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Nach der Hochzeit
Efter brylluppet

Dänemark, Schweden 2006

DVD 120min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Dänisch   
Regie
Susanne Bier
Drehbuch
Anders Thomas Jensen, Susanne Bier
Kamera
Morten Søborg, Ole Kragh-Jacobsen
Musik
Johan Söderqvist
Produzent
Peter Aalbæk Jensen, Gunnar Carlsson
Schauspiel
Mads Mikkelsen, Henning Jensen, Rolf Lassgård, Sidse Babett Knudsen, Mona Malm, David Petersen, Stine Fischer Christensen
Genre
Drama
Stichworte
Familie, Krankheit / Krankenhaus, Eltern/Kinder, Familien-/Ehedrama, Geheimnis
Inhalt
Ein Entwicklingshelfer verlässt seine Wirkungsstätte, um bei einem Sponsoren Millionen zu gewinnen. Mitten in den Verhandlungen wird er zur Hochzeit der Tochter des Gönners eingeladen. Dort stellt er fest, daß die Brautmutter seine Ex-Freundin ist und als deutlich wird, daß die Braut nicht die leibliche Tochter des Gastgebers ist, überkommt ihn eine verwirrende Ahnung.

Kommentare

5 Punkte von Lars Tuncay:
Was für ein Kulturschock: aus dem schwülwarmen indischen Waisenhaus soll Jacob in seine Heimat Kopenhagen reisen. Aus der kargen Unterkunft kommt er ins Nobelhotel. Statt T-Shirt und Shorts sind nun Anzug und Krawatte angesagt. Sein Auftrag: er soll einen dänischen Geschäftsmann davon überzeugen, Geld in das von der Schließung bedrohte Kinderasyl zu investieren. Widerwillig unterwirft sich Jacob den Gesetzen der „zivilisierten Welt“ und trifft sich mit dem wohlhabenden Unternehmer Jørgen. Der scheint aber gar nicht an den Hintergründen der Arbeit in Indien interessiert zu sein und zeigt hingegen Interesse an Jacob selbst. Er lädt ihn zur Hochzeit seiner Tochter Anna ein, wo Jacob seine Jugendliebe Helene wieder trifft – als Ehefrau von Jørgen und Mutter der Braut. So langsam wird klar, dass Jacobs Auftauchen von dem Familienvater bis ins Detail geplant war. Er fühlt sich benutzt und will wieder zurück nach Asien, doch was hat Jørgen mit ihm vor? Wie keinem anderen Filmland gelingt es dem dänischen Kino immer wieder gefühlsbetont, aber nicht rührselig zu sein. Im Gegensatz zu Hollywood-Dramen gleitet die Geschichte nie in schwülstige Betroffenheitsheischerei ab. Das hat Susanne Biers („Open Hearts“) Film vor allem den exzellenten Darstellern zu verdanken. Besonders Mads Mikkelsen („Casino Royale“) in der Hauptrolle des kantigen Einzelgängers mit zwielichtiger Vergangenheit glänzt einmal mehr. Auch wenn es Vielschreiber Anders Thomas Jensen („Brothers“) mal wieder übertreibt mit der Vielzahl an schicksalhaften Verstrickungen, bleibt „Nach der Hochzeit“ bis zum unausweichlichen Ende packend.

3 Punkte von Björn Siebert:
Ein gutes Drama, mit sehr guten schauspielerischen Leistungen, warum dann nur 3 Punkte? Sagen wir es mal so, es sind wohlwollenden 3 Punkte, eine 3,45 die nicht aufgerundet wird, oder so. Leider habe ich am selben Tag nämlich noch Rafelsons "King of Marvin Gardens" und Rivettes "Viererbande" gesehen, an die "Nach der Hochzeit" niemals rankommt. Wie gesagt, der Film ist gefühlsecht und großartig gecastet, aber schon in der Inszenierung knickt Susanne Bier ein. Ihre Rückblenden und Überblendungen am Anfang des Films sind nicht gut, warum die Tochter auch noch von ihrem Mann betrogen wird, kurz nach der Hochzeit, bleibt vollkommen unmotiviert und wirkt wie ein übertriebener Drehbucheinfall um die Person weinen vorm Hotelzimmer zeigen zu können (und den Ehemann, für den Bier sowieso keine Verwendung hatte, loszuwerden?) dann wird der Ehebruch auch noch in Rückblenden gezeigt, die überhaupt nicht in den Fluss des Films passen. Also wenn man mal die handwerklichen Fehler des Films außer acht lässt kommt man auf 120 Minuten Digitalfilm, der einen den Abend nicht versauen kann. Nein ich mag den Film sogar empfehlen. Aber natürlich um so mehr die "Viererbande" von Rivette und die frühen Filme von Bob Rafelson.

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