lehrers, der sich mit seiner verdrängten Homosexualität konfrontiert sieht. Vom Regisseur des DDR-Kultklassikers "Die Legende von Paul und Paula".

Kommentare

5 Punkte von Raban:
Philipp Klarmann sieht – entgegen seines Namens – alles andere als klar, als er im Faschingstrubel unversehens in die Ostberliner Szenekneipe „Burgfrieden“ gerät und dort auf Matthias trifft, der in ihm lange verdrängte Sehnsüchte wachruft. Seine Freundin und Kollegin – hervorragend gespielt von Dagmar Manzel - , die von ihm ein Kind erwartet, bleibt wütend und enttäuscht zurück, doch auch Matthias, verkörpert von Dirk Kummer, hat Philipp unwiederbringlich verloren. Philipp irrt durch die Nächte und zittert bei der Erkenntnis: „Ich bin Lehrer und ich bin gerne Lehrer – Lehrer und schwul – weißt du, was das heißt?“, doch Karl – ein alter Schwuler, der die NS-Diktatur überlebt hat, widerspricht ihm, aber er resümiert...“Wir haben die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen abgeschafft und heute ist es scheißegal, ob einer neben dir Ausländer oder sonst was ist – nur die Schwulen, die haben wir vergessen.“ „Coming out“ erzählt nicht nur vom langen Weg zu sich selbst und ist nicht einfach der erste und zugleich letzte Film der DEFA, der das Thema Homosexualität überhaupt aufgreift, er ist ein Zeitdokument, das auch von Ausländerfeindlichkeit und neofaschistischen Tendenzen in der DDR nicht schweigt – ein mutiger Film, der am 9. November 1989 in die Kinos kam, als ein ganzes Land sein „Coming out“ erlebte.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb