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Brokeback Mountain

USA 2005

DVD 134min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch, Englisch   
Regie
Ang Lee
Drehbuch
Diana Ossana, Larry McMurtry
Kamera
Rodrigo Prieto
Musik
Gustavo Santaolalla
Produzent
James Schamus, Diana Ossana
Literaturvorlage
Annie Proulx
Schauspiel
Rodrigo Prieto, Anne Hathaway, Michelle Williams, Jake Gyllenhaal, Heath Ledger, Anna Faris, Linda Cardellini, Tom Carey, Randy Quaid, Peter McRobbie, Dixie Linder, Graham Beckel, Roberta Maxwell, Lachlan Mackintosh, Valerie Planche, Victor Reyes, David Trimble
Awards
Oscar: Bestes Drehbuch (Adaptation) für Larry McMurtry, Diana Ossana
Empfohlen von
Mitarbeiter
Genre
Drama, Queer Cinema
Stichworte
Schwules Kino, Romantische Komödie
Inhalt
Wyoming 1963: Ennis und Jack werden angeheuert über den Sommer eine Herde Schafe vor Wölfen und Wilderern zu beschützen. Aus der Kameradschaft in der Wildnis wird bald eine Liebesaffäre, doch am Ende des Sommers gibt es nur einen Weg, den getrennten. Auch wenn die beiden unabhängig voneinander Familien gründen, sehen sie sich in unregelmäßigen Abständen immer wieder. Jack versucht immer wieder Ennis davon zu überzeugen einen Versuch für einen anderen, neuen Weg zu wagen, doch die zeit ist knapp...

Kommentare

5 Punkte von Lars Tuncay:
Leise, einfühlsame und höchst ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen zwei Cowboys, die bei einem Sommerjob ihre Gefühle füreinander entdecken. Exzellent gespielt, behutsam erzählt und in fantastische Bilder getaucht, gewann Ang Lee zu Recht den Regie-Oscar, auch wenn dem Film aufgrund seiner Thematik und der konservativ-steifen Academy weitere Trophäen verwehrt blieben. Aber wen interessieren die Oscars: Sehenswert ist "Brokeback Mountain" unbedingt und zudem mit einem sehr guten Soundtrack von Rufus Wainwright versehen.

5 Punkte von sledzik:
"Liebe ist eine Naturgewalt" - selbst diese treffende "tag-line" reicht kaum aus, um der Wucht dieses Films gerecht zu werden. Wer ihn ansieht, muß damit rechnen, am nächsten Tag heulend über seinem Mittagessen zusammenzubrechen (wie der Rezensentin geschehen), und wird das Bedürfnis verspüren, in den nach einem Jahr immer noch lebhaften Internetforen Anlehnung bei der großen Gemeinde der "Brokeaholics" zu suchen. Zwei "ranch hands", der draufgängerische Jack und der verschlossene Ennis, verlieben sich in einem arkadischen Sommer beim Schafehüten auf dem Brokeback Mountain. Doch ihre Liebe scheitert an ihrer eigenen Sprachlosigkeit und an der homophoben Gesellschaft im ländlichen Amerika der 60er bis 80er Jahre. Viel mehr sollte man vorm ersten Anschauen gar nicht wissen. Nur soviel: wer den Film als "universale Liebesgeschichte" bezeichnet, hat nichts verstanden. Regie und Schauspieler sind hervorragend und verdienen sämtliche Punkte auf allen Skalas dieser Welt. Unbedingt mehrmals anschauen, um Lees subtile Symbolik und den Flirt wirklich mitzubekommen. Und unbedingt die deutsche Synchronisation meiden.

5 Punkte von melanie:
Brokeback Mountain ist einer der schönsten Filme, die ich kenne. „Liebesgeschichte zwischen zwei Cowboys...“, hörte ich damals und war skeptisch... Zu Unrecht, denn wie der Film teilweise beschrieben wird, ist irreführend und hält jeden zweiten Mann (zumindest in meinem Bekanntenkreis) vom Anschauen ab. Erzählt wird die Geschichte zweier Männer, die sich beim Schafe hüten kennen lernen (aber nicht im gesamten Film mit Colt und Cowboy-Sporen durch die Kante reiten) und verlieben. Ein Leben lang versuchen sie, ihre Homosexualität zu verbergen und leben in Angst vor einem ungewollten Outing. So führen beide ein auf Normalität (mit Frau und Kindern) getrimmtes Leben und finden nur in wenigen gemeinsamen Wochen weitab in der Wildnis für eine Weile die Möglichkeit, sie selbst zu sein, sich aneinander festzuhalten und Kraft zu finden um nicht an diesem Leben zu zerbrechen. Dieser Film ist die Liebes- und Lebensgeschichte zweier Menschen, die nicht schöner, sensibler und eindringlicher erzählt werden könnte. Heath Ledger und Jake Gyllenhaal spielen zwei unterschiedliche Charaktere, die jedoch miteinander harmonieren und die schauspielerische Leistung beider ist beeindruckend. An dieser Stelle ein Lob auch für deren Mut zu einer solchen Rolle!!! So mancher Mann, der sich diesen Film „verbietet“, könnte sich daran ein Beispiel nehmen. (Die Jungs hatten – wenn auch nicht viele - Liebesszenen und Ihr müsst doch lediglich zuschauen – da kann Euch nichts passieren und niemand wird Euch deshalb gleich homosexuelle Neigungen unterstellen, Weichei schimpfen oder als „Männerversteher“ abstempeln…diese Bemerkungen sind witzig gemeint und nicht als Angriff zu werten) Insgesamt ein Film voller Gefühl, der nicht langweilig wird und überdies durch herrliche Landschaften und tolle Musik zu einem Erlebnis wird.

5 Punkte von T-rhés:
Ennis und Jack sind die beiden Hauptfiguren des Films. Ennis, dessen Angst vor Stigmatisierung, Ausgrenzung, Feindseligkeit aufgrund von zivilisatorisch und gesellschaftlichen Normen so groß ist, dass er die eigenen Gefühle unterdrückt / verleugnet. Jack, der lange Zeit um die Beziehung mit Ennis kämpft. Dessen Hoffnung jedoch, auf ein gemeinsames Leben mit Ennis, sich nicht erfüllen wird. Ang Lee ist einer der zeitgenössischen Filmregisseure, die im Besonderen darin ihre Stärke gefunden haben „leise“ Geschichten zu erzählen. Lee erzählt seine Filme mit Empfindsamkeit und Feinfühligkeit. In Brokeback Mountain hat er ebenso einen Film geschaffen, einen, der unter den Melodramen der Filmgeschichte einen Platz einnimmt – wie ich finde. Heath Ledger war für die Rolle den Ennis del Mar als bester Hauptdarsteller für einen Oscar nominiert, den er allerdings für diese Rolle nicht erhielt. Wertvoller Film!

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb