Blättern  

Suche

Suche
WestEnd Logo

Die fetten Jahre sind vorbei

Österreich, BRD 2004

DVD 127min

Standort

WestEnd Drama - deutsch

Sprachen
Deutsch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Hans Weingartner
Drehbuch
Hans Weingartner, Katharina Held
Kamera
Matthias Schellenberg, Daniela Knapp
Musik
Andreas Wodraschke
Produzent
Hans Weingartner,  SWR
Schauspiel
Daniel Brühl, Hanns Zischler, Stipe Erceg, Burghart Klaußner, Julia Jentsch, Knut Berger, Oliver Bröcker, Petra Zieser, Reiner Heise, Peer Martiny, Bernhard Bettermann
Genre
Drama
Stichworte
Gesellschaft

Kommentare

5 Punkte von Lars Tuncay:
Alt-68er trifft Neue Linke: auf pointierte Art und Weise und mit einem hervorragenden Schauspielerensemble lässt Regisseur Hans Weingartner ("Das weiße Rauschen") zwei reaktionäre Generationen aufeinandertreffen und zeigt dabei mit scharfer Beaobachtungsgabe, was aus den hohen Zielen von damals geworden ist ("...Und irgendwann wählst du CDU") und das Perspektivlosigkeit der eigentliche Grund für die Radikalisierung der heutigen Jugend ist. Ein rundum gelungener Film, intelligent und höchst unterhaltsam.

5 Punkte von Liv:
Ein Film für alle, die jemals die Revolution in ihrem Herzen gespürt haben. Hans Weingartner schafft es mit "Die fetten Jahre sind vorbei" in unsere Zeiten von Sturm und Drang zu zielen. Inszenatorisch gelungen, sind es aber vor allem auch die grandiosen Schauspieler, die dem Drama die nötige Würde verleihen.

1 Punkte von rotor75:
Der Film ist ohne 'politischen' Anspruch, was ich bei der Story und dem Titel erwartet hatte. Da hatte ich, von einem Regisseur der aus dem Punk und Hausbesetzer Umfeld kam, mehr erwartet. Die Geschichte ist mir zu einfach gestrickt, ’revolutionäre’ Einbrecher bzw. Entführer und Dreier-Liebesbeziehung das ist mir zu wenig für einen Film der in Cannes lief. Dazu kommen inhaltlichen Mängel (Ein Angestellter einer Sicherheitsfirma die Alarmanlagen einbaut, soll dann Vorzeige ’Revolutionär’ sein...), also das ist mir zu abgehoben und fern jeder Realität. Leider überzeugen auch nicht die Dialoge zwischen Tätern und Opfer, wenn diese die Generationskonflikte von 68er mit 89er zeigen sollen, dann hätte mehr Tiefgang vieles gerettet. So vermisse ich bestimmte Fragen zur 'Kapitalismuskritik' im Film: Mit was verdient das Opfer sein Einkommen? Betreibt er Ausbeutung mit seinen Untergebenen oder ist er der Chef der seinen Angestellten im Notfall hilft? Diese wichtigen Fragen werden nicht gestellt und auch nicht thematisiert. So ist mein Fazit: Dieser Film überzeugt in keiner Weise, weder durch Handlung noch durch ’hochgelobte’ Schauspieler.

5 Punkte von mrs.hippie:
genialer film, daniel brühl ist sowieso toll, aber die moralvorstellungen nerven doch etwas. trotzdem ein film, den man gesehen haben muss, einer der bestern deutschen filme, und die kameraführung macht es zu einem echten erlebnis.

2 Punkte von T- Bone Steak:
Ich musste es mir hier nochmal ansehen, weil ich wissen wollte, ob ich damals im Kino nur einen schlechten Tag hatte. Aber nein, auch jetzt noch ist dieses Stück Studentenkino genau der fade Post-68er-Heimatfilm, der sich teutonisch didaktisch und jungfrech getarnt, zur leidlichen Revoluzzerschmonzette aufschwingt. Zwei Punkte gibts für die tollen Berge und für die viel tollere Julia. (Deren männliche Jung-Kollegen ihr natürlich niemals auch nur annähernd das Wasser reichen können.)

4 Punkte von mrs.hippie:
die fetten jahre sind vorbei zählt für mich zu einem der besten filme des deutschen indie-jungschauspieler-kinos. grandioses schauspielertrio (daniel brühl und julia jentsch sind brilliant), ein göttlicher soundtrack sowie eine gute story, die unterhält. trotzdem hinkt der film an einigen stllen, an denen pure moral in den vordergrund gestellt wird und der film einen leicht belehrenden unterton bekommt. auch das ende, das den zuschauern indirekt vermitteln will: einmal "böse" immer "böse" ist mir zu unrealistisch. aber macht euch einfach euer eigenes bild.

1 Punkte von Cornelia:
Jan und Peter haben sich etwas besonders ausgedacht, um "denen da oben" zu zeigen, dass sich nicht alles mit sich machen lassen. Aus Protest gegen das Regime brechen sie nachts in Häuser ein, rauben aber nichts sondern hinterlassen nur eine kräftige Unordnung mit dem Ziel, dass die Reichen sich nicht mehr sicher in ihrem Zuhause fühlen. Als "Erziehungsberechtige" hinterlassen sie immer einen Spruch. Was langezeit gut klappt wird zum Problem, als Peters Freundin Jule mit ins Spiel kommt. Um es kurz zu machen: Eine Entführung war nicht geplant und lässt das ganze überlegene Kartenhaus der Jungs in sich zusammenbrechen. Auch wenn der Film durchweg positive Kritiken erhalten und und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet ist, halte ich ihn doch für wenig sehenswert. Zu platt die Story, zu viel Phrasengedresche und Spät68ertum für meinen Geschmack. Scheint fasst so, als wollten sich Regisseur und Drehbuchautor ein Denkmal für die eigenen, eingegangen Ideale setzen. Fazit: Muss man nicht gesehen haben.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb