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Freakstars 3000

BRD 2003

DVD 75min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch   
Untertitel
Englisch   
Regie
Christoph Schlingensief
Drehbuch
Christoph Schlingensief
Kamera
Dirk Heuer, Meika Dresenkamp
Produzent
Frieder Schlaich
Schauspiel
Christoph Schlingensief, Irm Hermann, Susanne Bredehöft, Brigitte Kausch, Werner Brecht, Ilse Garzaner, Mario Garzaner, Horst Gelonneck, Kerstin Graßmann
Empfohlen von
Mitarbeiter
Genre
Experimental- & Kurzfilm
Stichworte
Satire, Showbiz
Inhalt
In der Castingshow Freak Stars 3000, die, nach einer Idee Schlingensiefs, ganz nah am Vorbild „Popstars“ gebaut war, versammelten sich einige (im Neudeutschen heißt das jetzt:) „Gehandicapte“, zum Teil schon länger mit ihm befreundete und auch an älteren Projekten maßgeblich beteiligte geistig oder körperlich Behinderte, um Freak Stars zu werden. Was Schlingensief hier anzettelt, ist natürlich klar: Er ersetzt die Elite der singenden, tanzenden und weinen könnenden Model-Teenies durch menschliche Wesen, die medial weitgehend tabuisiert sind, weil sie nicht so sind - und noch schlimmer sogar -, weil sie nicht so werden können, wie man eben sein muss in unserer Arbeits-(Star-)welt: Jung, wendig, flexibel, angepasst.

Kommentare

4 Punkte von Tino:
Freak Stars 3000 ist die Antwort Schlingensiefs auf Superstars. Er castet dabei geistig Behinderte und formt eine Band, die von der Dokumentation bis zur großen Premiere in der Volksbühne begleitet wird. Am Anfang dachte ich verdammt,das kann der doch nicht machen, die armen Behinderten hier so vorzuführen. Doch nach einer Weile führt Schlingensief einem vor Augen, wie vorurteilsbelastet man ist. Freak Stars 3000 ist horizonterweiternd und sehenswert.

5 Punkte von the von Stücks:
Schlingensief castet eine Band, die zuletzt aus so einzigartigen, liebenswerten und leidenschaftlichen Menschen besteht, das sie die Idee der geklonten Musikschönchen vollkommen ad absurdum führt. In Anlehnung an diverse himmelschreiende TV- Formate, die fließbandreproduzierte Massenware coacht, bis der Erkennungswert des Individuums wegrationalisiert ist, agieren in Freakstars 3000 sogenannte Behinderte, die in der medialen Landschaft höchstens in "Habt alle Mitleid"- Dokumentationen des ZDF ein Forum bekommen. Man fragt sich, wem eigentlich das Prädikat des "Gestörten" tatsächlich gebührt- den außergewöhnlichen "Freaks", die außerhalb des gesellschaftlichen Konsens von Normalität stehen, oder eben den überzüchteten, leeren Hüllen der konventionellen Ordnung.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb