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Das junge Mädchen
La Joven

USA, Mexiko 1960

DVD 95min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch   
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Regie
Luis Bunuel
Drehbuch
Luis Bunuel, Hugo Butler
Kamera
Gabriel Figueroa
Produzent
George P. Werker
Literaturvorlage
Peter Matthiessen
Schauspiel
Claudio Brook, Crahan Denton, Bernie Hamilton, Key Meersman, Zachary Scott
Awards
Cannes für Luis Buñuel Portolés (Luis Bunuel)
Genre
Drama
Stichworte
Schwarz-Weiss, Rassismus, Vergewaltigung, Priester
Inhalt
Der Film studiert das Verhalten von fünf Menschen in einer Ausnahmesituation und ist in erster Linie ein Film über Rassismus. Auf einer kleinen Insel vor der amerikanischen Küste leben das Mädchen Evelyn und der Jagdhüter Miller. Der Farbige Travers kommt auf die Insel. Er gerät unter Verdacht eine weiße Frau vergewaltigt zu haben, doch der Pfarrer zweifelt an dessen Schuld. Doch statt diesen Standpunkt zu vertreten verhandelt er die Angelegenheit heimlich mit Miller.

Kommentare

3 Punkte von Björn Siebert:
Nicht jedem Film eines großen Regisseurs ist es beschieden gut zu altern. Mit den überwiegenden Filmen von Bunuel verhält es sich so. An ihnen nagt der Zahn der Zeit. Ausnahme das frühe Frühwerk, Los Olvidados, Viridiana, Der Würgeengel und vielleicht zwei drei weitere Bunuel-Film über die man sich streiten könnte. Bunuel ist, obwohl er wegen seiner Zugehörigkeit zum Surrealismus, eigentlich zu keinem Verfechter der Konventionen gehört, ein konventioneller Regisseur, was Schauspielführung und Bildgestaltung angeht. Außerdem ist er kein Mann der Probe sondern der schnellen Tat, was man an "Das junge Mädchen" auch gut sieht. Hier scheinen vornehmlich die ersten oder zweiten Takes im fertigen Film aufgenommen worden zu sein. Die Vor-Robinson-Geschichte über 3 Männer und einem jungen Mädchen und ihre Vorurteile gegenüber einem Schwarzen auf einer "unbewohnten" Insel hebt sich kaum von anderen moralischen Rührstücken der Zeit ab. Immer dann wenn Bunuel mal den Blick schweifen lässt, weg von der Story hin zum Symbolismus (In der Szene wo der Waschbär die Hühner reisst) da wird es interessant. Ansonsten muss man sich schon fragen, warum der selbsternannte schlaue Schwarze, wie ein Klischee der 50er durch den Film torkelt, es nicht schafft rechtzeitig sein Schiff zu reparieren und abzuhauen (er hat wohl gefaulenzt???) und auf der großen Insel immer direkt den Bösen in die Arme zu laufen oder sich vornehmlich da aufzuhalten (auf der Farm) wo die Gefahr für ihn am größten ist. Das alles macht den Film doch etwas arg lächerlich... Die Verharmlosung eines sexuellen Übergriffes an einer 12 jährigen inklusive. Nach heutigen Moralvorstellungen ist "La Jeune Fille" aka "La Joven" aka "The Young One", der sich 1960 auf der guten Seite der Moralkritik sah, hoffnungslos überholt. Das es gerade Bunuels Filme so häufig trifft sollte Filmkritikern mal zu denken geben. Gerade eben so 3 Punkte für die ziemlich gute Kameraführung von Gabriel Figueroa.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb