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Marie Antoinette

USA, Frankreich 2006

DVD 123min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch, Englisch, Türkisch   
Regie
Sofia Coppola
Drehbuch
Sofia Coppola
Kamera
Lance Acord
Musik
 Air
Produzent
Francis Ford Coppola, Sofia Coppola, Ross Katz, Fred Roos
Schauspiel
Jason Schwartzman, Kirsten Dunst, Tom Hardy, Steve Coogan, Danny Huston, Shirley Henderson, Rose Byrne, Mathieu Amalric, Judy Davis, Al Weaver, Guillaume Gallienne, Molly Shannon, André Oumansky, Joe Sheridan, Aurore Clément, Rip Torn, Marianne Faithfull, Asia Argento, Scali Delpeyrat, Jean-Christophe Bouvet, Sabine Glaser, Sarah Adler
Genre
Historienfilm, Drama
Stichworte
Biografie
Inhalt
Die österreichische Prinzessin wird aus politischen Gründen mit dem französischen Thronfolger verheiratet, findet sich aber in den starren Hofritualen anfangs nicht zurecht, und auch ihr Ehemann bleibt ihr fremd. Mit Popmusik unterlegter Bilderreigen.

Kommentare

4 Punkte von Lars Tuncay:
In ihrer unvergleichlichen Art lässt Sofia Coppola den französischen Hof wiederauferstehen, mit all dem Pomp, der Dekadenz, den hoch toupierten Haaren. Sie kreuzt das klassische Historiendrama jedoch mit der ungewöhnlichen Biographie von Antonia Fraser, die jüngst einen persönlicheren Blick auf die von der Geschichte verdammte Königin warf und einem ebenfalls außergewöhnlichen Soundtrack. Wie bereits in “Lost in Translation” hat Brian Reitzell (Drummer bei Redd Kross) hier vor allem Indie-Hits der Achtziger versammelt und mischt sie mit Vivaldi und Aphex Twin. Erstaunlicherweise beißen sich Rock und Barok nicht wie erwartet, das Interessante ist aber, wie Coppola diese Songs zelebriert, ihnen den nötigen Raum gibt, die Bilder zur Musik inszeniert. Es gibt in “Marie Antoinette” kaum eine Minute, in der nicht irgendein Song zu hören ist. Kein Wunder, dass der Soundtrack es da auf gleich zwei Tonträger bringt. Im Mittelpunkt steht aber eine tragische Biographie: Marie Antoinette (Kirsten Dunst) ist gerade einmal 14, als sie vom österreichischen an den französischen Hof kommt. Ihr zukünftiger Gemahl Louis-Auguste (Jason Schwartzman), nur ein Jahr älter als Marie, verschließt sich und geht lieber auf die Jagd, als für den königlichen Nachwuchs zu sorgen. Die Verantwortung hierfür muss Marie übernehmen, was sie, neben den unzähligen neuen Eindrücken, Regeln und Verpflichtungen zusätzlich belastet. Schließlich wird der Druck übermächtig, als der König im Sterben liegt und das Volk unter einer Hungersnot leidet, während im Palast schwelgerischer Luxus herrscht. Sofia Coppola dreht ihren ersten Historienfilm auf ihre ganz eigene Art und Weise: als Pop-Art Märchen ohne Happy End, das, wie schon ihre beiden ersten Filme, seltsam schwerelos wirkt. Hier schwebt sie auch über die Jahre hinweg – ganze 24 davon gilt es in 123 MinutenLauflänge zu bewältigen – was eine unerwünschte Distanz zu der historischen Figur schafft, die durch den Film eigentlich abgebaut werden sollte. Ähnlich, wie die Lisbon-Mädchen in “The Virgin Suicides”, Coppolas Erstling, ist auch ihre Marie eine Gefangene, eingesperrt in höfische Steifheit und Pomp. Hier verliert sie sich zunehmend in Langeweile, die Coppola allerdings so sehr betont, dass sie sich stellenweise auch auf den Zuschauer überträgt. Der jugendliche Charme Copollas bringt an anderer Stelle wieder frischen Wind ins sonst eher steife Genre und bei aller Modernisierung ist die Ausstattung beeindruckend authentisch geraten. Der Nachfolger des fantastischen “Lost in Translation” enttäuscht also doch ein wenig, trägt aber unübersehbar die wunderbare Handschrift Coppolas.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb