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Irreversible
Irreversibel

Frankreich 2002

DVD 95min

Standort

WestEnd DVD-Katalog/ Drama

Sprachen
Deutsch, Französisch   
Untertitel
Deutsch   
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Regie
Gaspar Noe
Drehbuch
Gaspar Noe
Kamera
Benoît Debie, Gaspar Noe
Musik
Thomas Bangalter
Produzent
Christophe Rossignon, Gaspar Noe
Schauspiel
Vincent Cassel, Monica Bellucci, Philippe Nahon, Albert Dupontel, Gaspar Noe, Jo Prestia, Michel Gondoin, Mourad Khima, Jean-Louis Costes, Stéphane Drouot
Empfohlen von
Mitarbeiter
Genre
Drama
Stichworte
Vergewaltigung, Milieudrama
Inhalt
Originell und konsequent gestaltete, rückwärts erzählte, aber auch unerträgliche und schonungslose Geschichte einer Vergewaltigung. Skandal/Diskussionsstoff in Cannes 2002.

Kommentare

5 Punkte von Leif Magne Tangen:
Gaspar Noe is really doing it in this film, the longest rape scene ever, namedropping of the main sponsor, music by Daft Punk and the ending poetically orchestraed by Beethoven. Not to mentioned all the Stanley Kubric references he was able to put into the film (did you see the 2001 poster?). No, it is clearly that this is telling us to learn to submit sexualy to the dominator (when do we stop beeing afraid to be raped? 18 - 20) and I do believe that more women then men understands this film.

4 Punkte von Crust:
Auf radikalste Art und Weise lässt uns Gaspar Noe ("Seul contre tous") in seiner von vorne bis hinten umgekehrt erzählten Geschichte Augenzeuge von zwei der brutalsten Gewalttaten werden, die je die Dunkelheit von Kinosälen erblickt haben. Durch die Kompromisslosigkeit dieses Werks entsteht ein absolut unentfliehbarer Zwang, sich mit dem Gesehenen, der Gewalt, auseinanderzusetzen, was man dem Film zugute halten muss. Man sollte jedoch, und das ist mein bitterster Ernst, im Vorfeld wirklich in sich gehen, ob man sich eine solche Grenzerfahrung, wie "Irreversible" sie ist, zumuten kann. Selten war Gewalt auf der Leinwand realer, greifbarer, schlimmer, fühlbarer, verletzender.

5 Punkte von Lars Tuncay:
Zu Beginn flimmert der Abspann rückwärts über die Leinwand, beginnt zu wanken und die Kamera taumelt in ein schmutziges Viertel von Paris, wo gerade ein Mann auf einer Trage aus einem Club gerollt wird. Dieser Mann ist Marcus (Vincent Cassel). Er und Pierre (Albert Dupontel) stürmten kurz zuvor in die Schwulendisco, um einen Mann namens Tenia ausfindig zu machen. Sie finden ihn und als er Marcus angreift, schlägt Pierre ihm mit einem Feuerlöscher den Schädel ein. Langsam entrollen sich vor uns die vorherigen Ereignisse, die sie zu dieser Tat getrieben haben. Lange hat der Verleih gezögert, den skandalträchtigen Film in die deutschen Kinos zu bringen. In umgedrehter chronologischer Reihenfolge schwankt die Handkamera von Szene zu Szene, bis wir Zeuge der Vergewaltigung von Marcus Frau Alex (Monica Bellucci) werden, die dem Zuschauer kaum ein Detail erspart und sich über schwer verdauliche neun Minuten hinzieht. Die explizite Gewaltdarstellung und der selbst für einen französischen Film offene Umgang mit Nacktheit sorgten in Cannes 2002 für einen Aufschrei unter den Zuschauern. Aber nur durch die gezeigte Härte werden die Reaktionen der Protagonisten verständlich. Filmisch sind die ersten fünfzehn Minuten – ähnlich wie bei Noés Erstling „Seule contre tous“, wo der Regisseur sensiblen Zuschauern eine Viertelstunde vor Schluss sogar die Möglichkeit offeriert, das Kino zu verlassen – des in fünfzehn Szenen und hauptsächlich improvisierten Dialogen erzählten Films ein einziger Härtetest. Fast schwerelos experimentell und von einem bedrohlichen Dröhnen untermalt, werden wir in die Geschichte geschleudert und erst ab dem dramatischen Wendepunkt kommt der Film zur Ruhe. Noés Werk erinnert dabei sehr an Kubricks „Uhrwerk Orange“, dem er nicht nur mit der Musik Beethovens Tribut zollt. Noch mehr als bei Kubricks Filmen sind auch Noés Bilder nur einem abgehärteten Publikum zu empfehlen, das weiß, worauf es sich einlässt. Dafür wird es mit einer ehrlichen, intimen Darstellung der Charaktere (besonders das reale Paar Bellucci/Cassel gibt sich jede Blöße) und künstlerisch brillianten Geschichte belohnt, die höchst philosophisch und filmisch aufregend erzählt mit einem Kunstgriff endet – oder eigentlich beginnt.

3 Punkte von Till Megerle:
Ok,ok; Noe ist ein bemerkenswerter Filmemacher und einige Szenen in Irreversible sind wirklich gut (z.B. das Gespräch in der U-Bahn). Aber der gesamte Film ist aus einer mit unerträglichen bohemisch-existienzialistischen Haltung heraus gedreht: "Le temps detruit tout", Zitat am Anfang des Films; was zur Hölle hat diese ach so philosophische Binsenweisheit mit dem Rest des Filmes zu tun?! So erscheint der ganze Film einfach furchtbar hochtrabend und überambitioniert.Bei all dem heiligen Ernst, den der Film vom Betrachter einfordert hat man irendwann einfach keinen Bock mehr.Diese Franzosen...

2 Punkte von T- Bone Steak:
Ja, da kann ich dem Typen hier vor mir (Till) nur beipflichten. Eine filmische Angeberei. Eine schick verpackte Platitüde. Eine "Wir- trauen- uns- mal- was- Session." Und irgendwie dann doch eine Filmmucke vor allem für Spanner. Das DVD- Cover ist da durchaus verräterisch. Monicas praller Arsch, so verlockend...Gedenk der suggerierten Filmambitionen und des behaupteten Tiefgangs, wird´s da fast schon etwas schmierig.

1 Punkte von deborah:
ein freund von mir hat mal gesagt: "es gibt schon schon so viel echte gewalt auf dieser welt, da muss ich mir nicht noch künstlich erzeugte an schauen." recht hat er. ich habe nach 15 minuten ausgemacht.

5 Punkte von Björn Siebert:
Manchmal haben es große Filme nicht einfach: Wegen der schonungslosen Gewalt wurde er zum Skandalfilm (später Klatschten dann wahrscheinlich die selben Typen über postmoderne Gewaltorgien Marke Tarantino) und außerdem sei das wegen seiner Struktur sowieso Besserwisserkino. Klar, Noe strotzt vor Selbstvertrauen, so wie Friedkin und Coppola ebenfalls Arschlöcher in ihren Blütezeiten waren, aber der Mann hat Respekt verdient. Seine Struktur ist die einzige Konsequenz die Memento noch nicht einlösen konnte. Der Film beginnt also mit einem gewalttätigen Ende, dass wir ertragen müssen und endet mit dem miesesten Happy-End seit Jahren. Das Happy End ist der reinste Liebeskitsch und verkehrt sich durch das Ende, das uns am Anfang serviert wurde zu etwas vollkommen "Bitterem". Lars T. schreibt in diesem Filmforum, dass der Film mit einem Kunstgriff endet, oder eigentlich beginnt. Das ist es, obwohl dieser Kunstgriff doch eigentlich nur gewöhnliches Kino ist. Das ist die eigentliche Sensation. Man will es nicht wahrhaben haben der Film sitzt bemerkenswert fest auf seinem hohen Roß, sägen bringt da meiner Meinung nach gar nichts.

3 Punkte von MBac:
Irreversible ist ein Film der mich nun schon einige Zeit beschäftigt. Ich habe ihn vier mal gesehen, und kann immer noch nicht sagen ob er gut ist oder schlecht. Noch weniger möchte ich ihn jemandem empfehlen, noch davon abraten ihn zu sehen. Auf eine seltsame Art und Weise steht dieser Film deshalb auf Platz 1 meiner persönlichen Hitliste der "besonderen Filme". Er ist einzigartig.

4 Punkte von Caro Lin:
Schockierend und doch faszinierend zugleich. Einer der Filme, die mich im Nachhinein am meisten beschäftigt und emotional bewegt haben. Filmtechnisch absolut einzigartig. Schon die Idee den Film umgekehrt darzustellen macht ihn einzigartig. Der Film ist sehr realitätsnah und daher nichts für schwache Nerven. Besonders die Vergewaltigungsszene wirkt durch die Aufnahme aus nur einer Perspektive sehr real. Die Brutalität, die Noe in diesem Werk so unverblümt zeigt, war mir persönlich etwas zu extrem. Nicht realitätsfern, nein im Gegenteil. Aber ich weiss nicht, ob ich es gut finden soll, dass solche Szenen so detailliert gezeigt werden. Ich würde allgemein niemandem raten, den Film allein zu schauen.

2 Punkte von krystoff:
beim ersten mal schauen war ich ja noch irgendwie beeindruckt, nicht zuletzt durch die schonungslose Konfrontation mit eigenen unbewussten Perversionen. Jahre spaeter find ich ihn einfach nur schlecht, denn ausser Monica Bellucci hat er nur platte Dialoge u sinnlose Gewalt zu bieten.

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