Blättern  

Suche

Suche
WestEnd Logo

Nathalie...
Nathalie...

Frankreich 2003

DVD 100min

Standort

WestEnd DVD-Katalog/ Drama

Sprachen
Deutsch, Französisch   
Regie
Anne Fontaine
Drehbuch
Philippe Blasband, Jacques Fieschi
Kamera
Jean-Marc Fabre
Musik
Michael Nyman
Produzent
Alain Sarde, Christine Gozlan
Schauspiel
Gérard Depardieu, Wladimir Yordanoff, Fanny Ardant, Emmanuelle Béart, Rodolphe Pauly, Evelyne Dandry
Genre
Drama

Kommentare

3 Punkte von Rocamadour:
Eine Frau glaubt, dass ihr Mann fremd geht, und heuert eine Prostituierte an. Sie soll ihn verführen und der Frau von den (erotischen) Treffen erzählen. An sich eine interessante Ausgangslage und auf jeden Fall Stoff für ein Drama, das der Film ja auch sein will. Allerdings gibt es ein strategisches Problem: durch eine simple Aussage (die ich jetzt natürlich nicht verraten werde, aber die recht aufgesetzt wirkt) wird die ganze - eigentlich dramatische - Konstellation am Schluss umgekehrt und banalisiert. Es folgt eine Art "Happy-End" und als Zuschauer ärgert man sich, dass so viel Potenzial ungenutzt blieb. Die SchauspielerInnen hingegen überzeugen: Fanny Ardant passt perfekt in diese Rolle, genau so wie Emmanuelle Béart. Wer diese von La belle noiseuse her kennt, wird überrascht sein, wie anders sie hier aussieht. Auch Gerard Depardieu macht seine Sache wunderbar: nie weiß man, ob er lügt oder die Wahrheit sagt. Unter "Extras" gibt es viel Interessantes zu sehen: Interviews, warum man sich für diese SchauspielerInnen entschieden hat, sowie Filmchen über den Dreh. Nicht uninteressant zu sehen, wie sich die SchauspielerInnen während der Arbeit verhalten. Womit ich jetzt nicht gesagt haben will, dass das interessanter ist, als der Film selbst :)

2 Punkte von Lars Tuncay:
Catherine (Fany Ardant) entdeckt eines Tages auf dem Anrufbeantworter ihres Mannes Bernard (Gérard Depardieu) die Nachricht einer Frau, die sich bei ihm für einen wunderschönen Abend bedankt. Sie stellt ihn zur Rede, er gesteht, doch fortan kann sie ihm nicht mehr vertrauen. Daher heuert sie die Prostituierte Marlène (Emmanuelle Béart) an. Sie soll ihn als Nathalie getarnt verführen und Catherine regelmäßig Bericht erstatten. Immer öfter taucht Catherine am Arbeitsplatz Marlènes auf, um sich ihre Geschichten anzuhören und entfernt sich dadurch immer mehr von ihrem Mann hin zu Marlène. Seit Ozons „8 Frauen“ hat man wohl nicht mehr so viele Stars des französischen Kinos in einem Film gesehen. „Nathalie“ ist aber vor allem ein Film für Fany Ardant, die die Gedankenwelt Catherines überzeugend vermittelt. Auch Béart und Depardieu bieten eine gewohnt gute Leistung und machen den Film zumindest auf schauspielerischer Seite sehenswert. Leider kann da das Drehbuch von Jacques Fischi („Nelly und Monsieur Arnaud“) nicht mithalten. Das Ende ist abseh- und die Täuschung durchschaubar. Viele Szenen wiederholen sich und man sehnt sich nach einer Aussprache, die für Auflösung sorgt. Stattdessen zelebriert Regisseur Fontaine die Gegensätze zwischen dem Bordell und der Außenwelt. Dies findet auch Ausdruck im Soundtrack von Pianovirtuose Michael Nyman („Das Piano“), der den Club mit Downbeat beschallt, während ansonsten seine Eigenkompositionen zu hören sind. Aber auch er kann „Nathalie“ leider nicht retten, ebenso wenig, wie Catherine ihre Ehe.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb