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Bread and Roses

Frankreich, Grossbritannien, Spanien, Schweiz, BRD 2000

DVD 110min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Regie
Ken Loach
Drehbuch
Paul Laverty
Kamera
Barry Ackroyd
Musik
George Fenton
Produzent
Rebecca O'Brien
Schauspiel
Adrien Brody, Jack McGee, Elpidia Carrillo, Frankie Davila, Pilar Padilla, Monica Rivas
Genre
Drama
Stichworte
Milieudrama
Inhalt
An der US-Westküste angesiedeltes Sozialdrama.

Kommentare

5 Punkte von anonym:
Schweren Herzens lässt Maya ihre Großmutter in Cuernavaca (Mexiko) zurück, um illegal in die USA zu gehen. Nach einigen Querelen kommt sie in Los Angeles an, wo seit langem ihre ältere Schwester Rosa lebt. Energisch und entschlossen gibt Maya einen ersten Job als Kellnerin in einer Nachtbar auf und bekommt einen neuen, als Rosa, die in einer Reinigungsfirma arbeitet, sie ihrem Chef vorstellt. Als Putzfrau findet sich Maya inmitten einer Armee von Angestellten aller Nationalitäten wieder, die in der Nacht in den Offices von L.A. arbeiten. Im Gegensatz zu Rosa kann sie nicht akzeptieren, sich zu unterwerfen. Mit der Handkamera erzählt und mit zwei großartigen mexikanischen Schauspielerinnen bestückt, widmet sich "Bread and Roses" eindringlich einem brennend aktuellem Thema von internationaler Tragweite. Das mitreißende USA-Debüt von Ken Loach ("Land and Freedom") zeigt, dass sein Ansatz des "social realism" und die seinem Werk eigene Kraft von universeller Geltung ist. (Text: Verleih: Neue Visionen) gesehen von Robert M. auf dem Hamburger Filmfest 2000: Wischmopp-Lohndumping-Arbeitskampf zwischen Traumgehalts-Staranwälten. Als die multinationale Putztruppe mit triumphierenden Staubsaugern und wedelnden Putztüchern die Anwalts-Cocktail-Party sprengt, sprang auch beim "drögen" Hamburger Filmfestpublikum der Funke über. Der Film handelt wieder von Loachs Hauptthema (so alt ist der noch gar nicht): soziale Gerechtigkeit. Gewerkschaftsarbeit in Zeiten unendlicher Globalisierung klingt etwas altbacken und aufgewärmt, ist es aber gar nicht. Auch in Deutschland putz so manche "polnische Putzfrau" für 11,00 DM/Stunde und weniger. Ausgespart wird auch nicht, was jeder hierzulande mit Gewerkschaftsarbeit als erstes in Verbindung bringt und befürchtet: endlos lange Diskussionen, Gewerkschaftsfeste als Rituale, auf denen linke Solidarität vorwiegend mit "leeren" Parolen gefüllt werden. Und das dicke Ende! Alle Helden sind keine, gestern mittellos, heute gewerkschaftlich vereint, morgen zuerst an sich denkend ... . Der Slogan "Brot und Rosen" tauchte zum ersten Mal 1912 auf, als in Lawrence, Massachusetts, Tausende von Migranten, die meisten davon Frauen, für bessere Bezahlung auf die Straße gingen. Anfang der 90er-Jahre wurde er in der Gewerkschaftskampagne "Justice for Janitors" in Los Angeles wieder ausgegraben. Und 2000 von Loach in der deutsch/spanischen/britischen Koproduktion durchaus ansehnlich in Amerika bebildert. Alles in Allem: Politkino, das einen gelegentlich mit Gefühlen überrumpelt und vor sich selbst erschrecken lässt, sehr sehenswert! Ein bisschen zum Weinen, ein bisschen zum Nachdenken, ein bisschen zum Lachen.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb