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Mein Leben ohne mich
My Life Without Me / Mi vida sin mí

Kanada 2002

DVD 101min

Standort

WestEnd DVD-Katalog/ Drama

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch, Englisch   
Regie
Isabel Coixet
Drehbuch
Isabel Coixet
Kamera
Jean-Claude Larrieu
Musik
Alfonso Vilallonga
Produzent
Agustín Almodóvar, Pedro Almodovar, Esther García, Michel Ruben, Gordon McLennan
Literaturvorlage
Nanci Kincaid
Schauspiel
Mark Ruffalo, Esther García, Sarah Polley, Amanda Plummer, Leonor Watling, Deborah Harry, Julian Richings, Scott Speedman, Maria de Medeiros, Jessica Amlee, Kenya Jo Kennedy, Camille Martinez
Empfohlen von
Mitarbeiter
Genre
Drama, Liebesfilm
Stichworte
Krankheit / Krankenhaus
Inhalt
Eine unheilbar kranke junge Frau beschließt, ihre letzte Zeit intensiv wie nie zuvor zu leben. Ein strittiger Film um das Thema Krankheit und Abschied nehmen der Spanierin Isabel Coixet (Paris, je t'aime).

Kommentare

5 Punkte von Lars Tuncay:
Ann (Sarah Polley) ist 23, arbeitet nachts in einer Schule als Putzfrau, wohnt mit ihrem Mann Don (Scott Speedman) und ihren beiden Kindern Penny und Patsy in einem Wohnwagen auf dem Grundstück ihrer Mutter (Deborah Harry) – und ist dennoch glücklich mit ihrem Leben. Als der Arzt ihr nach einem Zusammenbruch mitteilt, dass sie Krebs und nur noch zwei Monate zu leben hat, beschließt sie, den anderen den Schmerz zu ersparen und ihnen nichts davon zu erzählen. Sie beginnt das Leben intensiver zu spüren und stellt eine Liste auf, mit den Dingen, die sie tun möchte, bevor sie stirbt: sie will ihren Kindern sagen, dass sie sie liebt, Nachrichten für jeden ihrer Geburtstage bis zum 18. Lebensjahr aufnehmen und noch einmal einen Mann zu erobern. Trotz der tragischen Thematik gelingt Isabel Coixet in ihrem Film das Kunststück, übermäßige Sentimentalität zu vermeiden. Da sich Ann relativ schnell mit ihrer Situation abfindet und heldenhaft beschließt, sie alleine durchzustehen, nimmt sie im Stillen Abschied von ihrer Familie. Dies sorgt aber auch dafür, dass sie sich einsam fühlt und die Menschen, die sie liebt belügen muss. Sarah Polley („Go“) verkörpert diese Einsamkeit überzeugend und macht „Mein Leben ohne mich“ zu einer intensiv-melancholischen Ode an das Leben, die von einem ruhigen, jazzigen Soundtrack getragen, nachhaltig beeindruckt und von einem großartigen, berührenden Schluss gekrönt wird.

3 Punkte von nonörgel:
Ein wunderschöner emotionaler Film, vor allem für Jene die ständig etwas bemängeln im Leben...Die Hauptdarstellerin trägt die Geschichte überzeugend. Ihre Wünsche sind nachvollziehbar und die anderen Charaktere und deren Einstellungen ergänzen die Stimmung und unterstreichen die Aussage, lebe im Augenblick am besten immer- einzig unrealistische Sache, wer Krebs im Endstadium hat, ist vor lauter Schmerzen und Medikamenten, wahrscheinlich nicht in der Lage ihn geheim zu halten.-und wer sagt das es nicht schöner ist, wenn alle Beteiligten um den Tod wissen und sich voneinander verabschieden können?

5 Punkte von the von Stücks:
Ann, die vor ihrer Krebsdiagnose ein zwar still- glückliches aber normiertes Leben geführt hat, beschließt, die zwei Monate bis zu ihrem Tod erfüllt, berauscht und lächelnd zu verbringen. Sie verliebt sich heftig, sorgt für ihre Familie vor und versöhnt sich mit ihrer Mutter. Das Leben ist so unendlich groß und weit plötzlich und sie kostet alle Nuancen des Seins aus, dass sie ohne das Gefühl, Dinge nicht getan, nicht erlebt, verpasst zu haben, bereit ist, zu gehen. Ein wahnsinnig anrührender Film über eine mutige und starke Frau, ein Film, der bewusst macht, das Leben grausam und schön ist zugleich und gibt und beschenkt und nimmt und lachen und weinen macht.

5 Punkte von Susanne Schulz:
Irgendwo in Kanada steht ein alter Wohnwagen in einem etwas verwilderten Garten, darin wird ein bunter Glasperlenvorhang beiseite geschoben, der Blick fällt auf zwei wunderschöne Mädchen. Sonst nicht viel. Ann (Sarah Polley) wohnt hier mit Don (Scott Speedman) und den Kindern. Sie haben sich auf dem letzten Konzert von Nirvana kennengelernt, sich verliebt und dann ging alles ganz schnell. Geld haben sie wenig, lieben sich aber trotz der Nachtschichten, die Ann als Putzfrau in der Uni schiebt fast jeden Tag im Morgengrauen. Don will mit seiner Frau und den Kindern ans Meer, falls es mit dem neuen Job klappt. Alles sehr liebevoll. Fast Hippie-Idylle. Doch dann eines Tages fällt Ann einfach um. Im Krankenhaus traut der Arzt ihr nicht in die Augen zu sehen. Er sagt ihr dann trotzdem, dass sie bald sterben wird. Ann ist in einem Alter wo man Ginger-Bonbons noch zu scharf findet und sich mindestens noch einmal neu verlieben müsste – sie ist 23. Was tun, wenn man plötzlich aufwacht, merkt, dass man Träume hat und weiß, dass man seine Kinder nicht aufwachsen sehen wird? Die Regisseurin Isabel Coixet lässt ihre Heldin stark sein, obwohl sie zerbrechlich und zart wirkt, schickt sie los, Leben aufzuholen. Wir dürfen gerührt zusehen, wie sich Ann im Stillen mit ihrer frustrierten Mutter (Deborah Harry) aussöhnt, ihren Vater (Alfred Molina) besucht, der seit Jahren im Gefängnis sitzt und wie sich Lee (Mark Ruffalo) im Waschsalon in Ann verliebt und dabei sogar manchmal lächeln, meistens aber weinen. Die Handlung hat durchaus Längen, wird doch in fast tagebuchähnlicher Manier die ausweglose Reise einer jungen Frau in den Tod zelebriert. Doch eigentlich ist das egal, denn man wird von einem warmen Strudel Emotionalität durch den gesamten Film getragen und am Ende zwar völlig zerstört, traurig aber mit dem festen Vorsatz gleich heute mit einer ordentlichen Portion Träume-Verwirklichen zu beginnen in das gleißende Sonnenlicht der Realität entlassen. Richtiges Kino eben.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb