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Diebe der Nacht
Les Voleurs

Frankreich 1996

DVD 117min

Standort

WestEnd Gangsterfilm

Sprachen
Deutsch, Französisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
André Téchiné
Drehbuch
Gilles Taurand, André Téchiné
Kamera
Jeanne Lapoirie
Musik
Philippe Sarde
Produzent
Alain Sarde
Schauspiel
Catherine Deneuve, Daniel Auteuil, Benoit Magimel, Laurence Côte, Fabienne Babe, Didier Bezace
Empfohlen von
Mitarbeiter
Genre
Liebesfilm, Kriminalfilm, Queer Cinema
Stichworte
Lesbisches Kino
Inhalt
Ein Trio (ein frustrierter Polizist, eine Philosophieprofessorin und eine Kleptomanin) im Strudel der Gefühle.

Kommentare

5 Punkte von Björn Siebert:
André Téchiné dreht Kino-Filme seit 1975. Kaum einer außerhalb Frankreiches schaut sich seine Filme an. Der deutsche DVD-Markt macht auch einen weiten Bogen um ihn. Die meisten Kinogänger kennen wohl nur seinen damals zu recht gefeierten Halb-Skandal "Wilde Herzen". Die meisten Kritiker halten diesen auch für seinen besten FIlm. Ich tendiere eher zu "Diebe der Nacht". Kein Paris-Film sondern wie "Der Uhrmacher von St. Paul" ein Lyon-Film. Ein französisches Sozial-Drama, ein Familienportrait am Abgrund, eine große Erzählung, nur ihn zum saudämlichen Queer-Kino zu zählen wäre fatal. Hier geht es nicht um bestimmte Konstellationen, sondern um leidenschaftslose und leidenschaftliche Verbindungen, um Korruption, um Persönlichkeitsstörungen und um das spielen mit Gefühlen.Téchiné umkreist seine Gestalten. Zeitsprünge vor und zurück im Ablauf der Geschichte zerbrechen die Chronologie, und zerteilen den Ablauf des Geschehens in selbstständige Kapitel. Man denkt dabei an einen literarischen Film, doch das täuscht, ist er nicht eher ein Film wie eine große Oper? Eine der schönsten Szenen spielt in der Oper, die Vermutung liegt nahe, dass das nicht zufällig so ist. Auch das Stimmengewirr am Anfang läßt an ein Orchester denken das vor dem Beginn probt. Die Geschichte im Plural macht die Ränder der Erzählung zum geheimen Zentrum und die Bewegungen in Raum und Zeit zur Funktion von Beziehungen und Abhängigkeiten, von Rede und Gegenrede, ja Rede und Gegenrede, wie bei einer Opernaufführung. Doch woran sich "Diebe der Nacht" nun genau orientiert ist letztendlich auch egal. Das Ergbnis ist ein so bezaubernder und gelungener Film, der mit Catherine Deneuve, Daniel Auteuil und Benoit Magimel großartig besetzt ist und wahrhaftig fast alles überstrahlt (mit Ausnahme von Leos Carax "Die Liebenden von Pont-Neuf) was in den 90ern aus Frankreich an Kinoproduktionen realisiert wurden. Wenn "Die Liebenden von Pont-Neuf" das Pariser-Meisterwerk der 90er ist, dann ist "Diebe der Nacht" sein dezentralisiertes Gegenstück.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb