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Vertigo - Aus dem Reich der Toten
Vertigo

USA 1958

DVD 128min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch   
Untertitel
Englisch, Französisch, Niederländisch, Polnisch, Tschechisch, Portugiesisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Slowenisch   
Regie
Alfred Hitchcock
Drehbuch
Samuel A. Taylor, Alec Coppel
Kamera
Robert Burks
Musik
Bernard Herrmann
Produzent
Alfred Hitchcock, James C. Katz
Literaturvorlage
Pierre Boileau, Thomas Narcejac
Cameo
Alfred Hitchcock
Schauspiel
James Stewart, Henry Jones, Tom Helmore, Kim Novak, Barbara Bel Geddes
Empfohlen von
Miriam, Mitarbeiter
Genre
Thriller, Kriminalfilm
Inhalt
Ein wegen seiner Höhenangst pensionierter Kriminalbeamter erhält den Auftrag, eine Frau zu überwachen. Hilflos muß er mit ansehen, wie sie anscheinend Selbstmord begeht, indem sie von einem hohen Turm springt. Eines Tages trifft er eine Frau, die ihr verblüffend ähnelt. Einer der faszinierendsten Hitchcock-Thriller mit legendären Szenen und Motiven, die seither immer wieder imitiert wurden.

Kommentare

5 Punkte von Jones:
"Die Handlung von Hitchcocks Filmen ist wie ein Raum, dessen Wände mit Spiegeln bedeckt sind. Wie man von einem Spiegel immer wieder in einen anderen, durch eine Ebene hindurch immer noch auf eine andere sieht, so setzen sich die Handlungsmotive der Hitchcockfilme in immer wieder noch einer Schicht fort." (Helmut Färber) Das ist besonders augenfällig in "Vertigo": Der Film beginnt mit Details von Kim Novaks Mund. Ein Schwenk auf ihre Augen und ein Zoom auf ihr rechtes Auge folgen. Woraus dann geometrische, sich unablässig um sich selbst drehende Formen entstehen: Kreise, Ellipsen, Rauten, Fantasiegebilde, mal mit dickem, mal mit dünnem Strich gezeichnet. Die Kamera nimmt die rotierende Bewegung auf in Bildern und Erzählung und wir kreisen immer tiefer in den Strudel der Geschichten, der Blicke, der Schuld und der Angst. Im Mittelpunkt steht ein pensionierter Kriminalbeamter, der seinen Abschied nimmt, nachdem er wegen Höhenangst bei einer Verfolgungsjagd über den Dächern San Fransiscos versagt hat. Sein Kollege stürzt in den Tod. Kurze Zeit später wird er von einem Freund gebeten, dessen Frau vor sich selbst zu schützen, sie hege Selbstmordabsichten. Im Lauf der Ereignisse verliebt er sich in diese Frau, die wie in Trance durch ihr Leben zu gehen scheint. Als sie das erste Mal in Gefahr gerät – sie springt in die Fransisco Bay – rettet er sie. Als sie das zweite Mal in Gefahr ist – sie besteigt den engen hohen Turm eines spanischen Klosters – versagt er, aufgrund seiner Höhenangst. Danach verfällt er in tiefste Depressionen. Wie z.B. in „Psycho“ scheint auch hier in Filmmitte Schluß zu sein. Doch wir drehen uns weiter, die Figuren drehen sich weiter und wie im Spiegel, scheint sich alles noch einmal zu wiederholen. Eines Tages begegnet er einer anderen Frau, einer Brünetten, die „seiner“ Madeleine ähnelt. Sofort geht er daran, ihre Zuneigung zu erringen, um sie nach und nach seinem Traumbild anzugleichen. Der jeweilige Affektzustand einer Person reguliert seinen Blick auf die Welt und lässt ihn ein jeweils anderes Gesicht der Dinge entdecken. Die Intimität der Blicke zwischen dem immer besessener seiner Liebe verfallenden Detektiv und der selbst im grauen Kostüm kräftig-erotischen, dennoch sich stets entziehenden weiblichen Hauptfigur führt immer tiefer in den Strudel der Verborgenen Welt.

5 Punkte von Lars:
Besonders hervorzuheben in diesem Meisterwerk des Verwirrspiels sind die in reichlicher Anzahl vorkommenden technischen und stilistischen Besonderheiten. Vor allem der nach diesem Film benannte "Vertigo-Effekt" ist ein Meilenstein der Filmgeschichte. Er erzeugt hier die Höhenangst unseres Protagonisten John, indem die Kamera bei gleichzeitigem Zoom der Optik vom Bildobjekt nach hinten weg bewegt wird - Atemberaubend! Auch Hitchcocks optische Täuschung sei hervorgehoben. Man achte darauf, als John im zweiten Teil des Filmes im Restaurant der "Doppelgängerin" begegnet. Hitchcock lässt uns teilhaben an Johns Verwirrung indem er uns in der ersten Kameraeinstellung seine geliebte Madeleine Elster erkennen lässt, in der zweiten Einstellung eine uns unbekannte Person vor Augen führt. Auch die bewusst inszenierte Zweiteilung des Films ist ein cineastisches Highlight. Wenngleich nahezu alle Filme des einzigartigen Hitchcock filmische Meisterwerke sind, ist dieser in dieser Reihe dennoch hervorzuheben.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb