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The Wind That Shakes the Barley

Frankreich, Italien, Grossbritannien, Spanien, Irland, BRD 2006

DVD 127min

Standort

WestEnd Regisseure A-Z

Sprachen
Deutsch, Englisch   
Untertitel
Deutsch   
Regie
Ken Loach
Drehbuch
Paul Laverty
Kamera
Barry Ackroyd
Musik
George Fenton
Produzent
Ulrich Felsberg, Rebecca O'Brien, Paul Trijbits
Schauspiel
Liam Cunningham, Cillian Murphy, Roger Allam, Padraic Delaney, William Ruane, Sean McGinley, Mary Murphy, Neil Brand, Orla Fitzgerald, Mary O'Riordan
Awards
Cannes: Goldene Palme
Genre
Drama, Action
Stichworte
zeithistorisch, IRA, Brüder, Krieg/Bürgerkrieg, Religion, Aufstand / Revolte / Rebellion
Inhalt
Anhand eines Brüderpaars das auf unterschiedlichen Seiten kämpft, erzählt Ken Loach die Anfänge des Nordirland-Konflikts nach. Drastisch, perspektivlos und mit einem herausragenden Darstellerensemble.

Kommentare

3 Punkte von Björn Siebert:
So könnte man das natürlich machen. Empfehlen mag ich es aber nicht. Ken Loach erzählt sein Kriegsdrama so altmodisch wie es gerade noch geht. Altmodisch ist ja nicht verkehrt, aber zurückhaltend ist der Film irgendwie gar nicht. Loach, der sowieso kein großer Kinorevolutionär ist, inszeniert den Film erschreckend routiniert, als könne man mal eben so einen Kriegsfilm drehen, kurz am Nachmittag, Vormittag ist man noch mit Freunden verabredet, zum Wandern, in der netten Landschaft. Alles im Film bleibt der Spannung untergeordnet, alles hat man schon tausend mal gesehen, bei Spielberg oder auch bei Neil Jordan. Also, das Drama geht seinen gewohnten Gang, bis zum Finale, wo der eine "Bruder" seinen anderen "Bruder" leider erschießen muss. Danach vielleicht wandern, in der netten Landschaft? Warum dieser Film in Cannes die beste Regie gewann, bleibt ein Rätsel, ausgetrampelte Pfade führen dazu, dass der Film am nächsten Tag schon wieder aus dem Gedächtnis verschwunden ist. Wenn man nicht schon mal zum Wandern in der Gegend war, bleibt wo möglich gar nichts hängen. Klar, kann man sich den Film angucken. Aber das Hochloben ist eine unnötige Energieverschwendung. Gute Filme, machen Spaß, schlechte sind oft auch ein Ereignis, aber mittelmäßige Filme nerven gehörig. Dieser hier ist durchschnittlich Mittelmäßig.

4 Punkte von Lars Tuncay:
Herr Siebert, was ist ihr Problem? An anderer Stelle prangern Sie die Videoclip-Ästhetik der aktuellen Produktionen an und hier ist Ihnen der Film plötzlich zu klassisch? Wie bitte soll man denn die Anfänge des Nordirland-Krieges zu Beginn des letzten Jahrhunderts sonst inszenieren? Durch das Fehlen jeglichen Ästhetik-Schnickschnack konzentriert sich die Geschichte vielmehr auf das Wesentliche und lässt den exzellenten Darstellern ausreichend Raum, um sie glaubwürdig rüber zu bringen. Das ist sicherlich nicht zuletzt auf die ungewöhnliche Schauspielerführung Loachs zurück zu führen und hat allemal eine Palme verdient. Da gabs schon wesentlich schlechtere Gewinner. Also vielleicht nicht der endgültige Film zum Thema, aber allemal besser als der faktisch misratene Michael Collins von Jordan.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb