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Fateless - Roman eines Schicksallosen
Sorstalanság

Grossbritannien, Ungarn, BRD 2005

DVD 140min

Standort

WestEnd DVD-Katalog/ Drama

Sprachen
Deutsch, Ungarisch   
Untertitel
Englisch   
Regie
Lajos Koltai
Drehbuch
Imre Kertész
Kamera
Gyula Pados
Musik
Ennio Morricone, Lisa Gerrard
Produzent
Andras Hamori, Péter Barbalics, Ildiko Kemeny
Schauspiel
Daniel Craig, Miklós Székely B., Péter Fancsikai, Zsolt Dér, Áron Dimény, Béla Dóra, András M. Kecskés, Tibor Mertz, Marcell Nagy, Bálint Péntek, Dani Szabó
Empfohlen von
Mitarbeiter
Genre
Drama, Action
Stichworte
Kriegs-/Antikriegsfilm
Inhalt
Ein Junge durchlebt den Wahnsinn Holocaust. Bildgewaltige Bestsellerverfilmung nach Imre Kertész, der auch das Drehbuch schrieb.

Kommentare

5 Punkte von Lars Tuncay:
Intensiv 60 Jahre ist die NS-Diktatur nun her und die derzeitige Medienoffensive wider des Vergessens lässt niemandem Raum, selbst mit der Vergangenheit fertig zu werden. Doch ein nüchterner Fernsehbericht kann trotz Zeitzeugen und Originalbildern nicht in dem Maße berühren, wie es eine persönliche Geschichte vermag. Eines der intensivsten Dokumente der Judenverfolgung ist der „Roman eines Schicksalslosen“ des ungarischen Literaturnobelpreisträgers Imre Kertész. Seine Schilderungen hat der Kameramagier Lajos Koltai nun in seinem Regiedebüt erschreckend eindringlich auf die Leinwand transportiert. Der 14jährige György Köves erzählt darin seine Geschichte, die ihn aus dem Ghetto Budapests über die Konzetrationslager Auschwitz und Zeitz nach Buchenwald führt. Mit anfänglichem Optimismus versucht er dem Grauen entgegen zu wirken und es ist seine Naivität, die den Zuschauer, der bald schon mehr ist, als nur ein Zuschauender, in den Bann und das schonungslos offenbarte Leid zieht. Wenn György am Ende sagt, dass es die lichten Momente sind, von denen er erzählen will, wenn ihn jemand nach seiner Zeit in den Lagern fragt, so sind wir eingehüllt von soviel dunkler Geschichte, dass uns das Licht nur schwer in Erinnerung bleibt. Mit dafür verantwortlich ist Koltai selbst. Der Künstler, der schon vielen Filmen seines Landsmanns István Szabó („Being Julia“) ungleich hellere bilder bescherte, schafft zahllose Einstellungen, die einem noch lange nach dem Miterlebten auf der Leinwand im Gedächtnis bleiben werden. Am Ende ist es aber vor allem das Gesicht, das sich in die Erinnerung brennt. Das Gesicht, dass den Horror gesehen hat. Das Gesicht des großartig agierenden Hauptdarstellers Marcell Nagy, der hier, ebenfalls 14jährig, sein Leinwanddebüt gibt. Seine eindringliche Darstellung macht „Fateless“ zu einer schmerzhaften und nahe gehenden Erfahrung, die so viel mehr Wert ist, als unzählige TV-Dokus, die im Alltag untergehen.

4 Punkte von anonym:
Bei "Fateless - Roman eines Schicksallosen" handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen autobiographischen Romans von Imre Kertesz, in dem der Autor seine eigene tragische Geschichte als jüdischer Junge im faschistischen Ungarn, der in den Malstrom der nazideutschen "Endlösung" gerät. Dabei geht der Film auf relativ zurückhaltende Weise schonungsvoll vor, wenn es zum Beispiel um das Zeigen der Schrecken in den verschiedenen Lagern geht, die der Junge im Verlauf seiner höllischen Odyssee passieren wird. Keine ungefilterte Darstellung brutaler Realität wie in Polanskis "Der Pianist", keine Erschießungen in Nahaufnahme und andere Bestialitäten. Trotzdem ist dieser Film in seiner Wirkung nicht weniger eindringlich. Er überläßt dem Zuschauer vielmehr die Wahrnehmung seiner eigenen inneren Bewegungen, indem er sich auf die Hauptfigur und deren Empfindungen konzentriert und nicht auf die schrecklichen Untaten seiner Peiniger. Überhaupt versucht Regisseur Koltai, so wie es sicher auch in Kertesz` Sinne war, eine andere Sicht-von-Außen auf die Ereignisse der Shoa. Die Täter sind größtenteils in den Hintergrund verbannt, so gut wie kein SS-Mann zu sehen. Der Aufenthalt in Auschwitz nimmt ungefähr fünf Minuten des Films ein, dem Film geht es um etwas anderes. Um das Leben und Überleben, um die kleine Flamme in der Finsternis. Empfehlung!

3 Punkte von lockedroom:
Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: ein großartiger Film und vor allem eine Wahnsinnsleistung des so jungen Hauptdarstellers. Da kann mancher altgediente Charaktermime nicht mithalten. Respekt! Diesen Film kann man jeder/jedem ans Herz legen, er erzählt seine Geschichte nüchtern-naiv, ohne Pathos und verklärendes Beiwerk. Ein Film, den man sich auch gut als Unterrichtsbereicherung in der Schule vorstellen könnte.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb