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Solaris (2002)

USA 2002

DVD 94min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Englisch, Spanisch   
Untertitel
Deutsch, Englisch, Spanisch   
Regie
Steven Soderbergh
Drehbuch
Steven Soderbergh, Stanislaw Lem
Kamera
Steven Soderbergh
Musik
Cliff Martinez
Produzent
James Cameron, Jon Landau, Rae Sanchini
Schauspiel
George Clooney, Ulrich Tukur, Viola Davis, Jeremy Davies, Natascha McElhone
Genre
Thriller, Science-Fiction
Stichworte
Remake, Weltraum
Inhalt
Psychedelische Love-Story in den Weiten des Alls: Natürlich nicht unumstrittenes Remake der berühmten Stanislaw-Lem-Verfilmung von Andrej Tarkowskij.

Kommentare

1 Punkte von Eike:
Technisch ausgereiftes, aber flaches und dummes Remake von Tarkowskijs Solaris-Verfilmung auf der Grundlage des gleichnamigen Romans von Stanislaw Lem. Während sich Tarkowskijs Verfilmung durch dichte, umfassende Dialoge über relevante Themen der Erkenntnistheorie, Wissenschaftsphilosophie, Menschsein und Metaphysik auszeichnet, beeindruckt Soderbergh mit flachen, oberflächlichen Charakterdarstellungen, Fantasielosigkeit und Unstimmigkeiten des plots und der scenery. (unübersichtlich blinkende Displays ohne erkennbare ergonomische Anordnung, Notstarts, die minutenlang vorbereitet werden müssen...) Auch die üblichen pseudowissenschaftlichen Erklärungen (Anti-Higgs-Bosonen-Feld) und computeranimierte Planetenoberflächen á la 'Wing Commander' bleiben dem Zuschauer nicht erspart. Im Gegensatz zu Soderberghs Version gelingt es Tarkowskij auf beeindruckende Weise mit einfachen Mitteln Widersprüche und Entwicklung der Protagonisten menschlich nachvollziehbar ins Bild zu setzen und den Zuschauer zum eigenen Nachdenken anzuregen. Im Audio-Kommentar (DVD) zu Solaris meint Soderbergh, er hätte einen emotionalen Film drehen wollen. Doch außer hollywoodesken Gefühlsausbrüchen bleibt die eigentliche Motivation der Charaktere im Dunkeln. Das Ende des Filmes ist vorhersehbar, wurde aber von vielen Zuschauern nicht verstanden.

3 Punkte von Tromaville:
Die von Soderbergh geschaffenen Bilder bringen das Original technisch auf den neuesten Stand. Dennoch ist das Remake nicht mehr als eine bloße Aktualisierung. Die Rückblenden auf der Erde bringt mehr Klarheit in das Gefühlsleben des geplagten Psychologen. Die Motive aller Figuren sind insgesamt besser zu verstehen als in der ersten Verfilmung. Der Soundtrack ist auch ganz gut gewählt. Mein Fazit: das Original ist trotzalledem besser...

4 Punkte von the viewer:
Bei Amateur- bzw. Profi-Kritiker(inne)n fällt Soderberghs "Solaris"-Verfilmung meist durch. Dies liegt wohl in erster Linie daran, dass sie als Remake des Tarkowskij-Filmes gesehen wird. Dies ist allerdings nicht so. Es ist eine Verfilmung und Interpretation des Buches, die, ebenso wie Tarkowskijs Film (der dafür auch von S. Lem kritisiert wurde), weit vom eigentlichen Anliegen des Autors entfernt ist. Für einen Hollywood-Film hat er allerdings ein überdurchschnittliches Niveau. Die kühl-technische Ästhetik in der Raumstation und das chronisches Regenwetter auf der Erde verleihen dem Film eine bedrückende, aber nicht negative Stimmung. Vielleicht lädt er auch dazu ein, sich mehr mit der Psyche des Menschen zu beschäftigen (Der Film geht mehr als die Tarkowskij-Verfilmung auf den beruflichen Background des Hauptprotagonisten als Psychologe ein.).

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb