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About Schmidt

USA 2003

DVD 120min

Standort

WestEnd Komödie - Hollywood

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch, Englisch   
Regie
Alexander Payne
Drehbuch
Alexander Payne, Jim Taylor
Kamera
James Glennon
Musik
Rolfe Kent
Produzent
Michael Besman, Harry Gittes
Literaturvorlage
Louis Begley
Stimme
Angela Lansbury
Schauspiel
Jack Nicholson, Kathy Bates, Hope Davis, Dermot Mulroney, Phil Reeves, Connie Ray, Howard Hesseman, Len Cariou, June Squibb
Empfohlen von
Mitarbeiter
Genre
Drama, Komödie
Stichworte
Alter/Lebensabend, Einsamkeit, Eltern/Kinder
Inhalt
Phänomenale Darstellung Jack Nicholsons als verwitweter, grantelnder Pensionär, der die Hochzeit seiner Tochter verhindern will. Bewegend-komisches Roadmovie.

Kommentare

4 Punkte von anonym:
Der Film geht unter die Haut. Irdenwie bitter und doch kann man sich das Lachen nicht verkeifen. Eine Geschichte über die Relalität des Lebensabends, Warren Schmidts (ein einfach genialer Jack Nickolson) Lebensabend. Unfreiwillig wird Schmidt mit seinen Lebenslügen konfrontiert und versucht zu retten, was zu retten ist - das Leben, oder besser das Glück seiner Tochter. Das tragische an dem Film ist, dass Warren eigentlich keine wirklich falschen Entscheidungen in seinem Leben getroffen hat. Er führte ein ganz normales Leben und steht am Ende nur mit faden Erinnerungen und der eiskalten Erkenntnis da, dass sein Leben schlichtweg unbedeutent war. Ein guter Film, manchmal etwas zu verbittert. Mein persönliches Highlight: Die Briefe an Ndugu. Auf jeden Fall sehenswert.

4 Punkte von Eike:
[authentisches Sozial-Drama] Es ist Warren R. Schmidts letzter Arbeitstag bei einem mittelständischen Versicherungsunternehmen. Nach einem ereignislosen Tag endet Schmidts durchschnittliche Karriere - wie immer - um Punkt fünf Uhr. Abends erträgt er die Lobreden seiner Freunde und Arbeitskollegen, um sich dann unauffällig zurückziehen zu können. Als Rentner weiß Schmidt mit seiner Zeit nichts anzufangen. Im Bademantel vor dem Fernseher sitzend versucht er der Langeweile Herr zu werden. Der plötzliche Tod seiner Frau, die ihm fremd geworden war, verdeutlicht ihm die Sinnlosigkeit seines bisherigen Lebens. Alles was ihm bleibt ist seine Tochter, die möglichst wenig mit ihrem Vater, der als geizig und eigensinnig bekannt ist, zu tun haben möchte. Obwohl er die Hochzeit Jeannies mit dem 'Einfaltspinsel' Randall verhindern möchte, bringt Schmidt nicht den Mut auf, die Erwartungen der Feiernden in seine Rolle als Vater der Braut zu enttäuschen. Sehr einfühlsam beschreibt Payne Eigenschaften und Umfeld des amerikanischen Durchschnittsbürgers, sowohl der gewöhnlich Gewöhnlichen, wie auch der ungewöhnlich Gewöhnlichen, ohne die dargestellten Personen menschlich bloß zu stellen. Schmidt, der von Jack Nicholson überzeugend und vielschichtig dargestellt wird, lebt sein Leben, als waere es nicht sein eigenes. Als Ottonormalverbraucher weiß Schmidt, der als Statistiker arbeitete, welche Vorstellungen, als gut und normal, als allgemein anerkannt und moralisch richtig gelten. Wer er selbst ist beginnt Schmidt zu ahnen, als er nach seiner Odyssee durch den amerikanischen Alltag zuhause angekommen ein Bild seines afrikanischen Patenkindes Ndugu betrachtet.

5 Punkte von Lars Tuncay:
Warren Schmidt (Jack Nicholson) steht vor den Trümmern seiner gescheiterten Existenz. Seine Tochter soll einen Versager heiraten, seinen letzten Arbeitstag bei einer Versicherungsagentur verbringt er apathisch in seinem bereits leergeräumten Büro und die Feier seiner Pensionierung bringt er in aller Höflichkeit hinter sich und lässt auch die aufgesetzte Rede seines jungen Nachfolgers über sich ergehen. Als dann aber seine Frau stirbt bricht für den Sechzigjährigen endgültig die Welt zusammen. Hilflos und allein übernimmt er eine Patenschaft in Tansania und schreibt seine Gedanken und Gefühle in Briefen an den Sechsjährigen. Kurz darauf beginnt eine Odyssee mit dem Campingwagen zu seiner Tochter und der schrägen Familie seines zukünftigen Schwiegersohns. Ausnahmsweise darf man bei einer deutschen Titelübersetzung mal zustimmend mit dem Kopf nicken. Denn Nicholson ist wahrlich Schmidt – mit Leib und Seele. Das feine amerikanischen Kleinod „About Schmidt“ von Regisseur Alexander Payne („Election“) beweißt erneut die Wandlungsfähighkeit des Mimen. Der still leidende, grauhärige Schmidt macht nicht viele Worte. Alleine sein Minenspiel verrät, was in dem tragischen Held vor sich geht. Doch nicht nur Nicholsons soeben mit dem Golden Globe ausgezeichnetes Spiel ist oscarreif. Das ebenfalls von Payne gemeinsam mit seinem Freund Jim Taylor verfasste Drehbuch glänzt durch eine alltägliche realitätsnahe Geschichte und feine Charakterzeichnung, ohne dabei an zahlreichen skurrile Situationen zu sparen. Die hervorragenden Leistungen der Nebendarsteller – allen voran Kathy Bates als Oberhaupt der Proletenfamilie des Schwiegersohns – runden das Gesamtkunstwerk ab, das aber vor allem auf der Schauspielkunst Nicholsons beruht, der hier nach „The Pledge“ erneut beweisst, dass er einer der Größten im Schauspielfach ist.

4 Punkte von debby:
okay - wem die zwei rezensionen davor auch zu lang waren, hier meine in aller kürze. die meisten leute haben irgendwann nach der quarterlifecisis das gefühl zu wissen, wo sie hinwollen. schlimm wirds, wenn die rente kommt, und man darüber verzweifelt, was denn nun aus den träumen und plänen geworden ist. dann noch was reißen zu wollen, ist nicht einfach. aber es ist ein vergnügen, jack nicholson dabei zuzugucken. wer kann so schön zutiefst zerstört in die kamera gucken? nur er. kleiner tip: wer mal einem deutschen rentner dabei zugucken will, sollte sich "schultze gets the blues" ausleihen. viel spaß beim altwerden!

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb