Blättern  

Suche

Suche
WestEnd Logo

Leolo
Léolo

Frankreich, Kanada 1991

DVD 107min

Standort

WestEnd Drama - Europa & Welt

Sprachen
Deutsch   
Regie
Jean-Claude Lauzon
Drehbuch
Jean-Claude Lauzon
Kamera
Guy Dufaux
Musik
Gilbert Bécaud
Produzent
Robert Lantos, Jean-François Lepetit, Lyse Lafontaine, Aimée Danis
Stimme
Gilbert Sicotte
Schauspiel
Julien Guiomar, Denys Arcand, Ginette Reno, Pierre Bourgault, Maxime Collin, Andrée Lachapelle, Giuditta Del Vecchio
Awards
Toronto: Bester kanadischer Film
Empfohlen von
Mitarbeiter
Genre
Drama, Komödie
Stichworte
Wahnsinn, Coming-of-age
Inhalt
Monströs-skurrile Kindheitserinnerungen aus einem Armenviertel in Montreal.

Kommentare

5 Punkte von Raban:
Der Film erzählt die Geschichte des jungen Leo, der davon überzeugt ist, dass er der Sohn einer Tomate ist: ein sizilianischer Bauer masturbiert in die Tomaten, in die Leos Mutter auf einem Wochenmarkt in Kanada hineinfällt – der Urologe entfernt aus ihrem Uterus eine Tomate und erkennt unter dem Mikroskop Spermien. Leo wächst in armen Verhältnissen im Schoße einer Familie auf, die vom Wahnsinn geradezu verzehrt wird: verschiedene seiner Schwestern vegetieren in der psychiatrischen Anstalt, die Leolo Lozone – so nennt er sich selbst – oft mit seiner Mutter besucht, sein Bruder ist ein muskelstrotzender Angsthase und sein Vater verabreicht den Kindern täglich Abführpillen, die das Scheißen zu einer Obsession in seiner Familie machen, der sich Leolo nur mit Hilfe der Königen der Insekten, seiner Schwester Rita, entziehen kann. „Ich träume, also bin ich nicht“ wird für Leolo zum Grundsatz eines Daseins, dem er schreibend zu entkommen sucht. Die heiter und bitter zugleich erzählte Geschichte erfüllt sich in z.T. rauschhaft schönen, surrealen Bildern von bizarrer Schönheit - poetisch-verrücktes Kino vom Feinsten.

5 Punkte von Arne Winter:
Weiß man um die Lebensgeschichte von Jean-Claude Lauzon, den kanadischen Regisseurs dieses Films, weiß man dass er versuchte mit diesem Film (und anderen) seine Kindheit zu verarbeiten. Aufgewachsen in einem Armenviertel, flüchtete er vor der erdrückenden Enge der Familie in eine Traumwelt und begann all seine Eindrücke auf's Papier zu bringen. Genau das ist es auch was der kleine zwölfjährige Leo (Maxime Collin), oder Léolo Lozone, wie er sich selbst nennt, macht, um den es in diesem Film geht. Durch das einzigste Buch im Haus, das als Stützhilfe für einen wackeligen Tisch dient, entdeckt er die Welt des Lesens und Schreibens. Die meiste Zeit des Tages verbringt er damit sein Notizbuch vollzuschreiben um dann die gefüllten Seiten herraus zu reisen und in den Müll zu werfen. Immer wieder und wieder beschwört er dabei: "Parce que moi, je réve, moi, je ne le suis pas" - "Ich träume, also bin ich es nicht", um sich von seiner aus lauter Verrückten bestehenden Familie abzugrenzen. Er glaubt der Sohn einer Tomate zu sein, da seine Mutter (Ginette Reno) in einen Berg Tomaten viel in die zuvor ein sizilianischer Bauer masturbierte. Verschiedene seiner Schwestern vegetieren in der psychiatrischen Anstalt, sein Bruder ist ein bodygebuildeter Hasenfuss, und sein Vater (Yves Montmatquette) verabreicht den Kindern Freitäglich Abführpillen als gesundheitsfördernde Massnahme. Leolo ist der Meinung, daß der Schwachsinn in seiner Familie durch den Großvater (Julien Guiomar) herbeigeführt wurde, der außerdem noch ein sexuelles Verhältnis mit Leolo´s Schwarm Bianka (Giuditta del Vecchio) hat. Daraufhin beschließt Leolo, seinen Großvater umzubringen... Leichte Kost ist dieser Film in jedem Fall nicht. Abstrakt, skurril, surreal passt bestimmt recht gut.

5 Punkte von Carmen:
Poesie in Bildern, skurril, bewegend, tragisch und doch so schön!

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb