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The New World

USA 2005

DVD 135min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch, Englisch   
Regie
Terrence Malick
Drehbuch
Terrence Malick
Kamera
Emmanuel Lubezki
Musik
James Horner, Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner
Produzent
Sarah Green, Billy Weber
Schauspiel
David Thewlis, Christian Bale, Colin Farrell, Eddie Marsan, Christopher Plummer, Noah Taylor, Jonathan Pryce, Ben Mendelsohn, Jamie Harris, Wes Studi, Ben Chaplin, Raoul Trujillo, John Savage, Yorick van Wageningen, Irene Bedard, Jesse Borrego, Q'Orianka Kilcher, August Schellenberg
Empfohlen von
Martin, Mitarbeiter
Genre
Abenteuerfilm, Drama
Inhalt
Die Realverfilmung der Pocahontas-Saga - die Geschichte einer Frau zwischen zwei grundverschiedenen Welten und Lebensentwürfen. Ein elegischer, poetischer und fantastisch fotografierter Liebesreigen vor der Schablone eines Abenteuer- und Entdeckerfilms.

Kommentare

5 Punkte von Björn Siebert:
Wenn Terrence Malick mal wieder einen neuen Film dreht erwartet die cineastische Fangemeinde meist nicht weniger als ein Evangelium. Sein vierter Film ist dann aber doch nur ein Film geworden. Hier sollte man einharken, denn eigentlich waren auch "Badlands" und in der "Glut des Südens" nur Filme, danach beschloss Malick ein Mysterium um sich aufzubauen in dem er einfach von der Bildfläche verschwand, Spaziergänge mit Heidegger machte und eine Sonnenfinsternis filmte. "The New World" handelt von der Besiedlung Amerikas und der Liebesgeschichte zwischen Pocahontas und Kapitän John Smith. Der Film ist natürlich wieder typisch Malick: Drei Boote erreichen die amerikanische Küste, dazu ertönt Wagners Rheingold und man muss Malick schon dafür danken, dass er die Schiffe nicht animiert in einen computergenerierten Sonnenuntergang gestempelt hat. Die Schiffe sehen klein aus, ja irgendwie gewöhnlich, und trotzdem werden sie die Geschichte verändern. Was dann folgt ist absolute Magie. Wir sehen Pocahontas halb nackt und unschuldig durch die wundervoll wilde Landschaft huschen, wir kriegen ein Einblick davon wie es sein muss "eins mit der Natur" zu sein, und für einen kurzen Moment zeigt uns Malick einen Entwurf in dem die Eroberer aus Europa und das einheimische Naturvolk friedlich nebeneinander leben könnten. Doch wir wissen, dass das nur eine Utopie ist und der Fortschrittsgedanke unserer Kultur immer einhergeht mit Gewalt und Ausbeutung. Die Zerstörung des Paradieses und die folgende Vernichtung der Unschuld Pocahontas zeigt Malick mit einer großen völlig einfachen Szenen: Pocahontas ist bei der Königin Englands eingeladen und wir sehen Pocahontas in einem königlichen Saal eingezwängt in ein gewaltiges Korsett einen exotischen Vogel im Käfig betrachten. Später läuft sie durch die Ziergärten in der sämtliche Natur planerisch gestaltet ist. Diese Szene hat eine Kraft wie sie nur Stanley Kubrick hinbekommen hätte. In der Tat erinnern die Bilder in der Perfektion und Lichtführung stark an Kubricks Meisterwerk Barry Lyndon. Terrence Malick könnte man sagen ist sein legitimer Nachfolger. "The New World" ist sein viertes Meisterwerk.

1 Punkte von Tibor:
Wir schreiben das Jahr 2005, versetzen uns in das Jahr 1607 und lassen uns von Blattwerk, Sonnenuntergang und tanzenden Wilden in eine ach so wundervolle, verzaubernde 135-minütige „Langeweile“ entführen. Den historischen Wert des Filmes, kann man getrost als schlechten „Witz“ bezeichnen. Es sei denn, es gibt jemanden in der „cineastischen Fangemeinde“, der noch nie einen Western gesehen hat. Das Liebesspiel zwischen John Smith und der Häuptlingstochter Pocahontas, wird kunstvoll mit farbenfrohen Bildern (räusper) angereichert, mit endlosen Voice-overs überstrapaziert und erzählt einiges über Terrence Malicks innere Leere als Regisseur. Allein um Christian Bale ist es in diesem Film mehr als schade; seine Rolle wird ihm bei weiten nicht gerecht. Alternativ zu „The New World“ würde ich empfehlen: „Aguirre, der Zorn Gottes“ (91 min) und zum entspannen „Impressionen unter Wasser“ (41 Minuten).

3 Punkte von Lars Tuncay:
Amerikas Ausnahmefilmer machen sich rar, das ist man mittlerweile gewohnt. König der Wartezeit dürfte aber wohl Terrence Malick sein. Ganze drei Langfilme hat er in seiner über dreißigjährigen Karriere gedreht. Von seinem Debüt „Badlands“ über „Tage des Himmels“ bis hin zu „The Thin Red Line“ sind alle seine Filme Gedichte auf Zelluloid. Auch „The New World“ macht da mit seiner berauschenden Mischung aus orchestraler Musik und betörenden Bildern keine Ausnahme. Nur hat Poesie leider oft den Nachteil, dass sie inhaltlich, verglichen mit seitenschwerer Belletristik, recht mager ist. Malicks erster Film im neuen Jahrtausend ist zwar über zwei Stunden lang, seine Story aber in zwei Sätzen zusammengefasst: Im 17. Jahrhundert erreichen englische Siedler das Festland, aus dem später Nord-Amerika werden soll. Was folgt ist der Kampf um die Vorherrschaft und die Liebesgeschichte zwischen dem Soldaten Jon Smith (Colin Farell) und der Tochter des Eingeborenenkönigs (Q’Orianka Kilcher). Wenige Worte werden gesprochen in den 136 Minuten. Meist ist nur der introspektive Off-Kommentar der Protagonisten zu hören oder die Musik von James Horner untermalt die Bilder. Das gibt dem Film die hypnotische Atmosphäre von „Apocalypse Now“ oder „2001“. Leider fehlt es Malicks Epos jedoch an monumentaler Bandbreite. Die Geschichte ist zu dünn und das letzte Drittel, in dem Christian Bale auf den Plan tritt, findet sich nicht in den Fluss des Films hinein. Letztendlich ist „The New World“ also eine wunderschön gefilmte Liebesgeschichte – mehr aber auch nicht

5 Punkte von Björn Siebert:
Meine Wenigkeit schon wieder: The New World ist kein Western, kein Kolonialfilm, kein Liebesfilm, kein Geschichtslehrbuch und kein Abenteuerfilm. Terrrence Malick ist vielleicht einer der einzigen Regisseuren nach Godard, der einen Autorenfilm praktizieren, der einer Lebensaufgabe gewidmet ist. So war "A Thin Red Line" auch nur vordergründig ein Kriegsfilm. Malick Lebensthema nennt sich, Entfremdung von Natur. Er sucht nach den Ursprüngen des Menschens als Naturvolk, seine Abkehr vom Paradies und die Zerstörung der Natur, durch den Austausch vom Begriff Natur durch den Begriff Landschaft. In Badlands zeigt er ebenfalls wie ein Pärchen versucht alternative Lebensformen zu finden. Sie versuchen als Austeiger von der Zivilisation, wie früher zu leben. Malicks Filme sollte man also lieber als Gesamtkunstwerk begreifen und sich daran ergötzen, dass es so einen Filmemacher überhaupt noch gibt. Liebesfilme? Historischer Wert? Der Film hat jetzt schon historischen Wert, denn Malicks Liebesfilmmarize wird Filmgeschichte schreiben. Wetten?

5 Punkte von T-Bone Steak:
Dr. Siebert: Sie haben Recht. Und wie. Aber es hat keinen Sinn zu belehren- denn wenn man sich nicht von THE NEW WORLD einfangen lässt- tja, dann eben nicht. In dem Film zumindest ist alles, was Kino zum Wunder- oder zumindest alles, was es zur tollsten Erfindung dieses vergangenen 20.Jahrhunderts macht (okay: neben Penizillin- oder ist das älter??). Ein Film, der einem Augen (und Ohren) und Herz öffnet, bei dem man tief durchatmen und glücklich sein kann. Ein Mallick eben. Und das viele vor lauter (Film-)Bildern, die einem tagtäglich die Sehnerven strapazieren, plötzlich keine wirklichen (Film-)Bilder mehr als solche erkennen, das fällt eben in die Kategorie des "den Wald vor lauter Bäumen nicht"...usw.usw.usw.

2 Punkte von Tibor:
...also wenn ich ihn nicht gesehen hätte würde ich gern Glauben schenken, aber davon habt Ihr ja offensichtlich schon genug. Es kann sein das unter bestimmten Gesichtspunkten etwas tolles frohlocket, aber dieser Film ist eine Strafe. T-Bone Steak auf gegrillten Siebert würde ich da vorziehen. :) es ist lang genug her - ich gebe einen Punkt mehr - schön das er so polarisiert...

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