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Die Geschichte vom weinenden Kamel

BRD 2003

DVD 87min

Standort

WestEnd Drama - Europa & Welt

Sprachen
Deutsch, Mongolisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Luigi Falorni, Byambasuren Davaa
Drehbuch
Luigi Falorni, Byambasuren Davaa
Kamera
Luigi Falorni
Musik
Marcel Leniz, Marc Riedinger, Choigiw Sangidorj
Produzent
Tobias Siebert
Genre
Kinderfilm, Drama
Stichworte
Far East, Tierfilm, Märchen, Melodram
Inhalt
In der mongolischen Steppe will ein Kamel sein Neugeborenes nicht annehmen. Die Hirten bemühen sich aufopfernd bis die Mutter das Junge schließlich annimmt. Halb dokumentarisch, halb inszeniert erzählt dieser märchenhafte Film über das Leben der mongolischen Hirten zwischen Tradition und Moderne.

Kommentare

5 Punkte von Lars Tuncay:
In der äußeren Mongolei, am Rande der Wüste Gobi gibt es ein uraltes Ritual: wird ein Kameljunges nach der Geburt von seiner Mutter nicht akzeptiert, bedarf es eines geübten Geigenspielers, der das Herz der Mutter erweichen und sie mit ihrem Kind vereinen soll. Um dieses Ritual mit eigenen Augen und dem der Kamera zu erleben und zu dokumentieren, reisten die gebürtige Mongolin Byambasuren Davaa und der italienische Kameramann Luigi Falorni in die entlegene Gegend und verbrachte einige Monate bei dem Nomadenvolk. Behutsam und fast unsichtbar beobachteten sie den Alltag der friedlebenden Menschen. Im Einklang mit der Natur sind sie den Witterungen ausgesetzt und finden Halt in ihrem Glauben. Mit Opfergaben und Gebeten versuchen sie das Schicksal milde zu stimmen, investieren aber auch viel Zeit in die Pflege und Aufzucht ihrer Versorger, den Schafen und Kamelen, die ihnen Milch und Wolle liefern. So ist die Geburt eines Kamelfohlens ein großes Ereignis, das mit einem heiligen Ritual gefeiert wird. Eins nach dem anderen kommt auf die Welt und vergrößert die Herde und das letzte Junge wird schließlich nach schwerer Geburt von seiner Mutter verstoßen und alle Versuche, die beiden zusammen zu führen scheinen vergebens. Davaas und Falornis Dokumentarfilm ist ein kleines Juwel. So viel Herzenswärme und eine so unaufdringliche Arbeit durften wir zuletzt nur bei dem französischen Kleinod "Être et avoir - Sein und Haben" in einem ganz anderen Teil der Welt beobachten. Mehr als die Hälfte des Films verwendet die Regisseurin, um den Alltag der Familie zu zeigen, ihr Umgang mit dem Fortschritt, der auch diesen entlegenen Winkel der Erde bereits erreicht hat, die Fürsorge und Liebe, aber auch der Glaube den die Eltern über Generationen hinweg an ihre Kinder weitergeben. Das wir dann am Ende, ausgerechnet mit dem letzten Wurf, doch noch Zeuge des Rituals werden, ist dabei genauso magisch, wie der gesamte Film.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb