Blättern  

Suche

Suche
WestEnd Logo

München
Munich

USA 2005

DVD 164min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch, Englisch   
Regie
Steven Spielberg
Drehbuch
Eric Roth, Tony Kushner
Kamera
Janusz Kaminski
Musik
John Williams
Produzent
Steven Spielberg, Kathleen Kennedy, Barry Mendel, Colin Wilson
Schauspiel
Geoffrey Rush, Moritz Bleibtreu, Daniel Craig, Ciaran Hinds, Meret Becker, Mathieu Amalric, Hanns Zischler, Mathieu Kassovitz, Eric Bana, Michael Lonsdale, Lynn Cohen, Hiam Abbass, Yvan Attal, Alexander Beyer, Valeria Bruni Tedeschi, Marie-josee Croze, Robert John Burke, Makram Khoury, Richard Brake, Andreas Lust, Stéphane Freiss, Michael Schenk, Ohad Knoller, Eva Röse, Lisa Werlinder, Assi Cohen, Yehuda Levi
Genre
Drama
Stichworte
Terror
Inhalt
Nach dem Attentat während der Münchner Olympiade werden israelische Geheimdienstler losgeschickt, um die palästinensischen Terroristen zu exekutieren. Undercover und zunehmend orientierungslos irren sie durch Europa, bald selbst das Ziel gegnerischer Agenten.

Kommentare

5 Punkte von Lars Tuncay:
Spielberg ist clever: er entzieht sich jeglicher Diskussion, vermeidet einen Standpunkt und tut stattdessen das, was er immer schon am besten konnte: unterhalten. Und das im hohen Maße: „München“ ist ein extrem spannender, von Spielberg-Spezi Kaminski wie immer bildgewaltig und mit viel Zeitkolorit eingefangener Thriller vor realen Ereignissen. In jedem Fall sehenswert, die Diskussion müssen Sie allerdings selbst besorgen.

2 Punkte von Björn Siebert:
Nachdem uns Spielberg in "Krieg der Welten" die Wandlung eines unzuverlässigen Egoisten zum geläuterten Familienvater erzählt hat und klarstellte, dass Heimat nur im Gefüge einer intakten Familie zu finden sein kann, erzählt uns Steven in "München" von einem Mann, der auszog um seinem Land zu dienen und dabei seine eigene Familie zurückstellt um einer größeren Familie, nämlich seinem Volk die Ehre zu erweisen. Spielbergs Familiendramatik fängt langsam an gehörig auf die Nerven zu gehen, wertkonservativ kann da als Wort nur schwach ausdrücken was Spielberg eigentlich meint, reaktionär ist dies wahrlich schon im finstersten dunkelschwarz. Als Abhandlung über Terrorismus oder als politischer Film kann dieser Thriller überhaupt nicht überzeugen, alles in diesem Film ist bedeutungsschwanger, jede Szene zwischen dem jungen Paar (und der späteren Familie) kitschig bis triefend, überall lauern Familien (oder Ersatzfamilien wie z.B. ein Team), Küchen, junge Mütter und Kinder. In der übrigen Zeit wird geschossen und gemordet. Spielberg indes ist dort angekommen wo er sich schon immer am liebsten aufgehalten hat: In der Mitte der Mehrheit, dort wo man von den meisten geliebt wird, in Amerika bedeutet das zur Zeit im Schoße der religiös geprägten Konservativen. Sein Film huldigt die Familie und sollte man wie der Hauptdarsteller der Verlockung durch die Hure als Sünde widerstehen, so hat man fürs Leben viel gewonnen (in Fall des Hauptdarstellers das Leben im Wortwörtlichen). Ich kann mich nur wundern und komme zur Überzeugung: Spielberg wird langsam richtig blöd.

5 Punkte von T- Bone Steak:
Man sollte, zumindest für die Zeit, in der man sich MÜNCHEN ansieht, mal sein (mentales) Al- Fatah-Tuch in die Ikea- Anbauwand hängen und die Ich-bin- wirklich- kritisch- und- politisch-hellwach- Brille gleich dazu legen. Anders gesagt: Doktor Siebert, einfach mal locker machen. Fade Arroganz ist hier, wie meistens, schlicht Ignoranz. Spielbergs Film ist zweifellos handwerklich erstklassig und was seine moralisch- politische Substanz angeht: da ist Steven von George W. noch um einiges entfernt. Den Film in diese Nähe zu rücken, ist das, was Spielberg vorgeworfen wird: blöd. Und das Spielberg den Hort der Familie zelebriert, ist zwar ein alter Hut, aber immer noch einer der gut passt. Ich weiß das, ich hab eine Familie. Und selbst wenn das nur eine sentimentale Utopie ist, gegen das Chaos und Grauen der Welt ein kleines, heiles Refugium installieren zu wollen- es ist die letzte Utopie, die was taugt, Compadre. Und auch das zeigt MÜNCHEN absolut glaubwürdig- nämlich mit der dezenten (!) aber nötigen Nuance Pathos.Schließlich bin ich im Kino und nicht im Soziologieseminar.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb