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Basta. Rotwein oder Totsein
C(r)ook

Österreich, BRD 2004

DVD 108min

Standort

WestEnd Komödie - Europa & Welt

Sprachen
Deutsch   
Untertitel
Deutsch, Englisch   
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Regie
Pepe Danquart
Drehbuch
Pepe Danquart, Chris Kraus, Milan Dor, Mike Majzen
Kamera
Carl-Friedrich Koschnick
Musik
Marnix Veenenbos
Produzent
Danny Krausz, Gerd Huber
Schauspiel
Moritz Bleibtreu, Josef Hader, Corinna Harfouch, Henry Hübchen, Paulus Manker, Karlheinz Hackl, Nadeshda Brennicke, Roland Düringer, Julian Weigend
Genre
Gangsterfilm, Komödie
Stichworte
Essen, Verbrechen, Schwarze Komödie
Inhalt
Kulinarische, mit einheimischen Stars gewürzte Gangsterkomödie. Ehemaliger Gourmet hat sich zum "eingefleischten" Mafiosi gewandelt. Den ersehnten Ausstieg aus diesem dunklen Milieu bekommt er nicht auf dem Tablett serviert - dafür seine Erzfeind. Groteske mit viel schwarzem Humor, wie er selten in Deutschland zu finden ist. Spitzen-Soundtrack!

Kommentare

5 Punkte von Lars Tuncay:
Der Gauner lässt das Gaunern nicht: vor zwei Jahren versprach der Wiener Mafiosi Oskar (Henry Hübchen) bei einer Geiselnahme seiner Gefängnistherapeutin für immer die Waffen zu strecken, wenn er mit ihr zusammenleben will. Als er schließlich aus dem Knast kommt, wahrt er vor seiner Angebeteten den Schein des braven Gourmetkochs, der kurz vor der Veröffentlichung seines ersten Buches steht. Nebenbei treibt er aber weiterhin Schutzgeld für den russischen Paten Konstantin (Karlheinz Hackl) ein. Doch die „Familie“ bekommt Wind von den Bestsellerplänen ihres treuesten Mitarbeiters und vermutet hinter dem Titel „Secrèts“ Oskars Abrechnung mit der Gangsterwelt. So hat er es bald neben dem Polizisten Nowak (Josef Hader) und dem Sadisten Leo (Paulus Manker) auch noch mit Konstantins Ziehsohn Valentin (Moritz Bleibtreu) zu tun. Pepe Danquart („Höllentour“), Oscarpreisträger für seinen pointierten Kurzfilm „Schwarzfahrer“, schafft es, endlich mal eine gelungene Gangsterkomödie aus deutschen Landen auf die Leinwand zu bringen, die es in Sachen Coolness und schwarzem Humor mit dem britischen Kino eines Guy Ritchie („Snatch“) locker aufnehmen kann. Obwohl, „C(r)ook“ (so der weitaus gelungenere internationale Titel) lebt eigentlich vor allem vom klassischen Wiener Schmäh. So ist dann auch ein Großteil der exzellenten Besetzung Österreichs Kino und Theater entnommen. Der Wiener Burgschauspieler Hackl als mordende Vaterfigur, Kabarettist Düringer in der Rolle des nervig-überheblichen Lakaien und Josef Hader einmal mehr als vertrottelter Uniformierter. Ihnen gegenüber ein erstklassiges Gespann aus Hübchen, Harfouch und Bleibtreu. Gewürzt mit herrlich überzeichneten Figuren, einem haarsträubenden Plot und einem überraschenden Finale ergibt das eine Menü, das man sich gerne schmecken lässt.

1 Punkte von Strauchdiebin:
Henry Hübchen spielt mit. Man denkt sich: "Dann kanns ja nicht so schlecht sein!" Moritz Bleibtreu spielt mit. "Na ja," sagt man sich, "der hat's eigentlich auch drauf!" Und den Harderer liebt jeder, der Indien kennt. Mit höchsten Erwartungen setze ich mich also vor den DVD Player, schaue mir die hochkarätigen Schauspieler in einer eigentlich spaßigen Geschichte an, stimmiges Ambiente, ja, lustige Musik, auch das, aber... Irgendwie springt der Funke nicht über. Die Chemie stimmt nicht, nicht zwischen den Schauspielern (Hübchen und Harfouch können nicht halb so gut unterhalten wie Hübchen und Elsner in "Alles auf Zucker"), und -so habe ich gelesen- nicht zwischen Schauspielern und Regisseur. Dabei kommt dann ein schnödes Guy Ritschie Imitat raus, ein echter Underperformer, eine große Enttäuschung!

2 Punkte von bastl:
Ich habe zu viel von dem Film erwartet. Henry Hübchen als Gangster ein absoluter Fehlgriff. So nen Dödel von Verbrecher habe ich noch nie erlebt. Ne. Und der Rest vom Film na ja. Also im groben und ganzen hat mich der Film nicht vom Hocker gehauen, nein im Gegenteil, ich war froh als es zu Ende war. Dieser Film ist ein Beweis dafür, dass irgendein möchtegern Drehbuchautor seinen Schinken lieblos und ohne sich die Schauspieler wirklich anzusehen drehen lässt. Meiner Meinung nach ein verpfuschter und wie schon gesagt lieblos gemachter Gangsterfilm.

3 Punkte von T-Bone Steak:
Oskar zum Beispiel ist bekannt dafür, dass er den Leuten in den Fuß schießt. Das ist schmerzhaft, aber ganz bestimmt nicht persönlich gemeint. Rein geschäftlich, sozusagen. Wer nicht zahlen will, muss eben fühlen. Dann zahlt er auch. Oskar ist Geldeintreiber für die Wiener Russenmafia. Der beste seines Fachs, zuverlässig und loyal. Doch Oskar hat aus zwei Gründen keine rechte Freude mehr an seiner Arbeit. Grund eins: Maria. Gefängnispsychologin, Oskars Geliebte und Pazifistin. Naturgemäß sehr ablehnend gegenüber gewalttätigen Konfliktlösungen, Geschäft hin oder her. Grund zwei: Oskar ist leidenschaftlicher Koch. Und zwar nicht irgendein Spiegeleibrater, sondern einer der Extraklasse, ein Gourmetkoch höchster Güte. Blutende und vor Schmerz wimmernde Menschen stören da nur die Konzentration. Zeit also, endgültig die Knarre an den Nagel und die Kochschürze umzuhängen. Doch so einfach geht das nicht. Pate Konstantin hat mit Oskar noch etwas Besonderes vor. Ein letzter Auftrag. Einer allerdings, an dem gemessen ein Fußschuss zur wohlwollend netten Geste mutiert. Wie tranchiert man ein Schweinerl und wie einen Mann? Kann man einen koksenden Sadisten mit Atemübungen in einen besseren Menschen verwandeln? Könnte es sein, dass nicht nur die Liebe, sondern auch Gangsterfreundschaft durch den Magen geht? Und was erfordert wirklich den „ganzen Mann“: Killen oder kochen? - Pepe Danquart ist Regisseur, mag Gangsterfilme und gutes Essen. Und von all dem ist auch was in BASTA. Filetstückchen, zusammengeklaubt aus den Filmen von Hawks über Peckinpah bis Scorsese. Dazwischen guter Wein zu erlesenen und schön fotografierten Leckerein. Ein scharfer Mix, diese Mischung aus Gangsterfilm und schwarzer Gourmetkomödie. Zu scharf?? Beim Abschmecken der einzelnen Zutaten erwies sich Pepe´s Gaumen nicht immer als untrüglich. Manchmal fehlte da einfach etwas mehr Raffinement beim Verrühren der Handlungsstränge. Oder die Spannung köchelt so lange vor sich hin, bis sie verdampft ist. Manchmal wird es auch gänzlich geschmacklos. Da gibt es ein paar kleine, verschwitzte Sex- Sadismen, die so überflüssig sind wie Ketchup in einer Minestrone.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb