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Herr Satan persönlich
Confidential Report - Mr. Arkadin

Frankreich, Spanien 1955

DVD 98min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Englisch   
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Regie
Orson Welles
Drehbuch
Orson Welles
Kamera
Jean Bourgoin
Musik
Paul Misraki
Produzent
Louis Dolivet
Schauspiel
Orson Welles, Akim Tamiroff, Michael Redgrave, Peter van Eyck, Robert Arden, Patricia Medina, Paola Mori
Stichworte
Literaturverfilmung
Inhalt
Ein Schlüsselwerk in Orson Welles Filmographie. Welles selbst spielt darin einen Millionär der den Liebhaber seiner Tochter beauftragt, in seiner eigenen Vergangenheit zu schnüffeln. "Das Labyrinth ist der ideale ort für die Entdeckung dessen, was wir suchen". Confidential Report handelt im Gewand eines wütend genialen verschlungenen Thrillers. Jemand der vorgibt die Erinnerung verloren zu haben, beauftragt einen Schnüffler die Vergangeheit für ihn ans Licht zu bringen. Doch die Entdeckungen führen zu Ergebnissen, die niemand erahnt hätte und einige auch nicht mehr miterleben können.

Kommentare

3 Punkte von Stefan Senf:
Ein Schlüsselwerk ... aber es gibt Schlüssel zu Türen, die besser verschlossen bleiben sollten. Orson Welles präsentierte sich mit diesem Film von seiner eitelsten Seite. Kein verwegener Experimentator wie mit "Citizen Kane", kein rebellischer Außenseiter wie mit "Der Prozeß". Deutscher und englischer Titel stellen die von Welles selbst gespielte Figur in den Vordergrund, und das zurecht. Es gibt keinen Gegenpart, der charismatische Künstler spielt in mehrfacher Hinsicht ins Leere. Nie ist die Kamera auf Augenhöhe - typisch Welles - aber diese gekippten Einstellungen aus Frosch- oder (manchmal) Vogel-Perspektive sind nur Selbstzweck. Fast hat es den Anschein, dass ein Schüler Welles' Stil kopiert hätte, ohne die Einstellungen auf ihren Sinn zu hinterfragen. Ein extrem blasser Held, eine extrem dünne Handlung - das ist zu wenig, viel zu wenig. Und einmal scheint es, dass Welles den ganzen Film eigentlich nur wegen zwei Szenen gedreht hat: die Offenbarung des eigentlichen Auftrages und die Szene mit dem Flohzirkusdirektor (herrlich gesprochen von Fritz Rasp, dem besten deutschen Krimitypus vor Kinski). So ist es nicht allzu schade, dass die Qualität der DVD extrem zu wünschen übrig lässt (was soll man von McOne auch Anderes erwarten) - produziert von einem ausgeleierten Video-Master mit verwaschenem, kontrastarmem Bild, verwackelt und voller Verschmutzungen. Wenn euch nach Welles ist und ihr "Citizen Kane" schon auswendig kennt, greift zu "Der Prozess". Dort gibt es neben einer irritierenden Kafka-Geschichte und einer intelligenten filmischen Umsetzung einen brillanten Anthony Perkins und einen sporadisch, aber gezielt auftretenden Welles - weniger ist mehr.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb