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Sehnsucht

BRD 2006

DVD 88min

Standort

WestEnd Drama - deutsch

Sprachen
Deutsch   
Untertitel
Englisch   
Regie
Valeska Grisebach
Drehbuch
Valeska Grisebach
Kamera
Bernhard Keller
Musik
Martin Hossbach
Produzent
Peter Rommel, David Groenewold
Schauspiel
Detlef Baumann, Anett Dornbusch, Erika Lemke, Andreas Müller, Doritha Richter, Ilka Welz, Markus Werner
Empfohlen von
skies&clouds, Mitarbeiter
Genre
Liebesfilm, Drama
Stichworte
Einsamkeit, Selbstmord, Liaison, Melodram
Inhalt
Sehnsucht in der Provinz, fast schon dokumentarisch gedreht: Ein Mann liebt zwei Frauen und weiß nicht wie er damit leben soll. Valeska Grisebach viel gelobter Spielfilm wurde ausschließlich mit Laiendarstellern an Original-Drehorten in Brandenburg gedreht.

Kommentare

3 Punkte von Lars Tuncay:
Auf der diesjährigen Berlinale sorgte Valeska Grisebachs im internationalen Wettbewerb gestartetes Regiedebüt für allgegenwärtiges Kritikerlob vor allem der deutschen Journalisten, ging jedoch bei der Preisvergabe unter. Erzählt wird die Geschichte von Markus (Andreas Müller), der sich zwischen seiner Frau Ella (Ilka Welz) und der attraktiven Rose (Anett Dornbusch) entscheiden muss. Mit ihrem kleinen Häuschen und seiner Werkstatt nebenan führen sie ein geregeltes Leben in der Brandenburgischen Provinz. Bei einem Lehrgang der Freiwilligen Feuerwehr verlässt Markus das geordnete Umfeld und merkt, was ihm fehlt. Nach einem reichlich feucht-fröhlichen Abend landet er mit Rose im Bett. Aus ihrer Begegnung wird schließlich mehr, als nur ein Seitensprung und Markus beginnt sein bisheriges Leben in Frage zu stellen. Grisebach hat ihre tragische Liebesgeschichte bewusst im Kleinen angelegt. Laiendarsteller geben ihr Bestes und sind am besten, wenn sie einfach nur sie selbst sind. So bleiben als schönste Momente vor allem jene in Erinnerung, bei denen die Regisseurin einfach nur Alltag abfilmt, wie etwa beim Kaffeekränzchen der Senioren. Grisebach ist am besten, wenn sie nicht inszeniert. Die Idee des Epilogs ist schlichtweg genial und entlässt die Zuschauer, bei aller dargebotenen Tristesse, mit einer positiven Note aus dem Kino. Vielleicht zu positiv, liest man die euphorischen Kritiken der Berlinale, denn das Ende kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Sehnsucht“ in seinen Stärken auch viele Schwächen aufweist: der gefilmte Alltag ist stellenweise ermüdend ereignislos, das Laienschauspiel in manchen Momenten hölzern und unecht. So ist "Sehnsucht" sicher nicht jedermanns Sache. Meine auch nicht. Trotzdem 3 Punkte für einige gute Momente.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb