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Wir

BRD 2003

DVD 100min

Standort

WestEnd Komödie - deutsch

Sprachen
Deutsch   
Untertitel
Deutsch, Englisch   
Regie
Martin Gypkens
Drehbuch
Martin Gypkens
Kamera
Eva Fleig
Musik
Christian Conrad
Produzent
Susann Schimk, Jörg Trentmann
Schauspiel
Knut Berger, Brigitte Hobmeier, Thomas Jahn, Karina Plachetka, Patrick Güldenberg, Holger Handtke, Lilia Lehner, Franziska Helmig, Lars Löllmann, Jannek Petri, Sebastian Reiß, Sebastian Songin
Genre
Liebesfilm
Stichworte
Jugendfilm, Coming-of-age
Inhalt
Spannendes Generationenporträt um 10 junge Frauen und Männer während eines Sommers in Berlin. Beeindruckend fotografiert, entwickelt sich ein subtiles Coming-of-Age-Porträt.

Kommentare

1 Punkte von Kalle:
gräuschintensiv aber anstrengend beziehungslastig. und selbst die heten sind schwul. dramatische höhenpunkte wie eine pfütze, begleitet von einem stetigen emotionalen abwärtstrend. astrein.

5 Punkte von Liv:
Lieber Vorredner "Kalle": ich teile Deine Einschätzung von diesem Film auf keinste Weise. Denn bei dem grandiosen Film "Wir" handelt es sich um eine intensive, unterhaltsame, tiefgründige, melancholische Suche von 10 jungen Menschen in Berlin. Ein dicht gestricktes Drehbuch, eine losgelöst-forschende Kamera, Schauspieler, die ihre Rollen sanft behandeln, anstatt überzuinterpretieren. Auf die ersten 30 Minuten muss man sich einlassen, und man wird für den gesamten Rest des Films entschädigt werden. Absolut sehenswert!

1 Punkte von Susanne Schulz:
Wir sind die Generation auf dem Selbstfindungstripp, die Entwurzelten, die bis zum bitteren Erwachen mit unserer Clique aus der Cabinet-Werbung auf der WG-Party tanzen. Eigentlich wollen wir alle mal nach Indien, weil in Europa ist ja alles immer nur Dasselbe. Trotzdem zieht es uns aus den heimatlichen, miefigen Kleinstädten ins große Berlin, wo wir uns dann wie Florian (Oliver Bokern) aus Aachen erstmal kräftig wundern wo denn der Osten ist, von dem wir so viel gehört haben. Zum Glück finden wir dann Petronella (Rike Schmid), eine richtig Hübsche, die echt aus dem Osten kommt und Möbel aus Metall baut, was wir, da wir noch unbedarft sind und nicht wissen, dass wir es in der Grosstadt eigentlich durchgehend mit Kreativen und Lebenskünstlern zu tun haben, echt cool finden. Wir verlieben uns in die Metallbauerin, die aber eigentlich mit Till (Sebastian Reiß) von der Filmhochschule verbandelt ist. Der hat mit Andreas (Patrick Güldenberg) gerade Filmförderung für irgendwas Experimentelles beantragt und merkt deshalb nicht, was da gespielt wird. Wir haben auch gerne mal einen bindungsunfähigen Freund wie Judith (Karina Plachetka), die immer nur wartet, dass Carsten (Knut Berger) mal anruft. Aber der bekommt gerade von Pit (Jannek Petri) mit der frisch gepiercten Brustwarze einen geblasen und deshalb ruft immer nur Micky (Sebastian Songin) an, der gefährlich einsam ist und gerne über die besten Wege, sich selbst aus dem Leben zu katapultieren, nachdenkt. Wir hauen uns öfters mal den Tag mit sinnlosen Quizsendungen um die Ohren wie die Käthe (Brigitte Hobmeier), die immer noch eine kleine Käthe ist, die sich lustig bunte Getränke für die Aura mixt, sich die Männer einfach pflückt und dann wieder wegschmeisst, wie die Blättchen einer Gänseblume. Bis eines Tages einer keinen Spass versteht. Unsere Verantwortungslosigkeit lässt sich nicht in Worte fassen, nicht mal einen Hund könnten wir uns halten, geschweige denn Freunde fürs Leben. Über unsere Selbstzweifel sei sowieso lieber der Mantel des Schweigens gedeckt. Aber auf alle Fälle drehen wir irgendwann mal einen Film, so wie Martin Gypkens. Dieser wird dann indifferente Charaktere enthalten, abgedroschene Formeln einer Generation selbstverliebter Vielleichtsager und einen großen Bang zum Schluss, der aber auch nichts wirklich ändert, denn wir hüpfen alle trotzdem weiter munter durch unser Klischeeleben. Bis uns selbst unsere Selbstironie einfach unerträglich wird.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb