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Pans Labyrinth
El Laberinto del fauno

USA, Spanien, Mexiko 2006

DVD, BLU 120min

Standort

WestEnd Drama - Europa & Welt

Sprachen
DVD:, Deutsch, Spanisch   BLU:, Deutsch, Spanisch   
Untertitel
DVD:, Deutsch   BLU:, Deutsch   
Regie
Guillermo Del Toro
Drehbuch
Guillermo Del Toro
Kamera
Guillermo Navarro
Musik
Javier Navarrete
Produzent
Guillermo Del Toro, Alfonso Cuarón, Bertha Navarro
Schauspiel
Doug Jones, Sergi Lopez, Federico Luppi, Ariadna Gil, Alex Angulo, Fernando Tielve, Eusebio Lázaro, Maribel Verdu, Roger Casamajor, Íñigo Garcés, Ivana Baquero
Awards
Oscar für Guillermo Navarro
BAFTA: Bester ausländischer Film
Goya für Ivana Baquero, Guillermo Navarro, Guillermo Del Toro
Saturn Award: Best International Film
Empfohlen von
Mitarbeiter
Genre
Thriller, Drama, Fantasy
Stichworte
Einsamkeit, Mutter-Tochter, 2. Weltkrieg, Labyrinth, Traumsequenzen
Inhalt
Der Film spielt zur Zeit des spanischen Bürgerkrieges 1944. In den Bergen Nordspaniens hat Franco-Hauptmann Vidal sein Hauptquartier. Mit ihm lebt die schwangere Carmen, die er vor kurzem geheiratet hat und deren 12-jährige Tochter Ofelia. Ofelia kann sich in dem neuen Zuhause nur schwer zurechtfinden. Aber sie findet Zuflucht in einem mysteriösen Labyrinth. Dort lebt der Pan, welcher ihr erklärt, sie sei womöglich die lang vermisste Prinzessin des magischen Reiches. Um das herauszufinden soll sie drei gefährliche Prüfungen bestehen.

Kommentare

5 Punkte von Lars Tuncay:
Trotz des überraschenden weltweiten Erfolgs von „Hellboy“ blieb sich Guillermo del Toro treu und ging zurück nach Spanien, um sein lang gehegtes Traumprojekt zu realisieren. Ähnlich wie bei „The Devil’s Backbone“ sehen wir auch hier die Grausamkeit in Francos Spanien durch die magischen Augen eines Kindes. Diesmal steht die junge Ofélia im Mittelpunkt der Geschichte. Gemeinsam mit ihrer Mutter zieht sie in das Haus ihres neuen Stiefvaters, dem skrupellosen General Vidal, der auf unmenschliche Art gegen die letzten erbittert kämpfenden Partisanen vorgeht. Ofélias Mutter ist schwanger und hat wenig Kraft, sich um ihre Tochter zu kümmern. Also macht sich das Mädchen selbst auf den Weg, die Gegend zu erkunden. Dabei stößt sie auf ein altes Heckenlabyrinth im Garten des Hauses, in dessen Inneren sie auf einen Faun trifft, der ihr offenbart, dass sie die verschollene Prinzessin eines magischen Königreichs ist. Um wieder in ihre eigentliche Heimat zu gelangen, muss sie einige gefährliche Aufgaben bewältigen, die sie in das Reich Furcht einflößender Kreaturen führen. Keine Frage: „Pans Labyrinth“ ist ein düsteres Genrestück. Zu brutal für Kinder und für viele Erwachsene mit Sicherheit zu verträumt. Doch was ihm 22 Minuten Applaus beim Filmfest in Cannes eingebracht hat und einen Oscar als nichtenglischsprachiger Film einbringen könnte, ist del Toros einzigartige Art, die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Er kreiert eine eigene Welt, deren Wurzeln in unserer Geschichte fußen, die mit den Wipfeln aber in die Sphären antiker Sagen und Märchen reicht. Die fantastischen Masken und die erneut großartige Kameraarbeit seines langjährigen Weggefährten Guillermo Navarro erwecken del Toros Welt zum Leben. Nicht zuletzt das packende, nie vorhersehbare Drehbuch lohnt den Kinobesuch für alle, die offen sind für eine neue Erfahrung.

5 Punkte von chriskrank:
Pans Labyrinth ist ein wunderbarer Fantasyfilm. Er ist verträumt und lässt den Zuschauer in eine Welt, die unsere eigene Realität, die oft hart ist, mit anderen Augen sehen - eben denen der Fantasy. Orfelia, das Mädchen um das es sich handelt, ist mi ihren 12 Jahren zu verträumt für ihr Alter. Ihr neuer "Vater" ist ein grausamer Hauptmann, der ihre Mutter nicht wirklich liebt. Doch Orfelia entdeckt an ihrem Zufluchtsort eine Welt der Wunder: Feen, ein Pan, Monster, wunderbare Geschehnisse. Die Szenen, ob in der "realen" oder der "fantastischen" Welt, sind teils recht hart, darum sollten Kinder den Film wenn überhaupt dann nur mit ihren Eltern sehen. Es handelt sich um einen fantastischen Erwachsenenfilm! Die Welt und die Geschichte, die Pans Labyrith umspannt, ist erfindungsreich und der Film ist immer spannend und anregend. Der Zuschauer weiß nie genau, wie es weitergeht, wer gut oder böse ist. Das gefällt!

5 Punkte von Horatiorama:
Guillermo del Toro hat einen auch für Deutsche sehr empfehlenswerten Film geschaffen, bei dem es nicht nur um den Spanischen Bürgerkrieg und den Franquismus, sondern auch um Probleme der Darstellung der Welt, die kindliche und erwachsene Imagination und deren befreiende oder dämpfende Wirkung geht. Typisch spanisch ist im Film der Umgang mit Splatter-Bildern. Da gibt es eine Kröte, die ihre Eingeweide nach außen kotzt, riesengroße Schaben, aufgeschlitzte Wangen, abgesägte Beine, Folter, Mord und Totschlag. Nichts für empfindlichere Gemüter. Aber für diese wäre jede Art der auch emotionalen Auseinandersetzung mit den unverarbeiteten Erfahrungen der Franco-Diktatur ungeeignet. Im dargestellten Mikrokosmos der Kämpfe nach dem eigentlichen spanischen Bürgerkrieg gibt es ein gutes Ende, das es im Realen nicht gab: den (Etappen-)Sieg der republikanischen Guerilla. In der Realität musste man bis 1975 warten. Typisch spanisch auch: Jetzt erst fängt man an, diese Zeit zu verarbeiten. Auch mit diesem Film.

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