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Eine wahre Geschichte - The Straight Story
The Straight Story

USA 1999

DVD 111min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
David Lynch
Drehbuch
Mary Sweeney, John Roach
Kamera
Freddie Francis
Musik
Angelo Badalamenti
Produzent
Mary Sweeney, Neal Edelstein
Schnitt
Mary Sweeney
Schauspiel
Harry Dean Stanton, Sissy Spacek, Jack Walsh, Richard Farnsworth, Everett McGill, John Lordan, Barbara E. Robertson, Joseph A. Carpenter, Jane Galloway Heitz, Donald Wiegert
Awards
Independent Spirit: Bester Schauspieler für Richard Farnsworth
Empfohlen von
Miriam, Mitarbeiter
Stichworte
Alter/Lebensabend, Roadmovie
Inhalt
Die wahre Odyssee eines 73-jährigen auf seinem Rasenmäher auf dem Weg zu seinem Bruder. Schönes, poetisch-skurriles Roadmovie, für Regisseur David Lynch ("Eraserhead","Blue Velvet" etc.) eher ungewöhnliches Terrain.

Kommentare

4 Punkte von Tino:
Alvin Straight ist 73 und mit seinem Bruder sehr verstritten. Die beiden haben sich viele Jahre nicht gesehen. Alvin wohnt mit seiner Tochter irgendwo in Iowa. Alvin weiß, das er nicht mehr lange Zeit hat und beschließt zu seinem Bruder ins über 500 km entfernte Wisconsin zu fahren - mit einem Rasenmäher. Was dann folgt ist ein bewegendes, ruhiges aber auch lustiges Roadmovie, was so gar nicht in die Filmographie von David Lynch zu passen scheint. Die langsame Reisegeschwindigkeit lässt Alvin viele Bekanntschaften schließen, Naturschauspiele erleben und vor allen Dingen viel Zeit, um für sich einige Dinge abschließend zu klären. Jeder von uns wird halt irgendwann einmal Bilanz ziehen und schauen wie hoch die Rechnung wird. Alvin Straight musste 500 km auf einem Rasenmäher bezahlen, bevor er im Alter von 76 Jahren verstorben ist.

4 Punkte von Eike:
'The Straight Story' erzählt die Geschichte des Alvin Straight, der sich mit 73 Jahren auf den Weg ins benachbarte Wisconson macht, um Frieden mit seinem kranken Bruder Lyle zu schliessen, den er, seit einem Streit vor 10 Jahren nicht gesehen hat. Lynch gelingt es ohne aufgesetzten Pathos und filmische Tricks dem Zuschauer das Leben der Menschen im Mittleren Westens der U.S.A. näherzubringen, so dieser bereit ist deren Geschichten unvoreingenommen zuzuhören (Hintergrundgeräusche!). Der Rhythmus des Films orientiert sich an der Geschwindigkeit der abgebildeten Prozesse, wie der fortschreitenden Blattfärbung, den Erntemaschinen auf den 'corn fields' und dem Fortbewegungsmittel Straights: einem Rasenmäher. Gleichzeitig werden innere Vorgänge angedeutet: die Psychologie des Alterns, die Familie, Erinnerung und Vergebung. Dabei erzählt Lynch diese wahre Begebenheit ohne Ausschweifungen ('straight') und doch so plastisch, daß ich den 'Indian Summer', die Vegetation und die Gewitterluft zu riechen glaubte. Leider lassen sich die deutschen Untertitel in der englischsprachigen Fassung nicht abschalten (DVD). Der Detailreichtum der Aufnahmen, speziell des Nachthimmels und der Kulturlandschaften kommt im Fernsehformat nicht zur Geltung.

5 Punkte von freundeskreis:
Ein Wahnsinnsfilm. Vielleicht nicht gerade wenn man kurz vor dem Einschlafen ist, doch die Geschichte des alten Eigenbrödlers Alvin Straight ist auch ohne viele Worte ein Meisterwerk filmischen Schaffens. Auf dem Weg zu seinem Bruder durchfährt Alvin die weiten des großen Amerikas auf seinem Rasenmäher mit Hänger. Er lernt viele interessante Menschen auf seinem Weg kennen und der Film gibt ein Abbild der amerikanischen Gesellschaft wieder. Wenn er so allein im strömenden Regen einen Unterschlupf sucht, und man ihn dann zufrieden daher schauen sieht als er im trockenen ist, dann schafft es dieser Roadmovie einem das Herz zu erweichen!

5 Punkte von Liv:
Schöner Film - richtig schöner Film. Da haben meine Tanzmäuse eine Polka aufgeführt. Die leisen Töne des Films erzählen überzeugend von Menschlichkeit und Fremdenfreundlichkeit, von der Kraft der Familie und dem Schmerz der Vergangenheit. David Lynch beweist einmal mehr seine Fähigkeit als Visionär, indem er die für ihn untypische Geschichte in eine stringente Ästhetik verpackt, deren grazile Schönheit von bleibender Bedeutung ist. Jaja, der Lynch ist schon ein richtig Guter. Und jetzt gehe ich, meine Tanzmäuse erschießen.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb