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Die Nacht
La Notte

Frankreich, Italien 1960

DVD 121min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Italienisch   
Untertitel
Englisch   
Regie
Michelangelo Antonioni
Drehbuch
Tonino Guerra, Michelangelo Antonioni, Ennio Flaiano
Kamera
Gianni Di Venanzo
Musik
Giorgio Gaslini
Produzent
Emanuele Cassuto
Schauspiel
Jeanne Moreau, Marcello Mastroianni, Monica Vitti, Bernhard Wicki, Rosy Mazzacurati
Awards
Berlinale: Goldener Bär für Michelangelo Antonioni
David di Donatello Awards für Michelangelo Antonioni
Empfohlen von
Mitarbeiter

Kommentare

5 Punkte von Liv:
Ich mag diesen Film wirklich sehr. Allerdings, das muss gleich mal vorweg gesagt werden, habe ich ´La notte´ beim ersten Mal Anschauen in synchronisierter Fassung gesehen. Die hier vorliegende DVD läuft auf itanlienisch mit englischen Untertiteln. Eigentlich per se ein lohnenswerterer Filmgenuss, aber in diesem Fall habe ich es als äußerst störend empfunden permanent vom Bild zu den Untertiteln zu springen. Denn Antonioni konzipierte diesen Film vorrangig als visuelle Reise, bei dessen Rezeption sich ein hypnotischer Sog einstellt, der den Zuschauer in den Bann des filmischen Konfliktes zieht. Vielleicht war das jetzt nur eine Individualschwäche, aber ich wollte es nur mal gesagt haben. Ansonsten ein wirklich hervorragender Film (ich spreche von dem Filmerlebnis mit Synchronisation - kann gut sein, dass jemand, der sich diese Fassung ansieht, eine andere Auffasung entwickelt!).

5 Punkte von T-Bone Steak:
Nein, keine "Individualschwäche". Gerade im Fall Antonionis kann man bedauern, dass man a) kein italienisch kann, oder b) dass die Filmkultur in Deutschland immer noch derartig lausig ist, dass man das Werk eines so bedeutenden und großartigen Regisseurs wie Antonioni nur bruchstückhaft auf DVD bekommt...Anyway- bevor man es gar nicht sieht, sollte man es sich eben so- mit englischen Untertiteln- anschauen. Am besten zwei Mal hintereinander. Sich erst auf die kühlen, klaren Bilder konzentrieren, auf diese seltsam gedämpfte, leise Tonspur dann; und beim zweiten Anschauen schließlich auf diese spröde-schönen Dialoge. Und...ehrlich gesagt, würde ich ohne Bedenken ein drittes Anschauen empfehlen. Und sei es nur, um sich auf diese schlicht genialen Schlussszenen zu freuen...

4 Punkte von Eleni Andrianopulu:
In La Notte wird die Entfremdung eines Ehepaares in der Großstadt (Mailand) gezeigt. Der Ehemann (Marcello Mastroianni), ein inspirationsloser impotenter Intellektueller, und seine Frau (Jeanne Moreau), eine unglückliche frigide Bürgerliche verleben einen Tag zwischen neugebauten Krankenhäuser, Hochhäusern, Vorstädten und eine Gartenparty. Auf der Nicht-Suche begegnen ihnen virile Männer und willige Frauen, die sie jedoch nicht aus ihrer Impotenz befreien. Der schwarz-weiß Film ist eine Symbolismus-Exzesse. Jede Szene in Italien der Sechziger schreit nach Sinnhaftigkeit. Die Ehefrau beobachtet junge Männer beim Raketenabfeuern, streichelt Pfosten beim Vorbeigehen, verschwindet in die Ecke des Bildes neben dem kalten, weißen Hochhaus, lächelt nie, während er sich ziellos im Krankenhauszimmer auf eine Patientin einlässt, erotische Spiele mit einem verführerischen Partygirl spielt und sich räkelnden Schönheiten bewundert. Desorientiert, sieht er in die oberflächliche, bürgerliche Valentina eine talentierte, tiefsinnige Poetin. Ob sie auf seine emotionale und physische Impotenz wirklich Interesse hat, ist eigentlich einfach zu beantworten, aber am besten seht ihr euch den Film selbst an. Spannend ist er nicht, sehenswert schon.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb