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Chaplin

USA, Frankreich, Grossbritannien 1992

DVD 138min

Standort

WestEnd DVD-Katalog/ Drama

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch, Englisch, Türkisch   
Regie
Richard Attenborough
Drehbuch
William Goldman, Bryan Forbes, William Boyd
Kamera
Sven Nykvist
Musik
Ludwig van Beethoven, John Barry, Horst Wessel
Produzent
Richard Attenborough, Mario Kassar
Schauspiel
Robert Downey Jr., Anthony Hopkins, Marisa Tomei, Dan Aykroyd, Milla Jovovich, Kevin Kline, Geraldine Chaplin, Adolf Hitler, Moira Kelly, Paulette Goddard, Paul Rhys
Awards
BAFTA: Bester Hauptdarsteller für Robert Downey Jr.
Empfohlen von
Martin, Mitarbeiter
Genre
Drama
Stichworte
Biografie
Inhalt
Exzellent gespielter Eilmarsch durch das bewegte Leben des genialen Komikers und Regisseurs Charlie Chaplin, teilweise nach dessen Autobiographie.

Kommentare

1 Punkte von Björn Siebert:
Ein ärgerlicher Film, ein "Biopic" wie man es kennt und hassen gelernt hat. Die Stationen aus Chaplins Leben, alle einschneidende Erlebnisse, alle Frauenaffären, alle Skandale, alle wichtigen Randnotizen (außer dem legendären Zusammentreffen zwischen Chaplin und Buster Keaton für Chaplins Limelight) werden hier abgehandelt und versprechen damit das Leben von Chaplin gehörig erklärt zu haben. Alles was unklar bleiben könnte, wird von der fiktiven Rolle Hopkins (Spielt den Verleger von Chaplins Autobiografie) hinterfragt, richtig blöd, nach dem Motto: "Du Charles ich verstehe gar nicht warum du nicht mehr über deine Mutter schreibst, war sie nicht irre? Erklär mir das mal" Wir verstehen alles, aber verstehen auch gar nichts, dem Mythos Chaplins kommt man so überhaupt nicht auf die Schliche. Schlimm ist auch Downey Jr, der hier leider viele berühmte Sequenzen aus Chaplinfilmen nachspielen muss, und dabei scheitert. Des weiteren ist zu bilanzieren, dass Downey Jr alle Alter Chaplins spielen muss, was beim 80-jährigen wie eine billige Schminkattrappe rüberkommt, neben Hopkins, der "echt alt" ist, ist das wirklich zu lächerlich. Chaplin sieht aus wie eine Mumie. Oder wie Großvater aus dem Texas-Chainsaw-Massacre, das war aber ein B-Film, da machten die Schichten von Schminke noch Sinn. Chaplin ist ein wichtigtuerisches Schauspielvehikel, ein mieser Auftragsfilm direkt für die Oscarverleihungen, die Amerika so liebt, weil diese Art Filme Hollywoods Glanz zum Inhalt hat und für eine ganze eitle Industrie zusätzliche Werbung bedeutet. Dass das mit Chaplins Leben gar nichts zu tun hat, ist dabei nebensächlich. In Hollywood verselbständigen sich ständig Totenkult, Starruhm und Einspielergebnisse zu solchen Filmen. Besser man ist dabei, so wie die ganzen Stars, die hier den Film bevölkern und ihn doch nur zur eigenen Projektionsfläche umbauen. Chaplin hätte diesen Film gehasst.

4 Punkte von DasNetzInDir:
Dieser Film hätte Chaplin mit Sicherheit gefallen, um den 1 Sterne Vergeber, gleich zu Anfang zu wiedersprechen, denn der Film gibt sich ganz und gar nicht damit zufrieden lediglich die Erfolge Chaplins Revue passieren zu lassen und mit ein bisschen Tamtam aufzuwärmen. NEIN, in diesem Top und passend besezten Werk wird mit jeder Episode die Dramatik der Zeit deutlich und mündet gegen Ende des Filmes in Chaplins Selbstkritischer Aussage, das er doch gern etwas tiefgreifenderes in den Menschen verändert hätte, so wie es verlaufen ist aber lediglich dafür gesorgt hatt, dass sich Menschen amüsieren. Ein, weil auf Chaplins eigenen Niederschriften beuhendes,sehr authentisches Stück Zeitgeschichte, mit sehr interessanten Details, des ersten innovativen WeltStars der Filmgeschichte.

3 Punkte von Stefan Senf:
Zweifellos weit davon entfernt, Attenboroughs bester Film zu sein, hat der Streifen die harte Wertung von oben denn doch nicht verdient. Insbesondere nicht Robert Downey jr., der keineswegs an der Darstellung Chaplins scheitert, sondern sie im Gegenteil meisterhaft bewältigt - seine Leistung ist sogar der Hauptgrund, sich diesen Film anzusehen (dass man ihm in der deutschen Fassung eine katastrophal daneben besetzte Stimme verpasst hat, ist ja nicht seine Schuld). Berechtigt ist die Kritik an der misslungenen Maske des alten Chaplin - angeblich war ursprünglich Tony Curtis für diesen Part vorgesehen; ein seltsamer, aber reizvoller Gedanke, in jedem Fall wäre sein Aussehen überzeugender gewesen. Ansonsten regiert solides, aber uninspiriertes Handwerk den Film. Am bezeichnendsten ist wahrscheinlich die Musik von John Barry - schön und romantisch, aber weit davon entfernt, originell zu sein. Aber - und das ist nicht unwichtig - sein Stil ist unverkennbar (das ist nicht das Schlechteste) und - was mich wirklich überraschte - passt erstaunlich gut zu Chaplin; mit der ihr eigenen Melancholie und Dramatik (auch Chaplins Eigenkompositionen waren ja keineswegs "komische" Filmmusiken, sondern betonten eher die dramatische Seite) hätte er sogar die originalen Chaplin-Filme vertonen können - man muss jedenfalls ein Kenner sein, um zu unterscheiden, welche Musiken in diesem Film von Barry und welche von Chaplin sind. Und als letztes sei noch gesagt, dass Chaplins Autobiographie erhebliche Lücken aufweist und bei Lichte betrachtet weder aufschlussreich noch originell geschrieben ist - so trifft Attenboroughs Werk interessanterweise durchaus den richtigen Ton, wenn wohl auch eher unbeabsichtigt. Nein, ein Meisterwerk ist "Chaplin" nicht und seiner Beteiligten nicht würdig, aber darum ist er nicht schlecht. Und man sollte ihn doch zumindest einmal gesehen haben - sei es auch nur wegen Robert Downey jr.

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