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Aguirre, der Zorn Gottes

BRD 1972

DVD 91min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch   
Regie
Werner Herzog
Drehbuch
Werner Herzog
Kamera
Thomas Mauch
Musik
Popol Vuh
Produzent
Werner Herzog
Schauspiel
Klaus Kinski, Peter Berling, Daniel Ades, Justo González, Ruy Guerra, Armando Polanah, Alejandro Repulles, Cecilia Rivera, Helena Rojo, Edward Roland
Empfohlen von
Inga, skies&clouds, Mitarbeiter
Genre
Abenteuerfilm, Drama
Inhalt
Faszinierende Abenteuergeschichte aus den peruanischen Anden und dem Amazonasgebiet vom Conquistador Lope de Aguirre und seinem Gefolge, die sich auf der Suche nach dem sagenhaften El Dorado verzehren und im Urwald verschwinden. Der Film begründete auch im Ausland den Ruf des deutschen Regisseurs, der hier seine Zusammenarbeit mit Klaus Kinski begann.

Kommentare

5 Punkte von anonym:
In einer Expedition spanischer Eroberer in das Innere Südamerikas übernimt Aguirre das Kommando über die zunehmend schrumpfende Mannschaft. Auf einem Floß dahintreibend, glaubt er sich El Dorado nahe, wo er mit seiner Tochter ein neues, reines Herrschergeschlecht gründen will. Während bereits die Anfangsszene - der Abstieg von Machu Picchu - atemberaubend ist, ist das Ende, als Klaus Kinski auf dem ruhigen Fluß vor dem Scheitern seiner Wahnideen die Augen verschließt, verstörend intensiv.

5 Punkte von Georg:
Traumpaar Werner Herzog-Klaus Kinski veranstaltet ein Survival-Abenteuer im peruanischen Dschungel und verfilmt gleichzeitig noch die Geschichte von einem durchgeknallten spanischen Konquistador, der im Dschungel nach der sagenhaften Goldstadt El Dorado sucht und, sich maßlos verschätzend, am Ende im Fieberwahn allein auf dem Fluß treibt. Ein Film, der Angst macht, wenn man sich auf ihn einläßt. Das liegt nicht nur an Kinski, der mit seiner exaltierten Darstellung den ausweglosen Wahnsinn des Spaniers spürbar macht, sondern auch an Werner Herzog, der mit dieser eigenen Mischung aus Dokumentation, Theaterspiel und Autorenfilm uns zeigt, was Film sein kann. Eine Kampfansage der 70er an die computergenerierten Filmschauplätze des 21.Jahrhunderts!

3 Punkte von kersten:
Bevor Ihr Euch diesen Film anschaut, solltet Ihr Euch die Zeit nehmen und „Mein liebster Feind“, ebenfalls von Werner Herzog, ansehen. Darin schildert Herzog in beeindruckender Weise, wie er bei fünf seiner Filme mit Klaus Kinski zusammenarbeitete. Zugleich zeichnet er dabei ein Psychogramm dieses „wahnsinnig“ guten Schauspielers und – so schließt sich der Kreis – erzählt, welcher Mühen es bedurfte, diesen ersten Film mit Kinski zu erstellen. Mit diesem Wissen ausgestattet fiebert man richtig mit, wenn Kinski ins Bild kommt, und zieht den Hut vor dem, was Herzog geleistet haben muss, um diesen Film zu erstellen. Ohne diesen Hintergrund könnte der Film schnell an Fahrt verlieren, ähnlich den Protagonisten, die – sobald sie den reißenden Gebirgsabschnitt des Flusses hinter sich gebracht haben – im immer träger werdenden Flusslauf zunehmend vor sich hin dümpeln. Einzig die Unberechenbarkeit Kinski verleiht dem Film bis zum Ende Spannung, da man nie weiß, was aus diesem Energiepaket plötzlich noch herausplatzt. Dieser Film ist in jedem Fall ein guter Appetizer für die übrigen vier Herzog-Filme mit Kinski.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb